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15 Jahre Pflegestützpunkte in Rostock 

Pressemitteilung vom 30.10.2026 - Umwelt und Gesellschaft

Beratung gibt Orientierung und entlastet Angehörige

Seit 15 Jahren unterstützen die Pflegestützpunkte der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Menschen, die Fragen rund um Pflege und Unterstützung haben. Am 28. Oktober wurde das Jubiläum im Rostocker Rathaus gefeiert. Bei einer Festveranstaltung, einem Markt der Möglichkeiten im Rathausfoyer sowie praxisnahen Workshops standen Information, Austausch und konkrete Hilfen für den Pflegealltag im Mittelpunkt. Wie wichtig eine verlässliche Anlaufstelle bei einem Pflegebedarf ist, zeigen die steigenden Beratungszahlen: An den beiden Rostocker Standorten wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5.922 Beratungen durchgeführt. Im Jahr 2023 waren es noch 4.850. Das entspricht einem Anstieg um rund 22 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

„Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, bedeutet das häufig einen tiefen Einschnitt im Leben: Für die Betroffenen ebenso wie für ihre Familien. Dabei wird oft übersehen, wie anspruchsvoll die Arbeit der Mitarbeitenden in unseren Pflegestützpunkten ist. Sie beraten nicht nur fachlich fundiert, sondern begleiten Menschen auch in emotional schwierigen Lebenssituationen. Mein Dank gilt deshalb allen, die sich täglich für pflegebedürftige Menschen in Rostock einsetzen. Den Mitarbeitenden der Pflegestützpunkte ebenso wie den betroffenen Familien“, unterstreicht Steffen Bockhahn, Rostocks Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport.  

„Hinter jeder Beratung stehen Menschen und Familien, die Antworten auf drängende Fragen suchen“, betonte die Staatssekretärin des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sylvia Grimm, bei der Festveranstaltung. Gute Beratung sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Pflegebedürftige möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können und Angehörige Unterstützung erhalten, bevor sie an ihre Belastungsgrenzen geraten. Sie betonte zudem, dass ältere Menschen nicht automatisch pflegebedürftig sind und Pflege keineswegs nur ältere Menschen betrifft. Auch viele Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern übernehmen bereits in jungen Jahren Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige und sind damit selbst von den Herausforderungen der Pflege betroffen.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten es in Rostock gibt, konnten die Besucherinnen und Besucher auf dem Markt der Möglichkeiten kennenlernen. Verschiedene regionale Einrichtungen und Beratungsangebote standen für Gespräche zur Verfügung. Mit dabei waren unter anderem die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, der Ambulante Hospizdienst Rostock, das Ambulante Therapiezentrum der Universitätsklinik Rostock, PfiFf – Pflege in Familien fördern sowie die Selbsthilfekontaktstelle.

Ergänzend vermittelten zwei Workshops Wissen und praktische Anregungen für den Alltag. Kerstin Paprzik von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, gab in ihrem Basisvortrag Einblicke in das Thema Demenz. Anschließend zeigte Christian Schmidt vom Ambulanten Therapiezentrum der Universitätsklinik Rostock, wie Mobilität erhalten und das Sturzrisiko durch gezielte Maßnahmen verringert werden können.

Der Pflegestützpunkt Rostock Nord nahm am 25. Juni 2011 als dritte Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern seine Arbeit auf. Im Jahr 2013 kam die Außenstelle in der Südstadt hinzu. Seitdem bieten die Pflegestützpunkte Orientierung bei Fragen zu Pflegegraden, Leistungsansprüchen und passenden Unterstützungsangeboten. Die Beratung ist kostenlos, unabhängig und auf die individuelle Lebenssituation ausgerichtet. Ziel ist es, gemeinsam mit den Ratsuchenden passende Hilfen zu finden, Ansprüche verständlich zu machen und die Organisation der Pflege zu erleichtern.

Mit ihrem Jubiläum machen die Rostocker Pflegestützpunkte deutlich, wie wichtig eine gut vernetzte Beratungs- und Unterstützungsstruktur ist. Denn Pflege betrifft nicht nur die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, sondern auch ihre Familien und das persönliche Umfeld. Wer sich frühzeitig informiert und beraten lässt, kann Unterstützungsmöglichkeiten besser nutzen und die Pflege gemeinsam verlässlicher gestalten.