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Na­vi­ga­ti­on

Ap­pro­ba­ti­on als "Zahn­ärz­tin" oder "Zahn­arzt" mit Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on aus Dritt­staa­ten be­an­tra­gen

Der Be­ruf Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt ist in Deutsch­land re­gle­men­tiert. Das be­deu­tet: Da­mit Sie in Deutsch­land als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt oh­ne Ein­schrän­kung ar­bei­ten kön­nen, brau­chen Sie die Ap­pro­ba­ti­on. Die Ap­pro­ba­ti­on ist die staat­li­che Zu­las­sung zu dem Be­ruf. Das be­deu­tet, dass Sie oh­ne Ap­pro­ba­ti­on nicht selb­stän­dig als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt ar­bei­ten dür­fen. Auch mit ei­ner Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on aus ei­nem so­ge­nann­ten Dritt­staat kön­nen Sie in Deutsch­land die Ap­pro­ba­ti­on er­hal­ten. Dritt­staa­ten sind al­le Staa­ten, die nicht zur Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU), dem Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum (EWR) oder der Schweiz ge­hö­ren.

Um die Ap­pro­ba­ti­on zu er­hal­ten, müs­sen Sie Ih­re aus­län­di­sche Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on an­er­ken­nen las­sen. Im An­er­ken­nungs­ver­fah­ren ver­gleicht die zu­stän­di­ge Stel­le Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on mit der deut­schen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on und prüft die Gleich­wer­tig­keit. Die Gleich­wer­tig­keit der Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on ist ei­ne wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für die Er­tei­lung der Ap­pro­ba­ti­on.

Ne­ben der Gleich­wer­tig­keit der Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on müs­sen Sie noch wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung der Er­laub­nis er­fül­len. Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen sind z. B. aus­rei­chen­de deut­sche Sprach­kennt­nis­se und die ge­sund­heit­li­che Eig­nung.

Wenn Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on aus der EU, dem EWR oder Schweiz stammt, gel­ten an­de­re Re­ge­lun­gen.
Den An­trag für das Ver­fah­ren kön­nen Sie auch aus dem Aus­land stel­len.

Ge­gen den Be­scheid der zu­stän­di­gen Stel­le kön­nen Sie in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist recht­lich vor­ge­hen (zum Bei­spiel Wi­der­spruch ein­le­gen). Die Ent­schei­dung wird dann über­prüft. De­tails da­zu ste­hen in der Rechts­be­helfs­be­leh­rung am En­de Ih­res Be­schei­des. Wir emp­feh­len Ih­nen: Spre­chen Sie zu­erst mit der zu­stän­di­gen Stel­le, be­vor Sie recht­lich ge­gen die Ent­schei­dung vor­ge­hen.

Die zu­stän­di­ge Stel­le in­for­miert Sie dar­über, wel­che Un­ter­la­gen Sie ein­rei­chen müs­sen. Wich­ti­ge Un­ter­la­gen sind ge­ne­rell:

  • Iden­ti­täts­nach­weis (zum Bei­spiel Rei­se­pass oder Per­so­nal­aus­weis)
  • Ehe­ur­kun­de (wenn sich Ihr Na­me durch Hei­rat ge­än­dert hat)
  • Le­bens­lauf
  • Nach­weis Ih­rer Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on
    (zum Bei­spiel Zeug­nis­se, Be­rufs­ur­kun­de)
  • Nach­wei­se über In­halt und Dau­er Ih­rer Aus­bil­dung (zum Bei­spiel Di­plo­ma Sup­ple­ment, Tran­script of Re­cords)
  • Nach­wei­se über Ih­re re­le­van­te Be­rufs­er­fah­rung als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt (zum Bei­spiel Ar­beits­zeug­nis­se)
  • Aus­kunft, ob Sie in Deutsch­land be­reits ei­nen An­trag auf Er­tei­lung der Ap­pro­ba­ti­on ge­stellt ha­ben
  • Sie müs­sen nach­wei­sen: Sie dür­fen in Ih­rem Aus­bil­dungs­land in dem Be­ruf ar­bei­ten.
  • Sie woh­nen oder ar­bei­ten noch nicht in der EU, dem EWR oder der Schweiz? Dann müs­sen Sie nach­wei­sen: Sie wol­len in Deutsch­land in dem Be­ruf ar­bei­ten. Nach­wei­se kön­nen sein: Be­wer­bun­gen auf ei­nen Ar­beits­platz, Nach­weis über Ih­ren An­trag auf ein Ein­rei­se­vi­sum zur Er­werbs­tä­tig­keit oder per­sön­li­che Er­klä­rung

Die­se Do­ku­men­te ge­ben Sie meis­tens spä­ter ab. Die zu­stän­di­ge Stel­le in­for­miert Sie, wann Sie die Do­ku­men­te ab­ge­ben sol­len:

