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Rostocker Heide

Im Jahre 1252 wurde das Waldgebiet der Rostocker Heide durch Fürst Heinrich Borwin III. an die Stadt Rostock verkauft. Es ist heute eines der letzten großen und geschlossenen Waldgebiete an der deutschen Küste.

Mit einer Gesamtfläche von über 6.000 Hektar gehört die Hansestadt Rostock als Besitzer heute zu den fünf größten kommunalen Waldbesitzern in Deutschland.

Die Rostocker Heide ist in fünf Forstreviere eingeteilt: Schnatermann, Hinrichshagen, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.
Im Revier Wiethagen befand sich bis Dezember 1999 ein noch militärisch genutztes Gebiet (Schießplatz), das ca. 60 Hektar groß ist und von einer 1.120 Hektar großen zeitweiligen Sicherheitszone umgeben ist. Im Rahmen der von der Europäischen Union geförderten Programme KONVER I und II wurden ehemals militärisch genutzte Flächen umfangreich renaturiert.

 

Waldfläche

  • 5.177 ha Holzbodenfläche (baumbestandene Fläche)
  • 827 ha Nichtholzbodenfläche (Moore, Wiesen, Schilfgebiete)

Baumartenverteilung

  • 53 % Nadelholz, (Kiefer 33%, Fichte, Lärche, sonstige Nadelhölzer)
  • 47 % Laubholz, ( Buche 12%, Eiche 11%, Birke, sonstige Laubhölzer)

Waldfunktionen

  • 5 % Schutzwälder (Küstenschutzwald, Totalreservate)
  • 11 % Schon- und Sonderforsten (u.a. Trinkwasserschutz- und Naturschutzgebiete)
  • 64 % Wirtschafts- und Erholungswald
  • 20 % zeitweilige Sperrgebiete (Schießplatz einschl. Sicherheitszone)

Naturschutz

Seit Februar 1996 ist die gesamte Rostocker Heide Landschaftsschutzgebiet. Das Stadtforstamt Rostock ist untere Naturschutzbehörde für den Bereich der Rostocker Heide und für die forstliche Bewirtschaftung mit Beinhaltung wesentlicher Aspekte der Naturschutzarbeit zuständig. 1997 wurden in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Verbesserungen der Lebensbedingungen für Lurche und Kriechtiere an sechs Kleingewässern erreicht.

Ehemalige Militärbunker konnten im Rahmen des KONVER-II-Programms zu Winterquartieren für Fledermäuse umgerüstet werden. Mehrere Krötenschutzzäune in Wiethagen, Hinrichshagen und Torfbrücke werden betreut, Heideflächen auf ehemals militärisch genutzen Flächen in den Revieren Hinrichshagen und Wiethagen werden gepflegt. Dem Lebensraum Totholz wird besonderes Augenmerk geschenkt,die Erhaltung bestimmter Biotoptypen bei Vorkommen bedrohter Arten wird gewährleistet. In der Rostocker Heide gibt es die Naturschutzgebiete Radelsee, Heiliger See/Hütelmoor und Schnatermann. Besondere Bäume werden als Naturdenkmale unter Schutz gestellt. Bei all diesen Tätigkeiten wird die Zusammenarbeit mit Umweltverbänden und -vereinen gesucht und genutzt.

Tourismus

Das Hauptwegenetz für Wanderer und Radfahrer ist ca. 61 km lang, ein internationaler Radwanderweg führt von Hohe Düne bis nach Graal-Müritz durch das Gebiet der Rostocker Heide. Viele Informationstafeln zur Orientierung sowie über den Wald und die in ihm lebenden Pflanzen und Tiere und elf gut erreichbare und zentral gelegene Waldparkplätze stehen den Wanderern zur Verfügung. Führungen und Wanderungen mit den Revierförstern sind möglich, Informationen hierzu werden unter Tel. 038202-4040 erteilt.