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Hoffnung auf Nachwuchs bei den Asiatischen Wildeseln und erster Zuchterfolg bei den Fischottern

Meldung vom 20.08.2026 - Kultur, Freizeit, Sport

Hengst „Mushu“ zieht in den Zoo Rostock ein

Zuwachs auf der Kulan-Anlage im Zoo Rostock: Aus dem Tierpark Berlin ist am 10. August der zweijährige Hengst Mushu an die Ostseeküste gezogen. Als neuer Hoffnungsträger im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) soll das Wildesel-Männchen künftig für Nachwuchs bei den Rostocker Stuten sorgen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser stark gefährdeten Tierart leisten.

Der am 30. Mai 2024 geborene Hengst Mushu wird schrittweise eingewöhnt. Nach ersten Tagen im Stall und Vorgehege mit Sichtkontakt zur Herde folgte im nächsten Schritt die Zusammenführung mit den Stuten und dem Junghengst auf der Außenanlage.

"Wir sind sehr froh, dass Mushu gut bei uns angekommen ist. Er wurde uns vom Zuchtprogramm gezielt zugeteilt, da er genetisch hervorragend zu unseren Weibchen passt", erklärt Daniela Lahn, Kuratorin im Zoo Rostock. "Bei der Zusammenführung von Kulanen ist stets Fingerspitzengefühl gefragt. Die größte Herausforderung ist, dass sich die Tiere dabei nicht verletzen und die Herde Schritt für Schritt zueinanderfindet. Unser klares Ziel ist es, gesunde Fohlen aufzuziehen und so einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Wildesel zu leisten."

Nach der Eingewöhnung unter den Artgenossen lernt Mushu auch die Yaks kennen, mit denen sich die Kulane die weitläufige Anlage seit vielen Jahren teilen. Für die Besucherinnen und Besucher ist der Neuzugang bereits auf der Außenanlage zu sehen.

Gezielte Erhaltungszucht: Verantwortung für den Artenschutz
Aktuell leben im Zoo Rostock drei Kulan-Stuten. Während das älteste Weibchen mit 31 Jahren zu alt für die Zucht ist, bestehen für die beiden anderen durch Mushus Ankunft beste Aussichten auf künftigen Nachwuchs. Der Transport erfolgt auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Der Kulan (Equus hemionus kulan), eine Unterart des Asiatischen Wildesels, wird von der IUCN als stark gefährdet eingestuft. In der Natur führten vor allem Bejagung und der Verlust des natürlichen Lebensraums in den Steppen Zentralasiens zu einem massiven Rückgang der Bestände.

Obwohl es aktuell kein direktes Auswilderungsprojekt für den Rostocker Nachwuchs gibt, spielen Erhaltungszuchtprogramme eine Schlüsselrolle: Die Zoopopulation muss vorausschauend geschützt, gezüchtet und gesund gehalten werden, um die Grundlage für künftige Wiederansiedlungen zu schaffen. Mit der Ankunft von Mushu unterstreicht der Zoo Rostock genau diese Kernaufgabe moderner Zoos - die nachhaltige Sicherung der biologischen Vielfalt.

Im Otter-Gehege: Ein erster Zuchterfolg für den Zoo Rostock
Neben dem Neuzugang bei den Kulanen sorgt derzeit noch ein weiteres Highlight für Begeisterung: Erstmals in der Zoogeschichte gibt es Nachwuchs bei den Eurasischen Fischottern. Das Jungtier wurde am 27. Juni geboren.

Für die zweijährige Mutter Heidi (seit Februar 2025 in Rostock) ist es der erste Wurf - sie kümmert sich vorbildlich um den Nachwuchs. Vater Ivan bringt bereits Erfahrung aus Schweden mit, wo er schon erfolgreich Jungtiere gezeugt hat. Da die Aufzucht sehr harmonisch verläuft, wurde die Erstuntersuchung bewusst etwas nach hinten verschoben. Am 25. August wird ein Transponder gesetzt und die ersten Impfungen durchgeführt.

Das Geschlecht des Welpen steht bereits fest: Es ist ein Mädchen. Über die Social-Media-Kanäle des Zoo Rostock können Zoo-Fans bis zum 24. August für ihren Lieblingsnamen abstimmen. Zur Auswahl stehen Vorschläge der Tierpflegerinnen und -pfleger.

Schritt für Schritt ins kühle Nass
Fischotter kommen blind und taub mit nur rund 100 Gramm Gewicht zur Welt. Nach etwa vier Wochen öffnen sich die Augen, und ab der achten Woche wagt sich der Nachwuchs erstmals aus der Höhle. Dann geht es schrittweise an das Element Wasser: Auch wenn Fischotter das Schwimmen im Blut haben, muss der Bewegungsablauf erst geübt werden - notfalls hilft die Mutter mit einem sanften Schubser nach. Bis Zoogäste das Jungtier tagsüber beobachten können, braucht es noch etwas Geduld. Vorerst zeigt sich der Nachwuchs vor allem in den Dämmerungsstunden.

Wichtiger Beitrag zum Artenschutz
Der erste Rostocker Zuchterfolg bei den Fischottern ist ein wertvoller Baustein für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP), von dem der Zoo Rostock auch die offizielle Zuchtempfehlung für das Paar Ivan und Heidi erhalten hat. Während der Eurasische Fischotter weltweit aufgrund seiner weiten Verbreitung nicht als gefährdet gilt, war er in Deutschland bis auf wenige Gebiete im Osten nahezu ausgerottet. Seit 1990 erholen sich die Bestände erfreulicherweise wieder deutlich, und viele ursprüngliche Lebensräume werden neu besiedelt. Dennoch bleiben Schutzmaßnahmen unverzichtbar. Die größte Gefahr geht nach wie vor vom Straßenverkehr aus, dem regelmäßig Tiere beim Überqueren von Straßen an Gewässerläufen zum Opfer fallen.