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Stand: 04.09.2026, 11:08:43 Uhr

Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Menschen zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Dabei ist es wichtig, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig – zu gewichten und in Beziehung zu setzen.

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand, ist nachhaltige Entwicklung als globales Leitprinzip international akzeptiert. Mit der „Agenda 21“ wurden konkrete Ansätze zu ihrer Umsetzung formuliert.

Die „Agenda 21“ wurde 1992 bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro verabschiedet und ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm mit konkreten Handlungsempfehlungen für das 21. Jahrhundert.

Sie fordert eine neue Entwicklungs- und Umweltpartnerschaft zwischen den Industriestaaten und den armen Ländern. Wichtige entwicklungspolitische Ziele wie Armutsbekämpfung und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden⁠ und Wald⁠ sind hier ebenso verankert wie umweltpolitische Ziele, etwa die Reduzierung des Treibhauseffekts. Die Agenda 21 betont, dass auch regierungsunabhängige Organisationen und Einrichtungen an politischen Entscheidungen zu beteiligen sind. Sie definiert Nachhaltigkeit⁠ als übergreifendes Ziel der Politik.

agenda21.pdf

Im Jahr 2015 hat die Weltgemeinschaft die „Agenda 2030“ verabschiedet und damit 17 globale Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (kurz SDGs), für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Die Agenda ist ein Fahrplan für die Zukunft, mit dem weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahrt werden. Bis zum Jahr 2030 soll sie erreicht sein.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals, kurz SDGs) mit ihren 169 Unterzielen sind das Kernstück der Agenda 2030. Sie richten sich an alle: die Regierungen weltweit, die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft, die Wissenschaft und jede*n Einzelne*n.

Diese Ziele betreffen so unterschiedliche Themen wie die Bekämpfung von Armut und Hunger, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum oder Maßnahmen zum Klimaschutz.

Die deutsche Bundesregierung hat mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie konkret dargelegt, wie diese 17 SDGs umgesetzt werden.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Weiterentwicklung 2021

BNE ist die Abkürzung für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Ressourcen unserer Erde sind endlich oder können sich nur in einem gewissen Masse regenerieren. Eine Entwicklung kann also nur dann nachhaltig sein, wenn die planetaren Grenzen dabei nicht überschritten werden, so dass auch zukünftige Generationen würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente entfalten können. Bei solch einer Transformation spielen die Partizipation der Gesellschaft, Wissensvermittlung, neue Technologien und neue Verhaltensweisen eine wichtige Rolle.

Zusammenfassend heißt das, BNE soll es allen ermöglichen, die Auswirkungen der eigenen Handlungen zu erkennen und zu verstehen und daraus nachhaltige und verantwortungsvolle Entscheidungen zu generieren.

Umweltbildung ist ein Bildungsansatz, der es Einzelpersonen ermöglicht, Umweltprobleme zu untersuchen, sich mit Problemlösungen zu befassen und Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt zu ergreifen. So wird ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen angeregt. Umweltbildung bezieht sich daher ausschließlich auf ökologische Themen und Anliegen. BNE hingegen zieht auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Anliegen mit ein. D.h. die Umweltbildung ist ein Teilgebiet der BNE.

Im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz NAP BNE, wurden Kommunen und deren Bildungslandschaften als entscheidender Ort für die Umsetzung von BNE ausgemacht. Das Projekt „Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune“ setzt genau an dieser Stelle an und begleitet ca. 48 deutsche Kommunen bis Mitte 2025 dabei die BNE in der eigenen Kommune zu implementieren und zu verstetigen. Rostock war seit Ende 2021 „BNE-Modellkommune“.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt „Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune“. Daraus gingen die „BNE-Modellkommunen“ hervor. Diese ca. 48 Kommunen werden durch das BNE-Kompetenzzentrum wissenschaftlich begleitet und beraten. Das BNE-Kompetenzzentrum begleitet die Modellkommunen aber nicht nur, sondern erarbeitet anhand der gewonnenen Daten auch einen Leitfaden für andere Kommunen, wie die Implementierung von BNE in der Kommune gelingen kann.

BNE-Kompetenzzentrum Bildung - Nachhaltigkeit - Kommune | BNE Kompetenzzentrum | Bildung Nachhaltigkeit Kommune

Auf der Homepage vom Bildungsatlas M-V kann per Filter Rostock herausgesucht werden: BNE-Bildungsatlas MV

Auf dem BNE-Portal der UNESCO kann auf der Akteurskarte nach M-V und Rostock gefiltert werden: BNE-Portal-Akteurskarte

Ein Ausschnitt der Rostocker BNE-Akteure finden Sie in dem Reiter "Bildungslandschaft im Überblick"

Der Agenda 21-Rat der Hanse- und Universitätsstadt Rostock  ist ein ehrenamtliches Gremium, das sich für die nachhaltige Entwicklung der Stadt engagiert. Es wurde auf der Grundlage des Beschlusses der Bürgerschaft vom 02. Juni 1999 (Beschluss Nr. 1901/71/1999) zur Bildung eines Agenda 21-Rates gegründet und besitzt den Status eines Beirates der Rostocker Bürgerschaft.

