„Treffpunkt Stadtarchiv“ zu Ausschweifungen und Lastern in der Geschichte Rostocks
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„Erlaubt ist, was sich ziemt.“, stellte schon Goethe fest. Aber was sich „ziemt“ und was nicht, das war schon immer Ansichtssache. Beispiel Faulheit: Galt es Ende des 18. Jahrhunderts noch als verwerflich, seine Zeit „unproduktiv“ zu verschwenden, genoss man kaum 100 Jahre später schon einen „wohlverdienten Urlaub“ und das „süße“ Nichtstun. Die Grenzen von gesellschaftlich geduldetem Verhalten waren immer fließend. Gewisse Grundgedanken sind zwar vorhanden – zum Schutz von Leben, Eigentum und öffentlicher Ordnung – wie diese aber umgesetzt wurden, hing stark von der jeweiligen Zeit ab.
Die „sieben Todsünden“ galten lange als Verkörperung menschlicher Schwächen und Ursache aller gesellschaftlichen Probleme. Dementsprechend versuchten Kirche und Stadtregiment ihrer Herr zu werden – mit wechselndem Erfolg. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen einer „kleinen Schwäche“ und einer „Sünde“? Ab wann wird beispielsweise aus „gesunder“ Sparsamkeit „krankhafter“ Geiz? Wie schwer wiegt eine „Modesünde“? Und wie wurden Regeln umgangen, um den „sündigen Freuden“ zu frönen?
Das Stadtarchiv widmet sich mit seinem Vortrag „Rostock unzensiert. Von Lastern, Trieben und Sünden“ diesen und anderen Fragen. Faulheit, Geiz, Hochmut, Neid, Völlerei, Wollust, Zorn – jede dieser menschlichen Regungen hinterließ ihre Spuren in der Stadtgeschichte. Die Archivarinnen und Archivare führen anhand historischer Aufzeichnungen durch die einzelnen Themenbereiche und illustrieren Episoden aus der Vergangenheit Rostocks.
Der Vortrag aus der Reihe „Treffpunkt Stadtarchiv“ findet am 15. Oktober 2026 um 17 Uhr im Festsaal des Rathauses am Neuen Markt statt. Der Einlass beginnt ab 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
