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Neue Sonderausstellung „Ordnung muss sein!? – Einblicke in „Eine Stadtgeschichte der Regeln und Verbote“ im Kulturhistorischen Museum Rostock

Pressemitteilung vom 03.11.2026 - Bildung und Wissenschaft / Kultur, Freizeit, Sport

Wo hört die Freiheit des Einzelnen auf, wo beginnt die Verantwortung für die Gemeinschaft? Und wer entscheidet eigentlich, was sich gehört? Die Sonderausstellung „Ordnung muss sein!? Eine Stadtgeschichte der Regeln und Verbote“ im Kulturhistorischen Museum Rostock lädt dazu ein, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Vom 15. November 2026 bis zum 21. Februar 2027 zeigt sie, wie Regeln und Verbote das Leben in Rostock über Jahrhunderte geprägt haben und was ihre Geschichte über die Gesellschaft heute verrät. 

Ob strenge Kleiderordnungen, komplizierte Tischsitten oder staatliche Eingriffe in das Privatleben: Was zu einer bestimmten Zeit als notwendig, anständig oder verboten galt, konnte sich grundlegend wandeln. Im historischen Rostock regelten städtische Verordnungen nahezu alle Lebensbereiche. Sie bestimmten, wie viel Luxus erlaubt war, wann gefeiert werden durfte und wie sich die Menschen zu kleiden hatten. Dabei ging es nicht nur um Ordnung und Sicherheit, sondern auch um Frömmigkeit, wirtschaftliche Interessen und die Festigung gesellschaftlicher Rangordnungen. Während wohlhabende Kaufleute und Ratsherren sich mehr leisten durften, galten für andere strengere Grenzen.

Das Kuratorenteam der wissenschaftlich Mitarbeitenden Svenja Gierse und Ullrich Klein zeigt in der Ausstellung historische Originaldokumente, Fotografien, Textilien und interaktive Stationen, welche die Geschichte der Regeln anschaulich machen und zum Entdecken einladen. Dabei schlägt die Ausstellung immer wieder eine Brücke in die Gegenwart: Ist die Jogginghose im Museum angemessen? Wie verändern sich Moralvorstellungen? Und wie wird heute die Balance zwischen notwendigen Regeln und individuellen Freiheiten empfunden?

„Regeln sind weit mehr als Vorschriften auf Papier. Sie spiegeln die Werte und Machtverhältnisse ihrer Zeit, können Menschen schützen, aber auch ausgrenzen und unterdrücken“, betont Svenja Gierse. „Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass Regelbrüche gesellschaftlichen Wandel anstoßen können. Wir möchten dazu einladen, die eigene Vorstellung von Ordnung zu hinterfragen und darüber ins Gespräch zu kommen“, fügt Ullrich Klein hinzu. Die Ausstellung macht deutlich: Regeln sind menschengemacht und niemals unveränderlich. Ihre Geschichte ist deshalb auch eine Geschichte gesellschaftlicher Aushandlung und der Freiheit, über Ordnung und Verbote offen zu diskutieren. 

Regelmäßige Donnerstagsführungen um 17 Uhr bereichern die Sonderausstellung und bieten die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Die erste Führung findet bereits am Sonntag, 15. November 2026, um 11 Uhr unter Leitung des Kuratorenteams statt. 

Alle Interessierten sind zur feierlichen Eröffnung der neuen Sonderausstellung am Samstag, 14. November 2026, um 17 Uhr eingeladen.