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Na­vi­ga­ti­on

Zehn­ter Pop-up-Klei­der­tausch „Schätz­chen“ im April

Pres­se­mit­tei­lung vom 18.03.2025 - Um­welt und Ge­sell­schaft

Ver­lo­cken­de Prei­se und schö­ne Trends ver­füh­ren da­zu, im­mer wie­der neue Klei­dungs­stü­cke zu shop­pen. Die trau­ri­ge Wahr­heit: Klei­dung wird sehr auf­wän­dig pro­du­ziert, al­ler­dings ver­bleibt bis zu 60% da­von un­ge­tra­gen im Schrank oder lan­det im Müll. Ei­ne lang­jäh­ri­ge In­itia­ti­ve, die aus­sor­tier­ten Klei­dungs­stü­cken ei­ne zwei­te Chan­ce gibt, ist der Pop-up Klei­der­tausch „Schätz­chen“. Be­reits zum zehn­ten Mal or­ga­ni­siert die Fair­tra­de-Stadt Ros­tock vom 7. bis 12. April 2025 das be­lieb­te Tausch­for­mat. Von 10 bis 18 Uhr wird der Tau­sch­la­den im Erd­ge­schoss des Ros­to­cker Hofs sei­ne Pfor­ten öff­nen.

Das „Schätz­chen“ als ein Ge­mein­schafts­pro­jekt Ros­tocks

Ni­co­le Ge­ri­cke, die Ko­or­di­na­to­rin der Kam­pa­gne, er­klärt das Kon­zept: „Es ist ganz ein­fach, bei un­se­rem „Schätz­chen“ mit­zu­ma­chen. Es darf je­de und je­der vor­bei­kom­men und hier Klei­dung un­ab­hän­gig von­ein­an­der ab­ge­ben oder mit­neh­men. Da­bei geht es uns nicht um Be­dürf­tig­keit, son­dern die mög­lichst lan­ge Nut­zung der Klei­dung. Man kann bei uns in Ru­he stö­bern, an­pro­bie­ren und dann ein­fach be­hal­ten, was passt und ge­fällt. Falls et­was dann lang­fris­tig doch nicht ge­tra­gen wird, kann man es wie­der beim nächs­ten Klei­der­tausch im Herbst vor­bei­brin­gen.“

An­ge­nom­men wer­den al­le Ar­ten von Klei­dung ab Grö­ße 152, Ac­ces­soires und Schmuck. Die­se soll­ten fle­cken­frei, ge­wa­schen und in ei­nem op­tisch gu­ten Zu­stand, Rei­ß­ver­schlüs­se und Knöp­fe in­takt sein. Nicht an­ge­nom­men wer­den Schu­he, Kin­der­klei­dung, ge­brauch­te Un­ter­wä­sche, So­cken und Strumpf­ho­sen so­wie an­de­re Tex­ti­li­en wie Bett­wä­sche oder Tisch­de­cken. Wenn al­le Kri­te­ri­en er­füllt sind, wer­den die Klei­dungs­stü­cke auf Klei­der­stän­dern ein­sor­tiert.

„Der Klei­der­tausch lebt nur durch die Un­ter­stüt­zung der vie­len tol­len Ros­to­cke­rin­nen, ob durch eh­ren­amt­li­che Mit­ar­beit oder die zahl­rei­chen pri­va­ten Klei­der­spen­den. Un­ser „Schätz­chen“ ist ein schö­nes Bei­spiel, wie man glo­ba­les Den­ken und lo­ka­les Han­deln ge­mein­sam um­set­zen kann. Der Tausch funk­tio­niert so gut, weil wir hier Wert­schät­zung, ge­gen­sei­ti­gen Re­spekt und So­li­da­ri­tät mit­ein­an­der le­ben“, be­schreibt Ni­co­le Ge­ri­cke das Flair des Tau­sch­la­dens.

Nach­hal­ti­ge Be­ra­tung beim Tau­schen

Als be­son­de­res High­light zum Ju­bi­lä­um sind am Mitt­woch, 9. April 2025, zwi­schen 13 und 17 Uhr Ja­ni­ne Du­den­höf­fer und Sas­kia Hil­gen­berg aus Ber­lin zu Gast. Die bei­den ar­bei­ten als „Sus­tai­n­a­ble Sty­lists“ (sus­tai­n­a­ble, engl. „nach­hal­tig“) und bie­ten ih­re Ex­per­ti­se zu Mo­de­kon­sum und Stil­fin­dung an. „Stil­fin­dung be­deu­tet hier nicht, stän­dig Neu­es zu kau­fen, son­dern zu ver­ste­hen, was wirk­lich zu ei­nem passt. Wer weiß, was er braucht und wie man ge­nau das fin­det, spart lang­fris­tig nicht nur Zeit - schlie­ß­lich ver­brin­gen Men­schen gan­ze Ta­ge mit (On­line-)Shop­ping und Re­tou­ren - son­dern auch Res­sour­cen und Geld. Nach­hal­ti­ger Mo­de­kon­sum ist kein fi­nan­zi­el­les, son­dern ein Wis­sens­pri­vi­leg“, schil­dert Ja­ni­ne Du­den­höf­fer die Be­weg­grün­de ih­rer Ar­beit. „Wir hel­fen bei Fra­gen wie: Was steht mir? Was brau­che ich für Tei­le in mei­ner Gar­de­ro­be? Wor­an er­ken­ne ich Qua­li­tät?“ Wer sich da­zu kos­ten­frei be­ra­ten las­sen möch­te, kann die bei­den vor Ort an­spre­chen.

Klei­der­tausch als Teil ei­ner Mo­de­be­we­gung

Der April ist nicht zu­fäl­lig auch der Ak­ti­ons­mo­nat der Fa­shion Re­vo­lu­ti­on Be­we­gung. Die­se grün­de­te sich nach dem Ein­sturz der Tex­til­fa­brik Ra­na Pla­za am 24. April 2013 im Ban­gla­desch, bei dem tau­sen­de Ar­bei­te­rin­nen ums Le­ben ka­men. Die Be­we­gung kämpft für Ge­rech­tig­keit und stär­ke­re Re­gu­lie­rung im Sin­ne von Mensch und Um­welt in der Mo­de­bran­che. Die kon­ven­tio­nel­le Tex­til­in­dus­trie wird im ak­tu­el­len Aus­maß und ih­rer Ge­schwin­dig­keit vor al­lem durch men­schen­rechts­wid­ri­ge Ar­beits­be­din­gun­gen in Län­dern des Glo­ba­len Sü­dens er­hal­ten. Die­se sind stark mit der Ver­schmut­zung von Ge­wäs­sern und ei­ner ho­hen Res­sour­cen­ver­schwen­dung durch Über­pro­duk­ti­on ver­bun­den. In der Fa­shion Re­vo­lu­ti­on Week vom 22. bis 27. April fin­den in­ter­na­tio­nal Pro­tes­te und Ak­tio­nen statt.

Der Pop-up-Klei­der­tausch „Schätz­chen“, wel­cher ein prak­ti­sche Al­ter­na­ti­ve zu Fast Fa­shion ist, sieht sich als ein Teil die­ser Mo­de­be­we­gung. Auf der Flä­che des Klei­der­tauschs in­for­miert ei­ne Aus­stel­lung über die Aus­wir­kun­gen von Fast Fa­shion und wie Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sich be­reits für ei­nen Wan­del ein­set­zen.