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Stadtklima

Für eine nachhaltige, klimaresiliente Stadtplanung sind aktuelle Umweltinformationen unerlässlich. Das Lokalklima ist insbesondere im Siedlungsbereich ein wichtiger Aspekt, der sowohl in der Bauleitplanung als auch bei der Prüfung der Umweltverträglichkeit konkreter Projekte zu beachten ist.

Freiflächen mit Bewuchs produzieren Frischluft und wirken durch die Verdunstung von Vegetation und Boden kühlend auf ihre Umgebung. Sie stellen gerade in Städten wichtige klimaökologische Ausgleichsräume dar, wenn sich versiegelte Flächen im Sommer je nach Wetterlage stark erwärmen. Je genauer die lokalen klimatischen Bedingungen im Stadtgebiet bekannt sind, desto zielgerichteter können Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas geplant und umgesetzt werden.

Je nach Art und aktueller Nutzung haben die verschiedenen Flächen innerhalb eines Stadtgebietes eine unterschiedliche Wirkung auf das lokale Klima. Dichte Bebauung, ein hoher Versiegelungsgrad, weniger Vegetation aber auch die Abwärme von Gebäuden und Verkehr führen dazu, dass sich das Lokalklima in der Innenstadt teils deutlich vom ländlichen Umland unterscheidet. Dies führt bei windstillen Wetterlagen im Sommer dazu, dass in Städten u. a. höhere Temperaturen als in der Umgebung auftreten. Bei städtischen Planungsprozessen sollte diesem Effekt durch Begrünung und Entsiegelung entgegengewirkt werden.

In 2020 wurde für das Stadtgebiet Rostock flächendeckend eine aktuelle Analyse der lokalen Klimafunktionen erarbeitet. Die Klimaanalyse- und Planungshinweiskarten konkretisieren die verfügbaren Daten zum Rostocker Stadtklima. Grundlage bildet eine räumlich hochauflösende Modellierung unter Berücksichtigung aktueller Daten zur Nutzung, Topographie sowie regionaler Wetterdaten. Die Klimaanalyse nimmt dabei eine sonnige, windstille Hochdruckwetterlage an.

Lokalklima in Kürze:

  • Rostock hat mit ca. 65 % einen hohen Flächenanteil an Grün- und Waldflächen im Stadtgebiet. Diese sind Kalt- bzw. Frischluftentstehungsgebiet.
  • Ein Drittel der Grün- und Waldflächen weist eine hohe bis sehr hohe Kaltluftproduktion auf.
  • Im Stadtgebiet sind 20 Luftleitbahnen ausgewiesen, u. a.: Kringelgrabenpark, Barnstorfer Anlagen, Schwanenteichpark
  • Ca. 23 % der Siedlungsfläche weist im Hochsommer eine ungünstige bioklimatische Situation auf. Diese Flächen liegen überwiegend in den Ortsteilen: Stadtmitte, KTV- und Steintor-Vorstadt sowie in den Gewerbegebieten.

Die Klimaanalysekarte ist im Geoportal der Stadt unter der Rubrik "Stadtklima" im Thema "Klimaanalyse" veröffentlicht.

Geoport.HRO

Ausgehend von der stadtweiten Analyse der Klimafunktionen der Siedlungsbereiche sowie der Grün-/ Freiflächen in Rostock erfolgte eine Bewertung der modellierten Klimaparameter im Hinblick auf planungsrelevante Belange. Dabei wird für jeden Bereich die Aufenthaltsqualität sowie die Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsänderungen eingeschätzt. Daraus lassen sich Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung des Lokalklimas ableiten, die als Planungshinweise den Einzelflächen zugeordnet sind.

Die Ergebnisse sind in Planungshinweiskarten zusammengefasst:

  • Planungshinweiskarte Tag - Aufenthaltsqualität
  • Planungshinweiskarte Nacht - Klimawirkung

Die Daten sind im Geoportal der Stadt unter der Rubrik "Umwelt und Klima" im Thema "Stadtklima" veröffentlicht. Sie fließen sowohl bei übergeordneten Planungen, z. B. der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes sowie dem Umwelt- und Freiraumkonzept als auch bei kleinräumigen Planungen z. B. Bebauungsplänen ein.

Geoport.HRO

Stürme und starke Winde sind extreme Wetterereignisse, die erhebliche Schäden an Gebäuden, der Infrastruktur oder in der Land- und Forstwirtschaft verursachen können. Stürme werden dabei als Winde mit Geschwindigkeiten größer 8 Beaufort bzw. größer 20 m/s definiert. Die Aussagen in Klimamodellen und Klimaprojektionen zur zukünftigen Entwicklung von Windereignissen sind teils noch mit großen Unsicherheiten verbunden. Gegenwärtig lässt sich für Rostock kein klarer Trend ermitteln, wie sich die Häufigkeit und die Intensität von Stürmen infolge des Klimawandels konkret entwickeln werden.
Als Stadt an der Küste ist Rostock gegenüber starken Winden jedoch sehr exponiert. Zur Einschätzung des Windgeschehens wurde eine Analyse der Starkwindgefahr durchgeführt. Grundlage dafür ist eine räumlich hoch aufgelöste Modellierung unter Berücksichtigung der Topographie, Vegetation und vorhandener Gebäude. Anhand der gemessenen Daten der Windrichtung und Windstärke an der DWD-Messstation Warnemünde wurde die Auftrittswahrscheinlichkeit von starken Windböen für das gesamte Stadtgebiet ermittelt. Im Ergebnis liegen folgende Karten vor:
  • Sturmgefahrenkarte: Die Karte stellt die Sturmgefahr dar, basierend auf der Kombination aus Auftrittshäufigkeit starker Böen und der Ausprägung der Windgeschwindigkeit am konkreten Ort.
  • Windkomfort: Darstellung des Windkomforts in 2 m Höhe, klassifiziert nach DGNB 2016.

Durch die Ergebnisse der Sturmanalyse wird deutlich, in welchen Bereichen der Stadt sich hohe Wind-geschwindigkeiten in verstärkter Ausprägung oder erhöhter Auftrittshäufigkeit ausbilden. Dement-sprechend können langfristig und unabhängig von konkreten Anströmrichtungen Gefahrenhotspots identifiziert werden.

Die Karten sind im Geoportal der Stadt unter der Rubrik "Stadtklima" im Thema "Windanalyse" veröffentlicht. Die Informationen komplettieren die Datengrundlagen zum Stadtklima und fließen in zukünftige Planungen sowie die Fortschreibung des kommunalen Klimawandelanpassungskonzeptes ein. 

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