Klima-Aktionstag am 26. September bietet Infos und Unterhaltung.
Als Stadt am Wasser muss Rostock sich für den Klimawandel besonders wappnen. Häufiger Starkregen und immer längere Hitzeperioden erfordern Antworten für eine lebenswerte Stadt der Zukunft.
Unter dem Motto „Wasser bewegt Rostock“ sind alle Interessenten am Samstag (26. September 2026) zum Klima-Aktionstag in die Innenstadt eingeladen. Von 11 bis 17 Uhr verwandelt sich die City zwischen Neuem Markt, Universitätsplatz und Klostergarten in einen Treffpunkt für alle, die sich mit Klimaschutz und einer nachhaltigen Zukunft Rostocks beschäftigen wollen.
Zahlreiche Informationsstände, Mitmachaktionen, Workshops und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm werden den Besucherinnen und Besuchern geboten. Wer sich tiefgründig mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung beschäftigen möchte, findet im Rathausanbau Offerten mit verschiedenen Fachvorträgen. Für Kinder und Familien werden in der Innenstadt unter anderem eine Hüpfburg und ein mobiler Wasserspielplatz aufgestellt. Auf der Bühne am Neuen Markt sorgt unter anderem ein Theaterstück rund um Pippi Langstrumpf für Unterhaltung. Eine Fahrradversteigerung rundet das Programm des Klima-Aktionstages ab, der die diesjährige Woche der Nachhaltigkeit abschließt.
Wasser prägt das Leben in Rostock an Meer und Fluss. Schon seit gut 150 Jahren wird das öffentliche Trinkwasser der Warnow entnommen. Rund 240.000 Menschen in Rostock und im Umland werden jeden Tag mit dem kostenbaren, sauberen Nass versorgt. Dies ist möglich, weil das Mühlendammwehr den Fluss in Unter- und Oberwarnow teilt und damit die Trinkwasserschutzzone vom Einfluss der salzhaltigen Ostsee trennt. Sturmfluten aufgrund der nahen Ostsee bergen allerdings Gefahren. Bedingt durch den Klimawandel könnte der globale Meeresspiegel laut Experten bis 2120 um über einen Meter ansteigen. Damit wächst auch der Druck auf das Mühlendammwehr – die Sicherung der Rostocker Trinkwasserversorgung. „Diese Herausforderungen erfordern gut durchdachte Entscheidungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine neue strategische Ausrichtung der Wasserversorgung in der Zukunft, beispielsweise auch durch Ideen zur Meerwasserentsalzung für die Industrie“, erläutert Dr. Ute-Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, die gemeinsam mit der Nordwasser GmbH die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hat.
Derzeit sichern zunehmend Schutzbauwerke und ein Sonderschutzplan Hochwasser im Fall von Sturmfluten vor Gefahren. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat für das Stadtgebiet bereits etliche Schutzabschnitte fertiggestellt, unter anderem die Außenküste mit einem Buhnensystem, Dünen sowie teilweiser Strandverstärkung, das Südende des Alten Stroms und die Mittelmole in Warnemünde. Weitere Abschnitte werden geplant, wie der Stadthafen und das Weiße Kreuz.
Starkregenereignisse und Hitzeperioden setzt Rostock das Prinzip Schwammstadt entgegen. Die Leitstrategie „Schwammstadt Rostock 2080“ will den natürlichen Wasserhaushalt erhalten. Regenwasser soll künftig nicht mehr nur schnell abgeleitet, sondern als wertvolle Ressource betrachtet werden. Dazu gehören das Speichern, Zurückhalten, Versickern und gezielte Nutzen von Niederschlagswasser direkt im Stadtgebiet. Wasser wird dabei auch als gestalterisches Element in der Stadtentwicklung verstanden – durch offene Wasserflächen oder grüne Infrastruktur. „Die Schwammstadt macht Rostock widerstandsfähiger“, erklärt Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Sie hilft uns, besser mit Extremwetter umzugehen, Schäden zu begrenzen und die Menschen durch kluge Vorsorge zu schützen.“ Ziel ist es, Rostock langfristig besser auf Starkregen, Hitze und Trockenperioden vorzubereiten und gleichzeitig einen nachhaltigen Umgang mit Regenwasser zu etablieren. Erste Maßnahmen werden bereits umgesetzt. Dazu zählen ein Projekt zur Regenwasserbewirtschaftung im neuen Wohngebiet Kiefernweg sowie der Bau einer Entwässerungsleitachse entlang der Fritz-Reuter-Straße. Diese Pilotprojekte liefern wertvolle Erfahrungen für weitere Vorhaben.
Für die Erfrischung in der Stadt sorgen an heißen Tagen auch die Trinkbrunnen – zwei in der Innenstadt (Betriebszeit endet am 30. September) und einer im Bürgerpark Toitenwinkel. Zwei neue Brunnen sind in diesem Jahr noch geplant – am Mehrgenerationenplatz Osloer Straße in Lütten Klein und am Spielplatz Kringelgrabenpark. Im kommenden Jahr werden zwei weitere Trinkbrunnen aufgestellt, in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und in Dierkow.