Schulessen in eigener Hand: Rostocks Mittagsmatrosen eröffnen neue Zentralküche
Pressemitteilung vom
Städtisches Unternehmen produziert seit Schuljahresbeginn selbst – Bundesweit seltenes Modell kommunaler Schulverpflegung wird weiter ausgebaut
Die Mittagsmatrosen GmbH hat heute (7. November 2026) ihre neue Zentralküche in der Stellmakerstrat 10 in Brinckmansdorf offiziell eröffnet. Gemeinsam mit Senator Steffen Bockhahn sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung wurde damit ein wichtiger Meilenstein für die Schulverpflegung in Rostock gewürdigt. Bereits seit Beginn des Schuljahres am 24. August 2026 werden hier Mittagessen für Rostocker Schülerinnen und Schüler produziert.
Mit den Mittagsmatrosen geht die Hanse- und Universitätsstadt Rostock einen besonderen Weg: Während die Schulverpflegung in vielen deutschen Kommunen durch private Dienstleister erfolgt, hat Rostock diese Aufgabe auf Beschluss der Bürgerschaft einer eigens dafür gegründeten, hundertprozentig städtischen Gesellschaft übertragen. Eine solche eigenständige kommunale Organisation der Schulverpflegung ist bundesweit bislang selten.
„Mit den Mittagsmatrosen übernehmen wir als Stadt ganz bewusst Verantwortung für eine gute und verlässliche Mittagsversorgung unserer Schülerinnen und Schüler“, unterstreicht Senator Steffen Bockhahn. „Ein gesundes und schmackhaftes Mittagessen gehört für uns zu guten Lern- und Lebensbedingungen in der Schule. Mit unserer eigenen Gesellschaft können wir die Qualität, die Organisation und die langfristige Entwicklung der Schulverpflegung unmittelbar mitgestalten. Die neue Zentralküche ist dafür ein entscheidender Schritt.“
Bis zu 15.000 Essen täglich möglich
Die Mittagsmatrosen versorgen derzeit täglich rund 4.300 Schülerinnen und Schüler an 33 kommunalen Schulen in Rostock mit Mittagessen. Hinzu kommen rund 700 Essen für eine private Schule sowie die Versorgung von drei Cafeterien. Die neue Zentralküche ist für eine Produktionskapazität von bis zu 15.000 Essen täglich im Drei-Schicht-System ausgelegt.
Die Bauarbeiten für den neuen Produktionsstandort begannen erst 2025. Ziel war es, eine leistungsfähige eigene Infrastruktur aufzubauen und die Schulverpflegung langfristig in kommunaler Verantwortung weiterzuentwickeln. Mit der Aufnahme der Eigenproduktion zum Schuljahresbeginn ist dieses Vorhaben nun auch im täglichen Betrieb angekommen.
„Mit unserer neuen Zentralküche haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um die Schulverpflegung in Rostock langfristig und eigenständig weiterzuentwickeln“, erläutert Geschäftsführerin Ruth Ramberger. „Wir können jetzt viele Abläufe selbst gestalten – von der Speiseplanung über den Einkauf bis zur Qualitätssicherung. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten, auf die Bedürfnisse der Schulen und der Kinder einzugehen und gleichzeitig wirtschaftlich und nachhaltig zu arbeiten.“
Ein wesentlicher Bestandteil des Produktionskonzeptes ist das so genannte Cook-and-Chill-Verfahren. Dabei werden die Speisen in der Zentralküche zubereitet, anschließend schnell heruntergekühlt und gekühlt an die Schulen geliefert. Dort werden sie vor der Ausgabe wieder erwärmt. So lassen sich die Produktion zentral organisieren und die Speisen bedarfsgerecht an den einzelnen Schulstandorten bereitstellen. Soßen, Suppen und weitere Gerichte werden in der neuen Küche selbst hergestellt.
„Der Übergang zur Eigenproduktion war für unser gesamtes Team eine große Herausforderung, die wir gemeinsam gemeistert haben“, betont Geschäftsführer Andreas Schwarz. „Mit der neuen Technik und den modernen Produktionsabläufen können wir unsere Prozesse besser aufeinander abstimmen und die Qualität unserer Speisen gezielt weiterentwickeln. Unser Ziel ist, dass jeden Tag ein gutes Mittagessen zuverlässig und in der gewünschten Qualität bei den Kindern ankommt.“
Kommunale Verantwortung mit langfristiger Perspektive
Die neue Zentralküche ist nicht nur ein moderner Produktionsstandort, sondern zugleich die Grundlage für die weitere Entwicklung der Mittagsmatrosen als kommunales Unternehmen. Mit der eigenen Produktionsstruktur kann die Stadt über ihre Gesellschaft wesentliche Entscheidungen zur Speisequalität, zur Beschaffung und zur Organisation der Schulverpflegung selbst treffen. Dabei sollen eine hohe Versorgungsqualität, wirtschaftliches Handeln und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden.
In den kommenden Monaten stehen insbesondere die weitere Stabilisierung der Produktions- und Logistikabläufe, die Nutzung der vorhandenen Kapazitäten und die kontinuierliche Verbesserung des Angebotes im Mittelpunkt.
Eröffnung mit Einblicken in die neue Küche
Bei der heutigen Eröffnungsveranstaltung konnten sich die Gäste im Rahmen von Führungen einen Eindruck von der neuen Zentralküche und ihren Produktionsabläufen verschaffen. Neben den offiziellen Begrüßungen und Redebeiträgen bot ein gemeinsames Brunchbuffet Gelegenheit zum Austausch.
Für die musikalische Begleitung sorgte die Schülerband „Brocken Knees“ des Musikgymnasiums Käthe Kollwitz aus Dierkow. Die Schülerinnen und Schüler gehören selbst zu den Kindern und Jugendlichen, die täglich von den Mittagsmatrosen versorgt werden.
Die Geschäftsführung dankte allen Beteiligten, die das Projekt seit den ersten Planungen im Jahr 2022 begleitet haben. Ein besonderer Dank galt den Mitarbeitenden, die den Aufbau der neuen Produktionsstrukturen und den Übergang zur Eigenproduktion mit großem Engagement ermöglicht haben.
Über die Mittagsmatrosen GmbH
Die Mittagsmatrosen GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Das Unternehmen verantwortet die Mittagsversorgung an 33 kommunalen Schulen und versorgt darüber hinaus eine private Schule sowie drei Cafeterien. Die neue Zentralküche in der Stellmakerstrat ist für eine Kapazität von bis zu 15.000 Essen täglich ausgelegt. Ziel ist eine zuverlässige, qualitativ hochwertige und wirtschaftlich nachhaltige Schulverpflegung in kommunaler Verantwortung.
