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Stillen braucht Unterstützung: Rostock lädt zum 5. Stilltag in die Volkshochschule ein

Pressemitteilung vom 14.09.2026 - Rathaus / Bildung und Wissenschaft

Knapp 90 Prozent der Schwangeren möchten ihr Kind stillen. Doch nach vier Monaten werden nur noch rund 40 Prozent der Babys ausschließlich gestillt. Darauf weist die vom Robert Koch Institut erhobene „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ hin. Diese Lücke zeigt: Der Wunsch zu stillen allein reicht häufig nicht aus. Wissen, kompetente Beratung, Unterstützung durch das persönliche Umfeld und stillfreundliche Rahmenbedingungen können entscheidend dafür sein, ob Frauen so lange stillen können, wie sie gerne es möchten. Darauf macht die Weltstillwoche aufmerksam, die in Deutschland traditionell in der 40. Kalenderwoche und damit in Anlehnung an die rund 40 Wochen einer Schwangerschaft veranstaltet wird. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock setzt sich gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern dafür ein, Familien frühzeitig zu informieren und Frauen beim Stillen zu unterstützen.

„Wenn sich so viele Frauen vor der Geburt vornehmen zu stillen und ein erheblicher Teil dieses Vorhaben bereits in den ersten Monaten aufgibt, sollten wir genauer hinschauen. Stillen darf keine Frage guter Voraussetzungen oder des sozialen Umfelds sein. Frauen, die stillen möchten, brauchen verlässliche Unterstützung. Als Stadt wollen wir dazu beitragen, dass Familien von Anfang an gute Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen ihrer Kinder vorfinden“, sagt Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.

Anlässlich der Weltstillwoche laden der Landeshebammenverband Mecklenburg-Vorpommern, das Gesundheitsamt, das Amt für Planung und Finanzen – Jugend und Soziales sowie die Volkshochschule der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zum 5. Rostocker Stilltag am 23. September 2026 von 14 bis 17 Uhr in die Aula der Volkshochschule Rostock ein. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Zuge der Veranstaltung wird um 14 Uhr die Fotoausstellung „Stillen – deine Superkraft“ eröffnet. Darüber hinaus erhalten Familien Informationen zu unterschiedlichen Themen, zum Beispiel, wie guter Stillstart gelingen kann.

Stillen bietet gesundheitliche Vorteile für Kind und Mutter. Muttermilch ist an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst, versorgt ihn mit wichtigen Nährstoffen und enthält Bestandteile, die das Immunsystem unterstützen. Für die Mutter ist Stillen unter anderem mit einem geringeren Risiko für Brust- und Eierstockkrebs verbunden. Zudem kann Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind fördern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und anschließend neben geeigneter Beikost bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus weiter mit Muttermilch zu versorgen. 

Doch Stillen ist nicht immer ein Selbstläufer. Rund die Hälfte der stillwilligen Frauen berichtete in der deutschen SuSe-II-Studie (Stillen und Säuglingsernährung in Deutschland) über Stillprobleme. Dazu zählen beispielsweise wunde Brustwarzen, Schwierigkeiten des Kindes beim Trinken oder die Sorge, das Kind nicht ausreichend versorgen zu können. „Gerade die ersten Tage und Wochen können entscheidend sein. Frauen brauchen in dieser Zeit keine zusätzlichen Erwartungen, sondern verlässliche Informationen, kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und die Sicherheit, bei Schwierigkeiten schnell Hilfe zu bekommen“, betont Kristin Schünemann, Koordinatorin für Gesundheitsförderung im Rostocker Gesundheitsamt und ergänzt: „Stillförderung bedeutet für uns deshalb auch Chancengleichheit: Unterstützung muss niedrigschwellig sein und alle Familien erreichen.“

Auch Hebamme und Stillberaterin Kathrin Herold, Mitglied des Netzwerks Stillförderung Rostock, weiß aus der Praxis, wie wichtig frühzeitige Unterstützung ist: „Viele Schwierigkeiten lassen sich auffangen, wenn Frauen gut vorbereitet sind und bei den ersten Problemen fachkundige Hilfe erhalten. Stillen muss gelernt werden dürfen. Unser Ziel ist nicht, Mütter unter Druck zu setzen, sondern ihnen das Wissen, die Unterstützung und das Vertrauen zu geben, ihren eigenen Weg zu finden. Wer stillen möchte, sollte bestmöglich dabei begleitet werden.“

Damit diese Unterstützung möglichst früh beginnt, bietet das Netzwerk Stillförderung Rostock im Herbst zusätzlich kostenfreie Stillvorbereitungskurse für werdende Mütter an. Die Kurse finden am 22. September von 15 bis 16.30 Uhr in der Volkshochschule am Kabutzenhof 22a, am 27. und 30. Oktober von 13.30 bis 15 Uhr im SBZ „Twinkelhus“ in Toitenwinkel sowie am 12. und 13. November von 15 bis 16.30 Uhr im Freizeittreff Südpol in der Südstadt statt.

Die Teilnehmerinnen erfahren unter anderem, wie sich typische Schwierigkeiten bewältigen lassen. Gleichzeitig bieten die Kurse Raum für Fragen und den Austausch mit anderen werdenden Müttern.