Der Agenda 21-Rat fördert die nachhaltige Entwicklung der Stadt Rostock gemäß den 1992 in Rio de Janeiro auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung beschlossenen Zielen der nachhaltigen Entwicklung auf der Erde. In diesem Sinne formuliert und vertritt der Rat Empfehlungen und Vorschläge gegenüber der Bürgerschaft und dem Oberbürgermeister sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen. Er kann über einen Ausschuss oder ein Mitglied der Bürgerschaft Anträge zur Beschlussfassung stellen.

Mehr über den Agenda 21-Rat

  • „Informationsdienst für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung in M-V“ (vom LUNG)

  • „BNE M-V Regionalberaterinformationen“ 

    • "In regelmäßigen Abständen informieren wir Sie hier über Wettbewerbe, Fortbildungen, Materialien usw. die für Ihre BNE-Arbeit interessant sein könnten."
    • Anmeldung: Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Newsletter zu Themen der Globalen Gerechtigkeit und Einen Welt (in M-V)

    • "Unser Newsletter erscheint ca. alle vier Wochen und informiert über die wichtigsten Veranstaltungen der entwicklungspolitischen Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern – bei Relevanz auch überregional. Außerdem enthält er Tipps und Hinweise, z.B. Film- und Buchempfehlungen sowie Stellenausschreibungen."
    • Anmeldung: News – Eine Welt Landesnetzwerk MV
  • #HROrathaus Newsletter

  • Städtischer Anzeiger online

    • "Der Städtische Anzeiger erscheint als Mitteilungsblatt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock am letzten Freitag eines Monats."
    • Anmeldung für den online-Bezug: Rostock - Städtischer Anzeiger

Der Klimakompass dient als transparente Informationsplattform für Bürger und Bürgerinnen, Verwaltung und Entscheidungsträger. Interessierten gibt der Klimakompass einen Überblick über relevante Daten, Kennzahlen und Maßnahmen zum Klimaschutz.

Informationen gibt es dazu im Amt für Umwelt- und Klimaschutz - Abteilung Klimaschutz und direkt auf der Homepage KlimaKompass

Wann ist eine Stadtverwaltung nachhaltig?

Was hat eine neue Straßenbahn mit Nachhaltigkeit zu tun - oder ein Baum auf einem Marktplatz, eine sanierte Schule, ein neuer Radweg oder ein digitaler Behördengang?

Mehr, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt.

Nachhaltigkeit beginnt dort, wo wir heute Entscheidungen treffen, die auch morgen noch tragen. Eine nachhaltige Stadtverwaltung hat deshalb nicht nur die Gegenwart im Blick. Sie fragt auch: Was brauchen kommende Generationen? Wie können wir unsere natürlichen Ressourcen schützen? Wie bleibt unsere Stadt sozial, wirtschaftlich stark und lebenswert?

Dabei geht es um weit mehr als Klimaschutz. Nachhaltigkeit betrifft nahezu alle Bereiche unseres städtischen Lebens – vom Wohnen über Mobilität und Bildung bis zum Umgang mit Energie, Flächen und öffentlichen Geldern.

Nachhaltigkeit beginnt bei uns selbst

Als Stadtverwaltung wollen wir nicht nur nachhaltige Entwicklung ermöglichen, sondern auch selbst Verantwortung übernehmen.

Das betrifft zum Beispiel die Gebäude der Stadt, unsere Schulen und Kitas, den Energieverbrauch, den städtischen Fuhrpark oder die Frage, was und wie wir einkaufen. Langlebige und recyclingfähige Produkte, erneuerbare Energien, energetische Sanierungen oder weniger Papier durch digitale Verfahren sind viele kleine und große Bausteine auf diesem Weg.

Denn wer Nachhaltigkeit von anderen erwartet, muss auch bei sich selbst anfangen.

Eine Stadt, die sich auf morgen vorbereitet

Besonders sichtbar wird nachhaltige Entwicklung dort, wo Rostock sich verändert.

Wie bauen wir neue Quartiere? Wie bewegen wir uns künftig durch unsere Stadt? Wo schaffen wir Platz für Bäume und Grün? Wie gehen wir mit Starkregen und zunehmender Hitze um? Und wie sorgen wir gleichzeitig dafür, dass Wohnen bezahlbar und die Stadt für alle Generationen lebenswert bleibt?

