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Na­vi­ga­ti­on

Ros­tocks Fi­nan­zen 2024 deut­lich im Mi­nus

Pres­se­mit­tei­lung vom 28.02.2025 - Rat­haus

Auch die Han­se- und Uni­ver­si­täts­stadt rutscht mit ih­rem Haus­halt in die ro­ten Zah­len – In­ves­ti­tio­nen so hoch wie noch nie

Die Stadt­ver­wal­tung hat jetzt der Bür­ger­schaft ei­nen Be­richt zur vor­läu­fi­gen Fi­nanz­rech­nung 2024 vor­ge­legt. Für das ab­ge­lau­fe­ne Jahr weist das Er­geb­nis im Fi­nanz­haus­halt der Stadt – nach Til­gung von Kre­di­ten in Hö­he von 10 Mio. Eu­ro – ein De­fi­zit von 40,9 Mio. Eu­ro aus. Im Haus­halts­plan vor­ge­se­hen war ur­sprüng­lich ein Mi­nus von 35,3 Mio. Eu­ro.

„Auch wenn das Er­geb­nis durch ei­ni­ge ver­spä­te­te Zah­lungs­ein­gän­ge nach un­ten ver­zerrt wur­de, ist dies der schlech­tes­te Jah­res­ab­schluss seit 2004. Die bun­des­wei­te Kri­se der Kom­mu­nal­fi­nan­zen ist da­mit end­gül­tig auch in un­se­rer Stadt an­ge­kom­men“, so Fi­nanz­se­na­tor Dr. Chris von Wry­cz Re­kow­ski. „Stei­gen­de So­zi­al­las­ten, ho­he Ta­rif­ab­schlüs­se, da­zu die lah­men­de Wirt­schaft: Die­se ne­ga­ti­ven Ein­fluss­fak­to­ren kön­nen wir aus ei­ge­ner Kraft nicht mehr län­ger aus­glei­chen. Un­se­re an­ge­spar­ten Über­schüs­se aus den letz­ten Jah­ren wer­den da­her schon Mit­te 2025 auf­ge­braucht sein, und wir wer­den vor­erst wie­der Kas­sen­kre­di­te be­nö­ti­gen, um un­se­re lau­fen­den Aus­ga­ben zu fi­nan­zie­ren.“

Die Ur­sa­chen für das ne­ga­ti­ve Er­geb­nis sind viel­fäl­tig und lie­gen kaum im Ein­fluss­be­reich der Kom­mu­ne. Stark ge­stie­ge­ne Aus­ga­ben im So­zi­al- und Ju­gend­hil­fe­be­reich so­wie Per­so­nal- und Sach­kos­ten­stei­ge­run­gen ste­hen zu­letzt ge­rin­ge­ren Ein­zah­lun­gen aus Steu­ern und Zu­wei­sun­gen durch nach un­ten kor­ri­gier­te Be­völ­ke­rungs­zah­len und Kon­junk­tur­pro­gno­sen ge­gen­über. Da­zu sind im „Kon­zern Ros­tock“ die Ge­winn­aus­schüt­tun­gen aus den kom­mu­na­len Un­ter­neh­men rück­läu­fig, wäh­rend ihr Fi­nanz­be­darf zu­nimmt.

„Na­tür­lich tun wir im Rah­men un­se­rer Mög­lich­kei­ten al­les, um ge­gen­zu­steu­ern. Da­bei schau­en wir zu­erst auf die Ver­wal­tung selbst, auf Ef­fi­zi­enz, Per­so­nal, Miet­kos­ten, auf Ver­bräu­che an Ma­te­ri­al und En­er­gie. Die­se Spiel­räu­me wol­len und müs­sen wir nut­zen, da­mit wir das Ni­veau un­se­rer frei­wil­li­gen Leis­tun­gen auch mit­tel­fris­tig hal­ten kön­nen. Für ei­ne ech­te Bes­se­rung der La­ge brau­chen wir aber ei­ne grund­sätz­li­che Neu­ord­nung der Kom­mu­nal­fi­nan­zen, so wie ak­tu­ell auch vom Deut­schen Städ­te­tag ge­for­dert“, un­ter­streicht Se­na­tor Dr. von Wry­cz Re­kow­ski.

Ne­ben die­sen Schwie­rig­kei­ten bei den lau­fen­den Ein- und Aus­zah­lun­gen ent­hält der Fi­nanz­be­richt auch ei­nen po­si­ti­ven As­pekt: So ist es der Kern­ver­wal­tung im ab­ge­lau­fe­nen Jahr 2024 ge­lun­gen, In­ves­ti­tio­nen im Wert von 112,8 Mio. Eu­ro um­zu­set­zen. Die­se Zahl liegt weit über dem Durch­schnitt der Vor­jah­re und stellt ei­nen neu­en Best­wert dar. In Kom­bi­na­ti­on mit der be­stän­di­gen In­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit des städ­ti­schen Im­mo­bi­li­en­dienst­leis­ters KOE konn­ten so­mit er­heb­li­che Fort­schrit­te in der Sa­nie­rung und im Aus­bau der städ­ti­schen In­fra­struk­tur er­zielt wer­den.