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Sinkende Geburtenzahlen erfordern angepasste Kita-Bedarfsplanung

Pressemitteilung vom 03.06.2026 - Bildung und Wissenschaft / Umwelt und Gesellschaft


Archivmeldung:

Bitte beachten Sie, diese Meldung stammt aus dem Pressearchiv !
Der beschriebene Sachverhalt sowie Kontaktdaten und Zeitangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Perspektive der Kita „Flotte Waldkäfer“ wurde schon im November 2024 diskutiert

Die auch in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock deutlich gesunkenen Geburtenzahlen erfordern eine angepasste Kita-Bedarfsplanung. Darauf macht der Senatsbereich Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport noch einmal aufmerksam. Bis zum Jahr 2030 wird es in Rostock nach derzeitiger Prognose etwa 2.500 Kita-Plätze zu viel geben, die nicht benötigt werden und für die es keine Finanzierung gibt.

So war auch die langfristige Perspektive der Kindertagesstätte „Flotte Waldkäfer“ in Reutershagen bereits im November 2024 Gegenstand von Gesprächen zwischen der Stadtverwaltung und dem Träger der Einrichtung. Bereits damals waren die demografische Entwicklung mit deutlich sinkenden Kinderzahlen, die rückläufige Auslastung der Einrichtung sowie die Bedarfe des am gleichen Standort betriebenen Hortes absehbar.

Im März 2026 wurde der Träger dann nochmals darüber informiert, dass die Verwaltung die wirtschaftliche Perspektive der Einrichtung als äußerst kritisch bewertet. Die Auslastung der Krippen- und Kindergartenplätze lag zu diesem Zeitpunkt nur noch bei knapp über 50 Prozent. Vor diesem Hintergrund wurde dem Träger empfohlen, perspektivisch auf das Betreuungsangebot an diesem Standort zu verzichten. Die Stadtverwaltung schlug vor, den Betrieb der Krippe und des Kindergartens zunächst bis Ende August 2027 aufrechtzuerhalten und die notwendigen Übergänge für Kinder, Eltern und Beschäftigte gemeinsam vorzubereiten und zu organisieren.

Der Träger der Einrichtung hat sich aus auch für die Verwaltung nachvollziehbaren Gründen dazu entschieden, den Betrieb von Krippe und Kindergarten nun bereits ein Jahr früher, zum 31. August 2026, einzustellen. Die Eltern wurden hierzu durch den Träger während eines Elternabends informiert. Dabei wurde den Familien angeboten, bestehende Gruppenverbünde möglichst gemeinsam in die nächstgelegene Einrichtung des gleichen Trägers zu übernehmen, so der Kenntnisstand der Verwaltung.

Für alle betroffenen Kinder stehen im direkten Wohn- und Lebensumfeld ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze zur Verfügung. Die Stadtverwaltung wird daher nun gemeinsam mit den Trägern den Übergang gestalten, damit die Betreuung der Kinder nahtlos sichergestellt werden kann.

Auch der Kita-Stadtelternrat wurde zeitgleich mit dem Träger und der Einrichtungsleitung am 20. April 2026 über den Vorschlag der Verwaltung zum weiteren Umgang mit der Einrichtung informiert. Die Stadtverwaltung kann jedoch nur Empfehlungen aussprechen. Entscheidungen über den Betrieb einzelner Einrichtungen werden von den jeweiligen Trägern getroffen und auch die Kommunikation solcher Entscheidungen obliegt zunächst den Trägern selbst.

Ziel der Stadtverwaltung ist auch weiterhin ein transparenter und verlässlicher Prozess der Anpassung der Kita-Landschaft an die veränderte demografische Entwicklung. Der Jugendhilfeausschuss sowie weitere Gremien der Bürgerschaft wurden fortlaufend über den Stand der Bedarfsplanung und die daraus resultierenden Fragestellungen informiert. Ein Entwurf für die angepasste Kita-Bedarfsplanung liegt nun vor. Er wird jetzt in den zuständigen Gremien beraten und beschlossen werden. Dies ist dann die Grundlage für das weitere Verfahren zur Bewertung von Standorten und Kapazitäten.


Linktipp: Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock 2025 ff.
(Beschlussvorlage Nr. 2026/BV/1620)