Rostock lädt zum Welttag der Suizidprävention am 10. September ein
Der diesjährige Welttag der Suizidprävention am 10. September steht unter dem Motto „Changing the Narrative on suicide“, was so viel bedeutet wie bestehende, oft stigmatisierende Vorstellungen zu hinterfragen und Raum für offenere, mitfühlendere Gespräche zu schaffen. Das Motto lädt dazu ein, Geschichten von Hoffnung, Unterstützung und Prävention stärker in den Mittelpunkt zu stellen, damit Menschen in Krisen früher verstanden und erreicht werden. An diesem Gedenktag kommen Menschen weltweit zusammen und rufen zum gemeinsamen Handeln auf, um eine Welt zu schaffen, in der weniger Menschen durch Suizid sterben.
In Deutschland sterben jährlich mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Suizidrate über dem bundesweiten Durchschnitt. Um dieses Thema zu enttabuisieren und Betroffene sowie Angehörige zum Reden zu ermutigen, findet am Donnerstag, 10. September 2026, der Welttag Suizidprävention statt. In diesem Rahmen laden das Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP), die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universitätsmedizin Rostock (KJPP), die Ökumenische Telefonseelsorge, EX-IN MV e.V. zu einer Gedenkveranstaltung ein.
„Suizidprävention geht uns alle an. Durch offene Gespräche können wir Leben retten und zeigen, dass niemand mit seinen Sorgen allein bleiben muss. Das gilt auch für die Betagteren unter uns, deren Anteil bei den Suiziden in den letzten Jahren zugenommen hat. Im Jahr 2023 war fast jede oder jeder Zweite, die oder der Suizid beging, 65 Jahre oder älter. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung, der wir auch mit unseren Angeboten begegnen wollen“, erklärt Ronny Möckel, Leiter des Gesundheitsamtes Rostock. Herr Breitwieser von der KJPP ergänzt: „Wir erleben jeden Tag, dass Jugendliche auch schwerste Krisen bewältigen können. Suizidprävention beginnt deshalb nicht erst dann, wenn Lebensmut verloren geht, sondern dort, wo junge Menschen erleben, dass sie mit ihren Sorgen gesehen werden, dazugehören und wirksame Hilfe finden.“
Alle Rostockerinnen und Rostocker, Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, am Donnerstag, 10. September 2026, um 12 Uhr auf der Grünfläche an den äußeren Wallanlagen links neben dem WIRO-Parkhaus in der August-Bebel-Straße ein gemeinsames Signal der Hoffnung zu senden.
Hilfe bei Suizid-Gedanken
Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner.
Telefonseelsorge: Tel. 0800 1110111 und 0800 1110222 www.telefonseelsorge.de (auch E-Mail- sowie Chat-Beratung)
Beratung für Kinder und Jugendliche: Tel. 116111 www.nummergegenkummer.de (auch E-Mail-sowie Chat-Beratung)