21.460 Schülerinnen und Schüler starten an den allgemeinbildenden Schulen – 1.643 Kinder werden eingeschult – Stadt nutzt Sommerferien für Investitionen, Ausstattung und Instandhaltung
Die Sommerferien sind fast vorbei, die Ranzen gepackt und die Schulwege schon einmal gemeinsam mit den Eltern abgelaufen. Für zahlreiche Rostocker Kinder beginnt ein neuer bedeutender Lebensabschnitt: Insgesamt 1.643 Erstklässlerinnen und Erstklässler starten in diesem Jahr in ihre Schulzeit. Sie werden voraussichtlich in 85 neuen ersten Klassen an den Grundschulen in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock lernen.
Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat die vergangenen Wochen wieder intensiv genutzt, um die kommunalen Schulstandorte auf den Schulstart vorzubereiten. An insgesamt 60 Schulen im Stadtgebiet – davon sind 44 in kommunaler und 16 in freier Trägerschaft – beginnt das neue Schuljahr planmäßig und gut vorbereitet. Insgesamt 21.460 Schülerinnen und Schüler werden an den allgemeinbildenden Schulen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock lernen. Das sind 89 mehr als zum Beginn des vergangenen Schuljahres. Hinzu kommen voraussichtlich rund 6.800 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende an den vier Beruflichen Schulen in kommunaler Trägerschaft.
„Der Beginn eines neuen Schuljahres ist für die Schülerinnen und Schüler und ihre Familien ein wichtiger Moment, insbesondere für unsere ganz Kleinen und für alle, die auf eine weiterführende Schule wechseln. Damit der Start reibungslos gelingt, wurde die Ferienzeit genutzt, um an unseren Schulstandorten für gute Lernbedingungen zu sorgen. Dazu gehören gepflegte und gut ausgestattete Schulen ebenso wie moderne Lernräume, Sportstätten und gute Ganztagsangebote“, sagt Steffen Bockhahn, Senator für Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport.
1.643 Kinder beginnen ihre Schulzeit
Besondere Aufmerksamkeit gilt den ABC-Schützen in der Stadt: Von den 1.643 Erstklässlerinnen und Erstklässlern werden 1.306 Kinder in voraussichtlich 69 Klassen an 20 kommunal getragenen Grundschulen beziehungsweise Schulen mit Grundschulteil eingeschult. Weitere 337 Kinder starten in 16 Klassen an sieben Schulen in freier Trägerschaft. Das Anmeldeverfahren für die Klassenstufe 1 wurde auch im Schuljahr 2026/27 online oder durch Ausfüllen eines Papierfragebogens durchgeführt. 84 % der Anträge erfolgten hierbei online. Auch für die Anmeldung für das Schuljahr 2027/28 wird das bewährte Verfahren wieder Anwendung finden. Die Sorgeberechtigten werden dafür ab Anfang Oktober 2026 zur Anmeldung aufgefordert. Alle wichtigen Informationen zum Anmeldeverfahren sind unter www.rostock.de/einschulung zu finden.
Für die kommenden Jahre wird ein Rückgang der Schülerzahlen erwartet. Ab dem Schuljahr 2028/29 sinkt die Zahl der Einschulungen. Im Schuljahr 2030/31 werden voraussichtlich nur noch etwa insgesamt 1.400 Kinder eingeschult. Diese Entwicklung erreicht zeitversetzt auch die weiterführenden Schulen. Für die Jahrgangsstufe 5 werden ab 2032/33 rückläufige Zahlen prognostiziert; bei den Gymnasien werden die Auswirkungen voraussichtlich ab 2034/35 spürbar.
Für das derzeit stark ausgelastete kommunale Schulnetz bedeutet der Rückgang zunächst eine Entlastung, insbesondere an den Grundschulen. Aktuell führen die hohen Schülerzahlen unter anderem zu großen Klassen und teilweise zur Doppelnutzung von Fachunterrichtsräumen. Trotz der rückläufigen Entwicklung sind deshalb derzeit keine Schulschließungen oder Zusammenlegungen geplant. „Entscheidend bleibt eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgung in allen Stadtbereichen. Die sinkenden Schülerzahlen schaffen vor allem Spielräume, um die aktuell hohe Auslastung zu reduzieren und die räumlichen sowie pädagogischen Bedingungen an den Schulen zu verbessern. Das heißt, der Chemieraum kann auch wirklich ein Chemieraum sein und der Biologieraum ein Biologieraum. Es ist dann keine Doppelnutzung als Biochemieraum mehr nötig“, verdeutlicht Senator Steffen Bockhahn. Es ist vorgesehen, sofern möglich, an jedem bestehenden Schulstandort künftig alle notwendigen Arten von Fachunterrichtsräume in Einzelnutzung anzubieten, jeder Klasse einen eigenen, festen Klassenraum zu ermöglichen und die nach Schulbauempfehlung vorgesehene Anzahl von Teilungs- und Gruppenräumen einzurichten. Letzteres ist bisher an keinem der bestehenden Standorte gegeben.
