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Fachforen im Dezember 2016 zur Fortschreibung des Strukturkonzeptes Warnemünde

 

Fachforum „Städtebau, Wohnen und Infrastruktur“

am 6. Dezember 2016 in der Ecolea-Schule, Fritz-Reuter-Straße 10
Etwa 50 Interessierte fanden sich zum Fachforum „Städtebau, Wohnen und Infrastruktur“ ein, um sich über die künftigen inhaltlichen Ziele des Strukturkonzeptes rund um die Themen Städtebau, Wohnen und soziale Infrastruktur zu informieren, diese kritisch zu diskutieren und zu bestätigen, zu ändern oder zu ergänzen. Im Plenum waren neben interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern auch Mitglieder des Ortsbeirates, der Ausschüsse und der Bürgerschaft ebenso dabei wie Vertreterinnen und Vertreter von Warnemünder Vereinen und Verbänden, Bildungsträger, Vertreter der lokalen Wirtschaft, des Mieterbundes sowie der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH und der WG Warnow e.G..
Die Planungsbüros stellten die auf Basis der bisherigen Bilanzierungs-, Beteiligungs-, Diskussions- und Planungsergebnisse ermittelten Ziele vor und erläuterten diese. In der Diskussion wurde ein großer Teil der bisher ermittelten Ziele bestätigt. Missverständliche Formulierungen wurden identifiziert und überarbeitet bzw. ergänzt.

Kontrovers diskutiert wurde die künftig zulässige Höhe der Bebauung auf der Mittelmole sowie das Thema Wohnen auf der Mittelmole. Hierbei setzt das Strukturkonzept den Rahmen für die künftige Planung und formuliert wesentliche Ziele. Es wurde festgestellt, dass es hinsichtlich der grundlegenden Ziele bereits weitgehende Übereinstimmung gibt und für die noch offenen Fragen aus dem Funktionsplan Vorschläge erarbeitet werden sollen, die zur einer einvernehmlichen und beschlussfähigen Lösung führen, damit es auf der Mittelmole weitergehen kann.

Ein wichtiges Thema war die Qualifizierung des Wohnungsbestandes in Richtung Barrierefreiheit, Familienfreundlichkeit und eines lebenswerten Wohnumfeldes für die Warnemünderinnen und Warnemünder sowie der Erhalt preiswerten Wohnraums in Warnemünde. Der Zielentwurf für die Handlungsfelder Städtebau Wohnen und Infrastruktur wird nun unter Einbeziehung der geleisteten Beträge ergänzt und dann als Entwurf im Internet unter der Adresse www.rostock.de/stadtplanung veröffentlicht.

Fachforum „Wirtschaft, Tourismus, Kreuzschifffahrt“

am 15. Dezember 2016 in der Ecolea-Schule, Fritz-Reuter-Straße 10
Etwa 40 Interessierte nahmen Fachforum „Wirtschaft, Tourismus, Kreuzschifffahrt“ teil. Ein großer Teil der bisher ermittelten Ziele der Themenfelder des zweiten Forums wurde durch die Anwesenden bestätigt. Angeregte und konstruktive Diskussionen bestimmten die Atmosphäre, Interessenkonflikte wurden beleuchtet und argumentativ untersetzt. Missverständliche Formulierungen wurden identifiziert und überarbeitet bzw. ergänzt.

Dabei ging es unter anderem um die Entwicklung des Werftareals rund um das Werftbecken. Es wurde angeregt, zusätzlich zu den drei gemäß Bürgerschaftsbeschluss in Untersuchung befindlichen Entwicklungsvarianten Gewerbehafen, Kreuzfahrthafen und Mehrzweckhafen für Kreuzfahrt und maritimes Gewerbe auch Möglichkeiten zur Nutzung des ehemaligen Werftbeckens zur Nutzung für den Wassersport bzw. Großsegler zu untersuchen. Eine Entwicklung des Bereiches um das Werftbecken wurde bei einigen der Anwesenden als Chance zur Entlastung der Mittelmole gesehen. Hinsichtlich eines weiteren Anstiegs der Kreuzschifffahrt wurde nachdrücklich die gründliche Untersuchung der Konsequenzen für die Warnemünder, insbesondere bezüglich aller Umweltbelange, eingefordert. Aus dem Warnemünder Handels- und Gewerbeverein wurde angemerkt, dass bei der Entwicklung einer maritimen Gewerbefläche im Bereich des ehemaligen Werftbeckens immer auch an kleine Gewerbetreibende im Wassersportsektor gedacht werden solle. Frau Ludwig vom TZW hob die Entwicklungschancen im Bereich des Werftbeckens zur Schaffung flexibler Strukturen zur Ansiedlung von hochwertigem maritimem Gewerbe im Bereich Forschung und Entwicklung und einer dem Standort angemessenen, frischen und modernen Architektur hervor. Im Rahmen der Diskussion um eine Erweiterung des Technologiezentrums wurde die Frage nach der Integration eines Bildungscampus in diesem Bereich positiv aufgenommen.

Beim Thema Einzelhandel wurde der Wunsch vieler Warnemünder nach mehr dezentralen, wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten deutlich. Um konkurrenzfähig zu bleiben, geht der Trend bei den Versorgern jedoch in eine andere Richtung. Der zweite zentrale Versorgungsbereich am Ortseingang soll entsprechend des sich in Fortschreibung befindlichen Einzelhandelskonzeptes weiter entwickelt werden. Die Ansiedlung kleinerer Geschäfte im Ortskern soll aber weiterhin möglich bleiben, wenn sich entsprechende Betreiber finden.

