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Große Befragung zur Stadtbibliothek Rostock von Übermorgen

Pressemitteilung vom 26.08.2026 - Bildung und Wissenschaft

„In meiner idealen Bibliothek der Zukunft würde ich mich mit meinen Freunden treffen um in dem Tonstudio der Bibliothek einen gemeinsamen Song aufzunehmen. Es gibt verschiedene Lesewelten in großen Glaskugeln und ich wähle eine mit Pflanzen, Bänken und Vogelgezwitscher – die perfekte Atmosphäre zum Lesen. Dorthin bringt mir ein Roboter das Buch meiner Wahl.“ So oder so ähnlich könnte sich Noah aus der 6. Klasse die ideale Bibliothek der Zukunft vorstellen. Seine Klassenkameradinnen finden das ähnlich gut und wünschen sich ebenso vielfältige Angebote in der Bibliothek, über den Verleih von Medien hinaus. 

Entstanden sind ihre Ideen im Rahmen des großangelegten Beteiligungsprozesses „Stadtbibliothek Rostock Übermorgen – wir machen den Raum auf“. Dieser findet derzeit in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtbibliothek Rostock und der Stabsstelle „Mitwirkung und Bürgerbeteiligung“ statt und wird durch das Förderprojekt „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ ermöglicht. Ziel des Prozesses ist es, eine Vision für die Stadtbibliothek Rostock der Zukunft zu entwickeln. Dafür wurden in der ersten Phase bereits die Ideen und Wünsche von fast 400 Rostockerinnen und Rostockern in 20 verschiedenen Beteiligungsformaten gesammelt. Und das über ganz Rostock verteilt und über alle Altersgruppen hinweg.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Das Buch und der Medienverleih bleiben die zentrale Identität. Aber ebenso wichtig ist heute der Raum selbst: Die befragten Menschen wünschen sich einen Ort zum Verweilen, gemütliche Sitzecken, „ein Ort zum Rumhängen, ohne bewertet zu werden", dazu Ruhezonen zum Lesen und Lernen – aber auch Bereiche, in denen man laut sein darf. Eine Antwort darauf ist nicht, eine einzige Regel für alle zu setzen, sondern verschiedene Zonen für verschiedene Bedürfnisse zu schaffen. Fast ebenso oft ging es um Verpflegung. Ein Café, ein kostenloser Wasserspender oder wenigstens ein Automat für Getränke oder Snacks – für viele ist das die Grundbedingung, um überhaupt länger zu bleiben. Eng damit verbunden sind ganz handfeste Wünsche: Ein angenehmes Raumklima (an heißen Tagen ist es vielen schlicht „zu warm in der Bibliothek"), saubere und kostenlose Toiletten sowie buchbare Gruppen- und Arbeitsräume für Lernende, Vereine und alle, die konzentriert arbeiten wollen.

Deutlich wurde auch: Die Bibliothek wird als sozialer Ort gedacht, der weit über das Ausleihen hinausgeht – als Treffpunkt gegen Einsamkeit, als Möglichkeitsraum für Begegnung, Kurse und Vereine. Zugleich zeigte sich eine unsichtbare Hürde: Viele wissen gar nicht genau, was die Bibliothek alles bietet. Dieses Nichtwissen wirkt für sich schon als Barriere.

Die Kinder hatten besonders lebhafte Ideen: Lesehöhlen zum Verkriechen, Sitzsäcke und Hängematten, Themenräume wie ein U-Boot oder ein Raumschiff, Platz zum Spielen – und die Bitte: „Dass ihr immer offenbleibt und nie schließt." Durch das Konzept der Open Library und die Automatisierung von Verleih und Rückgabe, wäre dies in Zukunft möglich. 

Wie geht es weiter? 

In der zweiten Phase des Prozesses werden die vielfältigen Ergebnisse der persönlichen Beteiligung in einer stadtweiten Bürgerbefragung überprüft: Welche Ideen finden Sie auch attraktiv? Was könnte Sie in Zukunft in die Bibliothek locken oder welche Räume gehören für Sie zu einer modernen Bibliothek?

Vom 1. bis zum 30. September 2026 können nun alle Interessierten an der Befragung zur Zukunft der Stadtbibliothek Rostock teilnehmen. Bei einer großen Zukunftswerkstatt am 6. und 7. November werden schließlich alle Ergebnisse (sowohl aus den Bürgerbeteiligungsformaten als auch aus der Befragung) präsentiert. An diesen zwei Tagen ist Gelegenheit zum Austausch und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!