Besonders spannend wird der Schuljahresbeginn für 1.831 Schülerinnen und Schüler, die nach Abschluss der vierten Klasse in die Klassenstufe 5 wechseln. Im gesamtstädtischen Schulnetz stehen dafür im Schuljahr 2026/27 insgesamt 20 Schulen mit Orientierungsstufe zur Verfügung.
Von den insgesamt 1.831 Kindern werden 49 die fünfte Klasse einer Grundschule mit Orientierungsstufe, 492 eine Regionale Schule, 632 eine Gesamtschule, 83 ein Gymnasium und 558 eine Schule in freier Trägerschaft besuchen. Weitere 17 Schülerinnen und Schüler werden neu in unterschiedliche Förderschulangebote verschiedener Klassenstufen aufgenommen.
Der Besuch eines Gymnasiums erfolgt im Regelfall ab Klassenstufe 7. In speziellen Klassen des Musikgymnasiums „Käthe Kollwitz“ sowie des Gymnasiums Reutershagen für Hochbegabte ist der Eintritt bereits ab Klassenstufe 5 möglich.
Das Rostocker Schulnetz bleibt zum neuen Schuljahr gegenüber dem Vorjahr mit insgesamt 60 Schulen unverändert.
Einen Schwerpunkt bei der Entwicklung des Schulsystems des Landes Mecklenburg-Vorpommerns besteht im Ausbau von Ganztagsschulen. Diese ermöglichen eine ganztägige Bildung und Betreuung. Zum Schuljahr 2026/27 dehnt die Grundschule mit Orientierungsstufe „Kleine Birke“ ihre ganztägige Arbeit auch auf die Orientierungsstufe aus. Im Schuljahr 2026/27 setzen sich die Ganztagsschulen der allgemeinbildenden kommunalen Schulen in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock wie folgt zusammen:
Daneben steht das Startchancen-Programm, das die Chancengerechtigkeit in der schulischen Bildung verbessern und Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bessere Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten soll und an dem 15 Rostocker Schulen teilnehmen:
- Grundschule „Am Mühlenteich“ - Grundschule „Am Taklerring“ - Grundschule an den Weiden - Grundschule mit schulartunabhängiger Orientierungsstufe „Kleine Birke“ - Grundschule „Lütt Matten“ - Grundschule „Ostseekinder“ - Grundschule „Rudolf Tarnow“ - Grundschule „Schmarl“ - Regionale Schule „Baltic-Schule“ - Regionale Schule „Krusensternschule“ - Regionale Schule „Nordlicht-Schule“ - Regionale Schule „Otto-Lilienthal-Schule“ - Regionale Schule „Störtebeker-Schule“ - Schulcampus Evershagen - Berufliche Schule der Hanse- und Universitätsstadt Rostock - Dienstleistung und Gewerbe
Das Programm ist im Schuljahr 2024/2025 gestartet und auf zehn Jahre angelegt. Es sollen außerdem Ausbildungsreife, Berufsorientierung und Berufsfähigkeit gestärkt werden. Die Förderung gliedert sich in drei Säulen. Säule I unterstützt Investitionen in eine moderne und förderliche Lernumgebung. Für die Rostocker Schulen stehen hierfür 13,52 Mio. Euro Bundesmittel zur Verfügung. Einschließlich des kommunalen Anteils von 30 % ergibt sich ein Investitionsvolumen von rund 1,28 Mio. Euro je Schule. Vorgesehen sind unter anderem die Umgestaltung von Außenanlagen zu Lern- und Rückzugsorten sowie größere bauliche Vorhaben: So plant die Otto-Lilienthal-Schule einen Anbau mit zusätzlichen Räumen, Bibliothek, Schulsozialarbeit und Trainingsraum. An der Nordlicht-Schule ist ein Mehrzweckbau mit Förderräumen und Schulmensa vorgesehen.
Säule II stellt Budgets für die Schul- und Unterrichtsentwicklung bereit. Im Mittelpunkt stehen die Förderung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik, die individuelle Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung sowie die berufliche Orientierung und die Gestaltung von Bildungsübergängen. Kooperationen mit außerschulischen Partnern, die Vernetzung im Sozialraum und Fortbildungen ergänzen die Maßnahmen.
Mit Säule III werden die Schulen durch multiprofessionelle Teams personell gestärkt. Diese sollen insbesondere die individuelle Förderung, Berufsorientierung und Elternarbeit unterstützen und zur Entwicklung einer diversitätssensiblen Schulkultur beitragen.
Im Zuge des Startchancen-Programms entsteht zudem ein Familiengrundschulzentrum, das seine Arbeit im jetzt beginnenden Schuljahr 2026/27 aufnimmt. Das Projekt ist aus einer Kooperation zwischen mit dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V und den Grundschulen in Schmarl und der Grundschule „Am Taklerring“ entstanden. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock unterstützt das Zentrum mit der Bereitstellung von Büro- und Beratungsräumen und übernimmt deren Ausstattung.