Beim Thema Tourismus wurde der enge Bezug zur Stadtgestaltung deutlich, zu der Details wie die Ausstattung mit einheitlichen und standortgerechten Papierkörben ebenso beitragen kann, wie zum Beispiel die Gestaltung der Außenbestuhlung von Restaurants. Deutlich wurde die Notwendigkeit eines Veranstaltungskonzeptes für Warnemünde, in dem sowohl der Wunsch nach einer Vielzahl kultureller und touristischer Veranstaltungen als auch der für die Wohnbevölkerung und Gäste erforderliche Lärmschutz Berücksichtigung findet.

Fachforum Verkehr, Parken, ÖPNV

am 19. Dezember 2016 in der Ecolea-Schule, Fritz-Reuter-Straße 10
Zum Fachforum „Verkehr, Parken, ÖPNV“ waren es etwa 30 Interessierte, um sich über die künftigen inhaltlichen Ziele des Strukturkonzeptes rund um diese Themen zu informieren, diese kritisch zu diskutieren und zu bestätigen, zu ändern oder zu ergänzen.
Zunächst ging es um das Parkraumkonzept, welches sich noch in Erarbeitung befindet. Ein Ziel des 2011 beschlossenen Strukturkonzeptes, welches auch weiterhin Gültigkeit haben soll, ist die Schaffung von Parkmöglichkeiten an den Ortsrändern zur Entlastung des Zentrums vom Parksuchverkehr. Seitens des Ortsbeiratsvorsitzenden gab es ein eindeutiges Plädoyer gegen ein öffentliches Parkhaus unter den Dünen.
Von einigen Anwesenden wurde der Bau von Parkhäusern grundsätzlich kritisch diskutiert. Wohnungsnah gelegene Dauerparkplätze für Anwohner, Beschäftigte etc. dürften ein bestimmtes Preisniveau nicht überschreiten, andernfalls würden die Fahrzeugbesitzer auf weiter außerhalb gelegene Abstellmöglichkeiten ausweichen. Die Fortschreibung des Strukturkonzeptes schlägt die Prüfung der Realisierungschancen einer „Quartiersgarage“ mit Dauerstellplätzen für Anwohner, Beschäftigte etc. vor. Aus dem Forum wurde die Prüfung von Standorten wie z.B. unter dem Platz Am Markt und unter dem Südende des Alten Stroms vorgeschlagen.

Parkplätze für Urlauber oder Tagesgäste dürften in Warnemünde zwar durchaus kostspieliger sein als Anwohnerparkplätze, so die Aussage einzelner Bewohner. Bei der Kalkulation von Parkhäusern und Tiefgaragen sei aber zu bedenken, dass diese nur saisonal ausgelastet seien, auch setze die Inanspruchnahme kostenpflichtiger Stellplatzangebote eine konsequente Überwachung der Parkraumbewirtschaftung voraus. P+R-Stellplätzen wiederum würden nur angenommen, wenn diese für die Autofahrer sehr frühzeitig ausgeschildert und deutlich günstiger seien, als Stellplätze in Strand- oder Zentrumsnähe von Warnemünde. Mit der Umsetzung des Mobilitätsplans Zukunft (MOPZ) sollen weitere umweltfreundliche  Mobilitätsangebote wie z.B. park & bike, Fahrradverleihstationen und Carsharing ausgebaut werden.

Viele Ziele aus dem 2011 beschlossenen Strukturkonzept wurden inhaltlich bestätigt bzw. fortgeschrieben, so soll zum Beispiel die Sanierung der Straßen weiter geführt werden. Der Bau und die Sanierung von Radwegen soll entsprechend einem zusammenhängenden Konzeptes, welches auch radfahrerfreundliche Ampelschaltungen, Anbindungen und neu hinzukommende Fahrbeziehungen berücksichtigt, erfolgen; es besteht Nachfrage nach weiteren Fahrradabstellanlagen und die Besucherlenkung soll verbessert werden

Zum Thema Wohnmobilstellplatz wurden das Für und Wider der Standorte Weidenweg und Rohrmannsche Koppel diskutiert, im Ergebnis stellte der Ortsbeiratsvorsitzende fest, dass es letztlich nicht auf den genauen Standort ankomme, sondern darauf, dass es überhaupt ein Wohnmobilstellplatz in diesem Bereich entstehe. Als Maßnahme zur Stärkung des ÖPNV in Warnemünde schlug ein Bürger die Einführung eines Ortstarifs für Diedrichshagen und Warnemünde im Sinne einer Kurzstreckenregelung vor.

Die konzentriert durchgeführten Abendveranstaltungen dauerten jeweils etwa zweieinhalb Stunden. Die Zielentwürfe für die Fortschreibung des Strukturkonzeptes werden nun unter Einbeziehung der geleisteten Beträge ergänzt, im Januar 2017 unter www.rostock.de/stadtplanung online gestellt und im ersten Quartal 2017 auf einem weiteren öffentlichen Forum zusammenfassend vorgestellt.

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Anlage:

Dokumentation der Fachforen im Dezember 2016


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