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Kunsthalle Rostock eröffnet Ausstellung über Abschied, Erinnerung und Hoffnung

Meldung vom 21.09.2026 - Kultur, Freizeit, Sport

Wer bin ich dank dir? Trauer(er)leben im 21. Jahrhundert

Sterben, Verlust und Trauer gehören zu den wenigen Erfahrungen, die alle Menschen verbinden - und doch werden sie im Alltag häufig ausgeblendet. Die Kunsthalle Rostock widmet sich diesem existenziellen Thema mit der Ausstellung "Wer bin ich dank dir? - Trauer(er)leben im 21. Jahrhundert", die vom 3. Oktober bis 29. November 2026 zu sehen ist. Dabei geht es nicht allein um das Ende des Lebens, sondern vor allem um die Frage, wie Beziehungen, Erinnerungen und Verlusterfahrungen die eigene Identität prägen.

Die Ausstellung beschreitet einen ungewöhnlichen Weg. Sie verbindet kreative Ausdrucksformen mit persönlichen Lebensgeschichten, dokumentarischen Beiträgen und interaktiven Stationen. Besucher begegnen Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, ebenso wie Personen, die sich mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Interviews, Fotografien und Objekte des Erinnerns eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Trauer und Abschied. Mitmachangebote regen dazu an, über das eigene Leben, über Erinnerungen und Wünsche nachzudenken. Der Fokus verschiebt sich dabei bewusst von der Frage "Wer bin ich ohne dich?" hin zu "Wer bin ich dank dir?".

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal der Ausstellung ist ihre enge Verzahnung von Kunsthandwerk, gesellschaftlichem Diskurs und konkreter Lebens- und Trauerhilfe. Die gezeigten Exponate stammen überwiegend aus dem persönlichen Umfeld betroffener Menschen und wurden gemeinsam mit einem breit aufgestellten Netzwerk aus den Bereichen Hospizarbeit, Trauerbegleitung und Bestattungskultur zusammengetragen.

Dadurch entsteht kein klassischer Museumsrundgang, sondern ein Erfahrungsraum, der unterschiedliche Zugänge zu einem oft tabuisierten Thema eröffnet und Betroffene ebenso wie Angehörige anspricht.
Das Projekt wird in Kooperation mit seinen Initiatoren realisiert, den Trauerbegleiterinnen Anika Bull von Emotionsbewegung® und Andrea Schürgut von Feuermale sowie dem Rostocker Bestattungsunternehmer Paul Bruhn. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche Hospizdienste, Vereine, Kirchengemeinden, Seelsorger und weitere Akteure aus Mecklenburg-Vorpommern am umfangreichen Begleitprogramm. Vorträge, Workshops, Filmvorführungen, Gesprächsrunden und Podiumsdiskussionen schaffen Möglichkeiten zum Austausch und vermitteln zugleich praktische Hilfsangebote für Menschen, die selbst von Verlust betroffen sind oder Trauernde begleiten.

Den emotionalen Höhepunkt bildet die raumgreifende Installation "Für immer verbunden". Hunderte weiße Papierkraniche, beschriftet mit den Namen Verstorbener, schweben scheinbar schwerelos durch den Raum und verwandeln ihn in einen Ort des Erinnerns und Innehaltens. Besucher können während der gesamten Ausstellungsdauer weitere Kraniche hinzufügen und vermisste Angehörige zum Teil der Installation machen.

Parallel präsentiert die Kunsthalle Rostock Werke der international renommierten japanischen Künstlerin Chiharu Shiota, deren Installationen sich seit vielen Jahren mit Erinnerung, Vergänglichkeit und menschlichen Beziehungen auseinandersetzen. Die Präsentation ergänzt die Hauptausstellung um eine eigenständige künstlerische Perspektive.

Mit Projekten wie "Wer bin ich dank dir?" zeigt die Kunsthalle Rostock einmal mehr ihr besonderes Profil. Neben Ausstellungen international bedeutender Künstlerinnen und Künstler sowie der konsequenten Förderung des künstlerischen Nachwuchses widmet sich das Haus regelmäßig Themen, die unmittelbar aus dem Alltag der Stadtgesellschaft erwachsen und zugleich eine überregionale gesellschaftliche Relevanz besitzen. Die Verbindung von zeitgenössischer Kunst, kultureller Bildung und gesellschaftlichem Dialog macht die Kunsthalle Rostock zu einem Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern als Impuls für Begegnung, Reflexion und Teilhabe erlebt werden kann.

Trauer neu denken: Kunsthalle Rostock eröffnet Ausstellung über Abschied, Erinnerung und Hoffnung

Wer bin ich dank dir? Trauer(er)leben im 21. Jahrhunder

Laufzeit: 3. Oktober bis 29. November 2026 | Erdgeschoss, Kunsthalle Rostock
Ausstellungseröffnung: 02.10.2026 | 18 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr

Förderung und Unterstützung

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit den Trauerbegleiterinnen Anika Bull von Emotionsbewegung® und Andrea Schürgut von Feuermale sowie dem Bestatter Paul Bruhn. Kooperationspartner sind das Onkologische Zentrum des Klinikums Südstadt Rostock sowie die Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie, Stammzelltherapie und Palliativmedizin der Universitätsmedizin Rostock

Die Kunsthalle Rostock gGmbH wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern, die Nordwasser GmbH, die OSPA-Stiftung den Verein "Freunde der Kunsthalle Rostock e. V.", die ROSTOCK PORT GmbH, die Stadtwerke Rostock AG und die Wall GmbH.
Gesundheitspartner: Klinikum Südstadt Rostock, Kulturpartner: NDR Kultur