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Neues Kempowski-Ufer ist fertig – Rostock rückt näher ans Wasser

Pressemitteilung vom 09.10.2026 - Umwelt und Gesellschaft

Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurde die neugestaltete Promenade am 9. Oktober eröffnet – rund 22 Millionen Euro in moderne Hafeninfrastruktur und mehr Aufenthaltsqualität investiert

Ein wichtiger Abschnitt bei der Neugestaltung des Rostocker Stadthafens ist geschafft: Heute (9. Oktober 2026) wurde das grundlegend sanierte und neugestaltete Kempowski-Ufer offiziell eröffnet. Nach knapp zweijähriger Bauzeit steht die Promenade damit wieder zur Verfügung. Im November werden auf den entstandenen Grünflächen Bäume gepflanzt. Rund 22 Millionen Euro hat die Hanse- und Universitätsstadt Rostock in die Erneuerung der Kaikante und die Aufwertung des Uferbereichs investiert.

„Endlich wird aus der Baustelle wieder ein Ort zum Flanieren, Verweilen und Genießen. Die neue Ebene direkt am Wasser, die Sitzstufen und die zusätzlichen Aufenthaltsflächen verändern das Kempowski-Ufer spürbar. Für mich gehört der Stadthafen zu den Orten, an denen man wunderbar den Kopf frei bekommt – und ich freue mich sehr, dass wir den Rostockerinnen und Rostockern jetzt ein großes Stück davon schöner und moderner zurückgeben können“, unterstreicht Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.

„Mein Dank gilt allen beteiligten Unternehmen und Planungsbüros, unserem Hafen- und Seemannsamt, der RGS, Nordwasser und allen weiteren Partnerinnen und Partnern. Besonders bedanken möchte ich mich aber auch bei den Anliegern und vor allem den Gastronominnen und Gastronomen. Lärm, Staub, Absperrungen und Umwege unmittelbar vor der eigenen Tür waren über viele Monate eine erhebliche Belastung. Auch Radfahrerinnen und Radfahrer mussten immer wieder Umwege in Kauf nehmen. Danke für die Geduld und das Verständnis“, so die OB.

An Planung und Umsetzung der umfangreichen Baumaßnahme waren zahlreiche Partner beteiligt. Die Planung der neuen Kaikante lag beim Ingenieurbüro INROS Lackner SE. Ausgeführt wurden die Arbeiten an der Kaianlage von der Arbeitsgemeinschaft Ed. Züblin AG und Colcrete Wasserbau GmbH. Für die Freianlagenplanung zeichnet die ARGE A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH und Holzer Kobler Architekturen GmbH verantwortlich. Das Hafen- und Seemannsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock verantwortete die Erneuerung der Kaikante, die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) die Gestaltung der Oberflächen.

Neue Kaikante ersetzt marode Anlage aus den 1960er-Jahren

Die grundhafte Sanierung war dringend erforderlich. Die alte Kaianlage stammte aus den 1960er-Jahren, ihre Spundwände waren inzwischen stark sanierungsbedürftig und die Hafenanlage konnte zuletzt nicht mehr vollumfänglich genutzt werden.

Die Dimension der Arbeiten zeigt sich auch in den verbauten Mengen: Auf rund 450 Metern Länge wurde eine neue Spundwand errichtet und im Baugrund rückverankert. Rund 1.365 Tonnen Spundwandstahl, 20.500 Tonnen Verfüllsand, 270 Tonnen Bewehrungsstahl und 1.550 Kubikmeter Beton wurden dafür verbaut. Die Spundwände und ihre Verankerungen wurden über den Wasserweg zur Baustelle transportiert und von der Wasserseite aus eingebaut.

Auch unterhalb und hinter der neuen Promenade wurde umfangreich in die Infrastruktur investiert. Rund 1.300 Meter Stromkabel und 500 Meter Trinkwasserleitungen wurden neu verlegt. Gemeinsam mit Nordwasser wurden zudem fünf Regenwassersammler erneuert. Sie können bis zu 3.000 Liter Regenwasser je Sekunde bei Starkregen in die Warnow ableiten.

Herzstück der sichtbaren Neugestaltung ist die rund 200 Meter lange tieferliegende Geh-Ebene mit der neuen Sitzstufenanlage. Sie bringt die Rostockerinnen und Rostocker näher an die Warnow und schafft unmittelbar am Wasser einen neuen Aufenthaltsbereich. Auch die technische Infrastruktur der Liegeplätze wurde modernisiert. Neue Strom- und Trinkwasseranschlüsse stehen künftig für die Schifffahrt zur Verfügung.

Neue Marina „Ocean's End“

Neu gestaltet wurde auch die Marina „Ocean's End“. Aus bisher vier einzelnen Steganlagen ist eine zusammenhängende Marina entstanden. Auch hier wurden die 120 Liegeplätze für Boote bis 20 Meter Länge und bis zu 3,80 Meter Tiefgang mit modernen Medienanschlüssen ausgestattet. Die Anlage ist städtisch, wird aber an einen privaten Betreiber verpachtet.

„Mit der Fertigstellung des Kempowski-Ufers haben wir nicht nur eine dringend notwendige Sanierung unserer Hafeninfrastruktur abgeschlossen. Wir haben einen öffentlichen Raum geschaffen, der die Warnow stärker in die Stadt holt und gleichzeitig die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Stadthafens verbessert“, sagt Finanzsenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski. „Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur im Zusammenspiel vieler Beteiligter. Deshalb danke ich allen Unternehmen, Planerinnen und Planern, den Beschäftigten der Stadtverwaltung und unseren Partnern für ihre Arbeit. Mein besonderer Dank gilt auch dem Land Mecklenburg-Vorpommern für die finanzielle Unterstützung des Vorhabens mit 11,9 Millionen Euro.“


Linktipp: Rostocker-Oval/Stadthafen