Kunsthalle Rostock lädt am 30. Oktober zur Buchvorstellung in die laufende Retrospektive ein
Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, liest der Autor Dr. Wolf Karge um 18:30 Uhr in der Kunsthalle Rostock aus seiner Biografie „Hedwig Holtz-Sommer. Auf das Menschliche kommt es an …“. Die 2025 erschienene Monografie bündelt neue Forschungsergebnisse zu Leben und Werk der Malerin. Sie bildet auch den Anlass für die Retrospektive, die die Kunsthalle Rostock der Künstlerin noch bis zum 22. November 2026 widmet. Der Einlass beginnt um 18:00 Uhr.
Hedwig Holtz-Sommer (1901–1970) ließ sich 1934 in Wustrow auf dem Fischland nieder und zählt zur dritten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie. Bekannt wurde sie zunächst mit eindringlichen Porträts. Später entstanden fein nuancierte Landschaftsaquarelle der Region, farbenprächtige Blumenstillleben und sensible Darstellungen von Menschengruppen. Eine besondere Stellung nehmen ihre Zeichnungen und Illustrationen ein, die durch ihre Reduktion eine außergewöhnliche Klarheit entfalten. Mit mehr als 130 Werken aus den 1920er- bis 1960er-Jahren zeichnet die Ausstellung einen Lebensweg nach, der sich über Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und DDR erstreckt. Die Kunsthalle Rostock zeigt Hedwig Holtz-Sommer dabei nicht allein als bedeutende Malerin des Fischlands. Sie steht zugleich für eine Generation von Künstlerinnen, die sich ihren Platz in einer überwiegend männlich geprägten Kunstwelt in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen erarbeiten mussten. Ihr Werk eröffnet so Einblicke in die (ost-)deutsche Kunst-, Sozial- und Frauengeschichte des 20. Jahrhunderts.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf ihrem Schaffen in der DDR. In einem Notat aus dem Jahr 1958 beschreibt die Künstlerin ihren inneren Konflikt. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, sei sie auf „Brotarbeit“ angewiesen gewesen, während die Kunst, die ihrem eigenen Anspruch entsprach, häufig „in einem Geheimfach liegen bleiben“ musste. Dieses Bild steht für eine Künstlerin, die trotz kulturpolitischer Vorgaben stets den Menschen ins Zentrum stellte. Es macht die Handlungsspielräume einer freischaffenden Künstlerin in der DDR anschaulich.
Die Biografie verfasste Dr. Wolf Karge auf Grundlage gemeinsamer Recherchen mit den Erben, Dr. Renate Billinger-Cromm, Gabi Raskop und Melanie Ohst. Herausgegeben wurde sie vom Kunstverein Ribnitz-Damgarten e. V. sowie von Antje und Jost Vormelker. Das Buch erschien in der edition fischerhuder kunstbuch und ist im Shop der Kunsthalle Rostock für 29 € erhältlich.
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr Eintritt | 6 EUR und 4 EUR ermäßigt
Förderung und Unterstützung
Wir danken dem Verein "Freunde der Kunsthalle Rostock e. V." für die Unterstützung des Ausstellungsprojektes. Das Begleitprogramm und die Ausstellung wird unterstützt durch die WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH. Die Kunsthalle Rostock gGmbH wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern, die ROSTOCK PORT GmbH, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG. Gesundheitspartner: Klinikum Südstadt Rostock, Kulturpartner: NDR Kultur