Die sechs Wochen Sommerferien wurden intensiv genutzt, um Schulgebäude und Außenanlagen für das neue Schuljahr vorzubereiten. Unter anderem wurden am Förderzentrum Friedrich Scheel in der Südstadt für rund 80.000 Euro Gehwege erneuert. An der Werner-Lindemann-Grundschule in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt erfolgten Malerarbeiten und die Erneuerung eines großen Spielgerätes für zusammen rund 60.000 Euro.
An der Grundschule „Juri Gagarin“ wurde für rund 130.000 Euro die Laufbahn erneuert. Auf dem Schulcampus Evershagen wurden Malerarbeiten für rund 100.000 Euro ausgeführt. An der Hundertwasser-Gesamtschule in Lichtenhagen erfolgten Bodenbelagsarbeiten für rund 63.000 Euro, an der Grundschule Ostseekinder für rund 23.000 Euro. Zusätzlich wurden umfangreiche Grund- und Glasreinigungen an allen Schulstandorten beauftragt. Für die Umsetzung komplexerer Instandhaltungsmaßnahmen zeichnet sich der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock verantwortlich. Für geplante und laufende Instandhaltungsmaßnahmen im gesamten Bereich Schule und Sport stehen im Kalenderjahr 2026 mehr als fünf Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe umfasst die Instandhaltung von Schul- und Schulsportstätten über das gesamte Jahr und ist nicht auf die Sommerferien begrenzt.
Darüber hinaus kümmerten sich die Hausmeisterinnen und Hausmeister während der schulfreien Zeit um kleinere Instandhaltungs- und Malerarbeiten. Außenflächen wurden gepflegt, versiegelte Flächen von Bewuchs befreit sowie Hecken und Sträucher geschnitten.
Parallel zu den Schulen wurden die kommunalen Sportstätten auf das neue Schuljahr vorbereitet. Insgesamt 68 Sportstättenwarte hielten während der Sommerferien die Schulsport-, Trainings- und Wettkampfanlagen in Schuss. Im Hallenschwimmbad Neptun wurde das Wasser aller Schwimmbecken vollständig abgelassen, um notwendige Reinigungsarbeiten auszuführen. Anschließend werden die Becken für den Schulstart wieder befüllt.
Auch in der Eishalle laufen Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten. Seit Ende Juli läuft zudem die Eisaufbereitung wieder, sodass die Eisfläche voraussichtlich ab Mitte August sportlich genutzt werden kann. Von diesen Arbeiten profitieren neben dem Schulsport auch der Vereins- und Breitensport.
Abseits der Arbeiten in den Sommerferien laufen zahlreiche größere Projekte weiter. Dazu zählen unter anderem die Sanierung der Außenanlagen der Kooperativen Gesamtschule in der Südstadt, Arbeiten an Sporthalle und Fassade der St.-Georg-Grundschule, die Dachsanierung der Plus-Energie-Schule in Reutershagen, die Sanierung von Sportplatz und Sporthalle in der Pablo-Picasso-Straße 43 c sowie Arbeiten am Praxisgebäude der Berufsschule in der Hinrichsdorfer Straße 7.
Weitere Projekte betreffen das Schulgebäude und die Außenanlagen in der Maxim-Gorki-Straße 67, die Grundschule am Alten Markt, die Sporthalle in der Kopenhagener Straße 5a, die Schule am Schwanenteich und den Schulkomplex in der Kopenhagener Straße 3a. Hinzu kommen die energetische Sanierung der 25-Meter-Halle und die Sanierung des Damen-Duschbereichs im Hallenschwimmbad Neptun.
Neu gebaut werden unter anderem ein Funktionsgebäude in der Pablo-Picasso-Straße 43 c und ein Hortgebäude im Stephan-Jantzen-Ring. Aufzüge entstehen an der Störtebekerschule im Taklerring 43, am Erasmus-Gymnasium und an der Grundschule Kleine Birke. Die Maßnahmen werden durch den KOE projektiert und im Auftrag des Amtes für Schule und Sport umgesetzt.
Neben den baulichen Arbeiten hat die Stadt im vergangenen Schuljahr auch in die Ausstattung der Schulen investiert. Mehr als 140 Klassenräume wurden mit Tischen, Stühlen und Schränken ausgestattet. Vier Speiseräume wurden saniert und neu ausgestattet. Zwei Rostocker Schulen erhielten komplett neue und modern ausgestattete Lehrküchen.
Auch das Projekt „Jedem Kind ein Spind“ wurde fortgeführt: In der zweiten Runde erhielten vier weitere Schulen Spinde für ihre Schülerinnen und Schüler.
„Zahlreiche Projekte, die zur Verbesserung der Lernqualität und Lernatmosphäre beitragen, konnten umgesetzt werden. Daran werden wir auch in 2026/27 anknüpfen“, fasst Senator Steffen Bockhahn zusammen.
Weiterführende tabellarische Informationen zum Schuljahr 2026/27 (PDF, 93,4 kb)