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totenstill - Dirk Reinartz Fotografie

Meldung vom 15.12.2025 - Bildung und Wissenschaft

Ausstellungseröffnung: 18.12.2025, 18 Uhr
Es sprechen Dr. Jörg-Uwe Neumann, Jochen Schmidt (Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Heinrich Prophet (Präsident der Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock), Jun.-Prof. Dr. Gabriele Groll (Hochschule für Musik und Theater Rostock)

Laufzeit: 19. Dezember 2025 bis 8. März 2026

Vom 19. Dezember 2025 bis zum 8. März 2026 präsentiert die Kunsthalle Rostock im Erdgeschoss ihres Museumsgebäudes die mehrfach preisgekrönte Fotoserie totenstill von Dirk Reinartz.

Dirk Reinartz war 1971 der jüngste Reportagefotograf des Nachrichtenmagazins Stern. Später arbeitete er unter anderem für die Kunstzeitschrift art und das Reisemagazin Merian sowie für die Magazine Zeit, Spiegel und Life. Er avancierte zum Shootingstar der deutschen Dokumentarfotografie. Zeitlebens beschäftigte er sich mit Deutschland und den Deutschen. Seine Reportagen waren nie rein illustrativ, sondern entfalteten stets eine eigenständige Erzählebene.

In der zwischen 1987 und 1993 entstandene Serie totenstill setzt sich Reinartz mit den ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagern auseinander. Die Aufnahmen zeigen in strengem Schwarz-Weiß die immer gleichen Infrastrukturen der Massenvernichtung. In die Anlagen ist ihr grauenvoller Zweck eingeschrieben und auch die perfide Effizienz, auf die sie abzielten. Vielleicht erzeugen die leeren Plätze, Mauern und Wege deshalb eine so unheimliche Atmosphäre. Vielleicht aber auch, weil ihre Leere das schmerzhaft Abwesende heraufbeschwört - die Menschlichkeit an sich und die Menschen, die hier zu Opfern wurden. Dass die Atmosphäre wahrhaft bedrückend ist, lässt sich nicht bestreiten. Auch die Aura der Schwarz-Weiß-Fotografie trägt dazu bei. Sie verleiht den Bildern etwas Zeitloses und legt so die Frage nach ihrer aktuellen Relevanz nahe. Auf diese Weise regen die wirkmächtigen Bilder zur intensiveren Betrachtung und zum Innehalten und Nachdenken an. Im Alleinsein mit sich und den eigenen Eindrücken entfalten die Bilder ihre Wirkung - die Stille beginnt zu sprechen.

Die Ausstellung totenstill war vom 2. Oktober bis zum 30. November 2025 im Kubus / Situation Kunst (für Max Imdahl) in Bochum zu sehen. Begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre mit Texten von Eva Wruck erschienen, die im Museumsshop der Kunsthalle Rostock erworben werden kann.

Begleitprogramm zur Ausstellung totenstill

27. Januar 2026
Beginn: 19.00 Uhr
Aber wer ist schuld?
70 Jahre nach dem Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) von Alain Resnais
Im Rahmen der Ausstellung totenstill lädt die Kunsthalle Rostock zu einer Veranstaltung in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock ein, die dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrationslager gewidmet ist. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) von Alain Resnais aus dem Jahr 1955.

Im Anschluss an die Vorführung des ca. 30-minütigen Films findet ein Podiumsgespräch mit dem Leiter der Kunsthalle Dr. Uwe Neumann und den Musikwissenschaftler:innen Prof. Dr. Friederike Wißmann (hmt Rostock), Jun.-Prof. Dr. Gabriele Groll (hmt Rostock) und PD Dr. Kai Hinrich Müller (hfmt Köln) statt.

Musikalisch gerahmt wird die Veranstaltung durch die Aufführung von Musik von Hanns Eisler, Erich Wolfgang Korngold und Erich Zeisl. Es musizieren Studierende und Dozierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

13. Februar 2026
Beginn: 19.00 Uhr
Nackt unter Wölfen - Ein Film von Frank Beyer (1962)

19. Februar 2026
Beginn: 19.00 Uhr
Erinnern und Aufarbeiten: Was bedeutet zeitgemäßes Gedenken?
Lesung & Diskussion im Rahmen der Ausstellung totenstill von Dirk Reinartz
mit Max Czollek (Autor) und Thomas Werner (Kulturamt Rostock)
Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)

6. März 2026
Beginn: 19.00 Uhr
»Also seid ihr verschwunden, aber nicht vergessen«
Ein Konzertabend mit Werken verfemter Musik und zeitgenössischen Kompositionen
Im Konzert treten Werke von verfemten und vertriebenen Komponisten in einen Dialog mit zeitgenössischen Kompositionen. Zur Aufführung kommen Werke, die in Konzentrationslagern entstanden sind. Doch nicht nur die Werke werden wiederentdeckt und zu Gehör gebracht, auch die Vielfältigkeit der Komponisten in der Moderne wird sichtbar.

Es musizieren Studierende und Dozierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock

Weitere Informationen unter:
www.kunsthallerostock.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 11- 18 Uhr
Montag geschlossen