Home
Navigation

Ein Film aus den letzten Tagen des DDR-Fernsehens: Die „Leichenoper“ in der Kunsthalle Rostock

Meldung vom 22.10.2026 - Kultur, Freizeit, Sport / Bildung und Wissenschaft

Die Kunsthalle Rostock zeigt die außergewöhnliche Fernsehaufzeichnung „Der süße Duft kommt nicht von Rosen“, bekannt als „Leichenoper“. Der Film aus dem Jahr 1990 ist ein besonderes Zeitdokument der Wendezeit. Im Anschluss gibt es ein Gespräch über die Entstehung des Werks.

Ein Stück deutsch-deutscher Kulturgeschichte kommt auf die Leinwand: Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, zeigt die Kunsthalle Rostock die Fernsehaufzeichnung „Der süße Duft kommt nicht von Rosen“, bekannt als „Leichenoper“. Die Produktion entstand 1990 beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) und zählt zu den letzten Produktionen des Unterhaltungsfernsehens der DDR. Ihre Erstausstrahlung am 8. Oktober 1990, nur drei Tage nach Inkrafttreten des Einigungsvertrags, macht sie zu einem außergewöhnlichen filmischen Zeitzeugnis des gesellschaftlichen Umbruchs.

Die Geschichte der „Leichenoper“ begann bereits 1989. Studierende der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ entwickelten eine eigenwillige Songoper, die im April desselben Jahres in Ost-Berlin uraufgeführt und zunächst unterbunden wurde. Nach der politischen Wende konnte das Stück öffentlich aufgeführt werden und fand seinen Weg unter anderem ans Deutsche Theater Berlin. Die Fernsehaufzeichnung bewahrt die ursprüngliche Besetzung und damit einen besonderen Moment ostdeutscher Theater- und Fernsehgeschichte. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Rohmayer, das eines Morgens die Leiche des Bürgermeisters im eigenen Schlafzimmer entdeckt. Aus dieser grotesken Ausgangssituation entwickelt sich eine bissige Satire über Macht, Moral, Karriere und Opportunismus. Mit frechen Texten und eingängiger Musik verbindet das Stück unterhaltsames Musiktheater mit einem kritischen Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse.

Dass die Aufzeichnung in den letzten Monaten des DDR-Fernsehens entstand, verleiht ihr bis heute eine besondere Bedeutung. Sie zeigt, wie junge Künstlerinnen und Künstler ihre Erfahrungen und ihren Frust über ein politisches System in eine eigenständige, humorvolle und subversive Kunstform übersetzten. Zugleich dokumentiert der Film eine Zeit, in der sich die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend veränderten.
Die Vorführung in der Kunsthalle Rostock bietet Gelegenheit, dieses außergewöhnliche Werk wiederzuentdecken. Im Anschluss an den Film sprechen der Komponist und weitere Beteiligte über die Entstehung der Oper und ihrer Fernsehaufzeichnung.

Filmvorführung „Der süße Duft kommt nicht von Rosen“, genannt „Leichenoper“, mit anschließendem Gespräch

Samstag, 31. Oktober 2026, 19 bis 21 Uhr; Einlass ab 18.30 Uhr
Kunsthalle Rostock, Hamburger Straße 40, 18069 Rostock

Eintritt: Vorverkauf 15 Euro regulär, 10 Euro ermäßigt; Abendkasse 18 Euro
Tickets: über MV-Ticket<https://customer07.ticketing.cloud.sap/shop> und an der Museumskasse

Weitere Informationen: www.kunsthallerostock.de