Rostock bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Viele Wege werden bereits heute zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Straßenbahn zurückgelegt. Mit Projekten wie der TRAM WEST soll der öffentliche Nahverkehr weiter gestärkt werden.

https://www.tram-west.de/

Im WarnowQuartier werden wiederum neue Ansätze der Quartiersentwicklung erprobt. Grün, Regenwassermanagement, unterschiedliche Wohnformen und eine gute Gestaltung des öffentlichen Raums werden von Anfang an zusammengedacht.


https://www.warnowquartier.de/

Auch das Prinzip der Schwammstadt gewinnt an Bedeutung: Regenwasser soll möglichst dort aufgenommen und gespeichert werden, wo es fällt. Mehr Grün, entsiegelte Flächen und begrünte Dächer können dabei helfen, unsere Stadt besser auf Starkregen und heiße Sommer vorzubereiten.

https://rathaus.rostock.de/sixcms/detail.php/rostock_01_test.c.356242.de

 

Nachhaltigkeit heißt auch: gemeinsam gestalten

Eine nachhaltige Stadt entsteht nicht allein im Rathaus.

Das Wissen, die Erfahrungen und die Ideen der Rostockerinnen und Rostocker gehören dazu. Deshalb setzen wir bei vielen Vorhaben auf Beteiligung – mit Werkstätten, Befragungen, digitalen Angeboten oder ganz konkret vor Ort im Stadtteil.

Dabei geht es nicht darum, dass immer alle einer Meinung sein müssen. Stadtentwicklung bedeutet häufig unterschiedliche Interessen miteinander abzuwägen. Wichtig ist aber, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und Möglichkeiten zum Mitgestalten zu schaffen.

Genau hier spielt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine wichtige Rolle: Zusammenhänge verstehen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, Wissen teilen und daraus verantwortungsvolles Handeln entwickeln.

Nachhaltig heißt auch: wirtschaftlich denken

Nachhaltigkeit muss langfristig funktionieren – auch finanziell.

Eine Investition kann heute zunächst mehr kosten und sich trotzdem langfristig rechnen. Ein saniertes Gebäude benötigt weniger Energie. Ein langlebiges Produkt muss seltener ersetzt werden. Ein gut geplanter Stadtteil kann Folgekosten vermeiden.

Deshalb gehört zu nachhaltigem Verwaltungshandeln auch die Frage: Welche Auswirkungen hat eine Entscheidung nicht nur heute, sondern in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren?

Digitaler, einfacher, transparenter

Auch eine moderne Verwaltung gehört zu einer nachhaltigen Stadt.

Digitale Behördengänge können Wege, Papier und Zeit sparen. Offene Daten schaffen Transparenz und ermöglichen Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft, neue Lösungen zu entwickeln. Mit Projekten wie Smile City erprobt Rostock, wie Digitalisierung, Beteiligung und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verbunden werden können.

https://www.smartesrostock.de/

 

Was wir schon tun – und woran wir weiterarbeiten

Rostock hat sich in vielen Bereichen auf den Weg gemacht.

Wir bauen den öffentlichen Nahverkehr aus, entwickeln neue Mobilitätsangebote, arbeiten an klimaangepassten Quartieren und mehr Stadtgrün, stärken eine nachhaltige Energieversorgung und fördern fairen und regionalen Konsum. Rostock ist als „Nachhaltiges Reiseziel“ zertifiziert und engagiert sich als Fairtrade-Stadt.

https://www.rostock.de/erfahren/nachhaltigkeit  

 

https://fairtradestadt-rostock.de/

 

Gleichzeitig wissen wir: Nachhaltige Stadtentwicklung ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist.

Klimaanpassung, die Wärmewende, bezahlbares Wohnen, der Umbau unserer Mobilität und der verantwortungsvolle Umgang mit Flächen und Ressourcen stellen Rostock vor große Aufgaben. Hinzu kommen begrenzte finanzielle Spielräume und die Herausforderung, Nachhaltigkeit noch stärker zum selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Verwaltungshandelns zu machen.

Unser Anspruch ist deshalb nicht, schon überall am Ziel zu sein. Unser Anspruch ist, konsequent weiterzugehen, zu lernen und gemeinsam besser zu werden.

17 Ziele – und eine Stadt

Eine wichtige Orientierung geben uns dabei die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals – kurz SDGs.

Sie reichen von guter Bildung, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit über nachhaltige Städte und Gemeinden bis zu Klimaschutz und verantwortungsvollem Konsum.

https://17ziele.de &  https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174

Viele dieser großen weltweiten Ziele werden ganz konkret vor Ort entschieden. Denn Nachhaltigkeit beginnt nicht irgendwo – sie beginnt in unseren Städten, unseren Quartieren und in unserem Alltag.

Und damit auch hier bei uns in Rostock.