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Aus Werftbecken wird Zukunftsstandort für Offshore- und Energietechnologien

Pressemitteilung vom 11.06.2026 - Wirtschaft und Verkehr


Archivmeldung:

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Feierlicher Rammschlag für das Werftbecken Warnemünde: Hafenkapitän Falk Zachau, Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Ralf Mertz von der Züblin AG.Gemeinsame Pressemitteilung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, der INROS LACKNER SE und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Erster Rammschlag feierlich gesetzt

Ein ehemaliges Werftbecken am Warnemünder Passagierkai wird zum maritimen Gewerbepark für nachhaltige Energietechnologien umgestaltet. Den feierlichen ersten Rammschlag für die dafür notwendigen Bauarbeiten setzten heute (am Donnerstag, 11. Juni 2026) Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Ralf Mertz von der Züblin AG stellvertretend für die an der Planung und dem Bau beteiligten Unternehmen und Gewerke.

Der traditionsreiche Schiffbaustandort wird revitalisiert und zu einem modernen Offshore- und Gewerbequartier entwickelt. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro handelt es sich um die zweitgrößte Infrastrukturmaßnahme in der jüngeren Geschichte des Rostocker Hafens nach der Ansiedlung von Liebherr im Überseehafen. Landesweit ist das Vorhaben nach dem Neubau der Peenestrombrücke derzeit die zweitgrößte Infrastrukturinvestition in Mecklenburg-Vorpommern.

Feierlicher Rammschlag für das Werftbecken Warnemünde: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mit diesem Projekt entsteht in Rostock ein neuer Zukunftsstandort für die maritime Wirtschaft und die Energiewende. Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 78,3 Millionen Euro, um hier die Voraussetzungen für neue Investitionen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Gleichzeitig stärken wir Mecklenburg-Vorpommern als führenden Standort für Offshore-Windenergie und weitere umweltfreundliche Energietechnologien.“

Feierlicher Rammschlag für das Werftbecken Warnemünde: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Ministerpräsidentin Manuela SchwesigOberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unterstrich: „Für den Schiffbau nicht mehr benötigte Flächen erhalten eine neue Perspektive und werden künftig für Zukunftstechnologien genutzt. Es entstehen attraktive Gewerbeflächen mit direktem Kaianschluss und hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten. Rostock beweist damit einmal mehr seine hohe Standortqualität für innovative Unternehmen.“

Mehr als zehn Jahre Planungs- und Genehmigungsverfahren waren erforderlich, um die bereits seit 2007 verfolgte Umprofilierung des ehemaligen Schiffbaustandortes nun auch baulich umzusetzen. Das künftige Gewerbegebiet wird eine Fläche von mehr als zehn Hektar umfassen. Hinzu kommen knapp drei Hektar Kaiflächen mit einer Gesamtkailänge von 555 Metern. Rund 15 Prozent des Areals entfallen auf Straßen und Wege. Allein für die Errichtung einer neuen Spundwand sind über 6.000 Tonnen Stahl notwendig.

Feierlicher Rammschlag für das Werftbecken Warnemünde: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, Ralf Mertz von der Züblin AG und Ministerpräsidentin Manuela SchwesigRalf Merz für die ARGE Züblin, Prien, Colcrete: „Die Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes zählt zu den anspruchsvollsten Hafenbauprojekten in Norddeutschland. Neben umfangreichen Rückbau- und Sanierungsarbeiten entstehen moderne Kaianlagen und Erschließungsflächen für zukünftige Nutzer. Dabei setzen wir auf die Kompetenz zahlreicher Unternehmen und Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Region.“

Die Bauarbeiten gliedern sich in fünf voneinander abhängige Teilprojekte. Nach dem Rückbau von insgesamt 28 Bestandsgebäuden und der Entsorgung vorhandener Abfall- und Recyclingmaterialien erfolgen umfangreiche Bodensanierungen an Land sowie im Bereich der bestehenden Spundwände. Anschließend wird das Gebiet durch den Bau einer Hauptstraße und drei weiterer Erschließungsstraßen sowie durch die Neuverlegung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen. An vier Liegeplätzen entstehen neue Spundwände. Darüber hinaus wird ein Teil des bisherigen Werftbeckens verfüllt, um zusätzliche Vorstell- und Logistikflächen zu schaffen. Für die Liegeplätze im Becken ist ein Tiefgang von etwa 9,5 Metern vorgesehen. Die Fertigstellung des Gewerbeparks ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen.

Als Generalplaner verantwortet die INROS LACKNER SE die Entwicklung des Werftbeckens zum maritimen Gewerbepark von der Machbarkeitsstudie bis zur Fertigstellung. Dabei koordiniert das Architektur- und Ingenieurunternehmen sämtliche Projektbeteiligte in enger Abstimmung mit dem Hafen- und Seemannsamt. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begleitet INROS LACKNER die Entwicklung der maritimen Infrastruktur in Rostock und der Region. Zu den Projekten zählen unter anderem das Kreuzfahrtterminal mit Landstromanlage sowie die Entwicklung von Stück- und Schüttgutterminals, des Ölhafens und des Liebherr-Standorts im Überseehafen sowie zahlreiche Projekte im Stadthafen.

Feierlicher Rammschlag für das Werftbecken Warnemünde: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, Hafenkapitän Falk Zachau und Ministerpräsidentin Manuela SchwesigAls weitere Planer dabei sind Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH, Plan Akzent Rostock und UGB Genehmigungsmanagement GmbH sowie die bauausführenden Firmen ARGE Züblin, Döring GmbH, SDL City Baumanagement und STRABAG AG.

Projektleiter ist Tobias Günzl, der seit 1999 bei INROS LACKNER arbeitet. Seine Expertise ist die Planung und Umsetzung komplexer Hafen- und Wasserbauprojekte. Am Standort Rostock ist Tobias Günzl für den Bereich Wasserbau zuständig.

Mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht bereits einer der ersten Ankernutzer des neuen Gewerbeparks fest. Auf 25.000 Quadratmetern Grundstücksfläche wird das „Rostock Offshore Quartier“ als multifunktionales Gebäudeensemble mit modernen Büros, Werkstätten und Materiallager direkt an der Kaikante entstehen. Dort sollen bis zu 180 Menschen in unterschiedlichen Funktionsbereichen des 50Hertz-Offshore-Betriebes arbeiten. Neben der Zentrale in Berlin und dem Regionalzentrum Mitte in Neuenhagen in Brandenburg wird dies der drittgrößte 50Hertz-Standort sein.

Das neue Gewerbegebiet soll insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Offshore-Windenergie, Netzinfrastruktur, maritime Energietechnik sowie weitere maritime Dienstleistungen anziehen.