  • Nach­weis Ih­rer per­sön­li­chen Eig­nung: Straf­re­gis­ter­aus­zug oder Füh­rungs­zeug­nis aus Ih­rem Her­kunfts­staat. Der Nach­weis darf bei An­trag­stel­lung ma­xi­mal 3 Mo­na­te alt sein.
  • Nach­weis Ih­rer ge­sund­heit­li­chen Eig­nung: Ärzt­li­che Be­schei­ni­gung. Der Nach­weis darf bei An­trag­stel­lung ma­xi­mal 3 Mo­na­te alt sein.
  • Nach­weis Ih­rer Deutsch­kennt­nis­se: Sprach­zer­ti­fi­kat.
    Vor­aus­set­zung für die Ap­pro­ba­ti­on sind all­ge­mei­ne deut­sche Sprach­kennt­nis­se auf dem Ni­veau B2. Sie kön­nen den er­for­der­li­chen Sprach­nach­weis auch wäh­rend des Ap­pro­ba­ti­ons­ver­fah­rens nach­rei­chen. Au­ßer­dem müs­sen Sie wäh­rend des Ap­pro­ba­ti­ons­ver­fah­rens ei­nen me­di­zi­ni­schen Fach­sprach­test auf dem Ni­veau C1 ab­le­gen.

Die zu­stän­di­ge Stel­le teilt Ih­nen mit, wel­che Do­ku­men­te Sie als ein­fa­che Ko­pie, als be­glau­big­te Ko­pie oder im Ori­gi­nal ein­rei­chen müs­sen.

Wenn Ih­re Un­ter­la­gen nicht in deut­scher Spra­che vor­lie­gen, müs­sen Sie deut­sche Über­set­zun­gen von Ih­ren Un­ter­la­gen ein­rei­chen. Die Über­set­zun­gen müs­sen von Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zern ge­macht wer­den, die öf­fent­lich be­stellt oder er­mäch­tigt sind.

  • Sie ha­ben ei­ne Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt aus ei­nem Dritt­staat.
  • Sie wol­len in Deutsch­land als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt ar­bei­ten.
  • Per­sön­li­che Eig­nung: Sie sind zu­ver­läs­sig für die Ar­beit als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt und ha­ben kei­ne Vor­stra­fen.
  • Ge­sund­heit­li­che Eig­nung: Sie kön­nen psy­chisch und phy­sisch als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt ar­bei­ten.
  • Sie ha­ben Deutsch­kennt­nis­se auf dem er­for­der­li­chen Sprach­ni­veau. Das sind in der Re­gel all­ge­mei­ne Sprach­kennt­nis­se auf dem Ni­veau B2 nach dem Ge­mein­sa­men Eu­ro­päi­schen Re­fe­renz­rah­men für Spra­chen (GER) und fach­sprach­li­che Sprach­kennt­nis­se auf dem Ni­veau C1.

Die zu­stän­di­ge Stel­le in­for­miert Sie über die Kos­ten. Die Kos­ten hän­gen ge­ne­rell von dem Auf­wand für die Be­ar­bei­tung ab.

Zu­sätz­lich kön­nen wei­te­re Kos­ten ent­ste­hen (zum Bei­spiel für Über­set­zun­gen oder Be­glau­bi­gun­gen). Die­se Kos­ten sind in­di­vi­du­ell un­ter­schied­lich.

An­trag­stel­lung

Sie stel­len ei­nen An­trag auf Er­tei­lung der Ap­pro­ba­ti­on als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt bei der zu­stän­di­gen Stel­le.
Sie kön­nen den An­trag mit den Do­ku­men­ten bei der zu­stän­di­gen Stel­le ab­ge­ben oder mit der Post schi­cken. Ver­sen­den Sie kei­ne Ori­gi­na­le. Manch­mal kön­nen Sie den An­trag auch elek­tro­nisch sen­den. Die zu­stän­di­ge Stel­le in­for­miert Sie.
Die zu­stän­di­ge Stel­le über­prüft dann, ob Ih­re Aus­bil­dung der deut­schen Aus­bil­dung ent­spricht und ob al­le wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen. Die Ap­pro­ba­ti­on kann nur er­teilt wer­den, wenn Ih­re Aus­bil­dung aus ei­nem Dritt­staat mit der deut­schen Aus­bil­dung gleich­wer­tig ist.

Prü­fung der Gleich­wer­tig­keit

Die zu­stän­di­ge Stel­le ver­gleicht Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on mit der deut­schen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on. Die zu­stän­di­ge Stel­le prüft, ob Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on gleich­wer­tig ist. Die Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on ist gleich­wer­tig, wenn es kei­ne we­sent­li­chen Un­ter­schie­de zwi­schen Ih­rer aus­län­di­schen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on und der deut­schen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on gibt.

Mög­li­che Er­geb­nis­se der Prü­fung

Wenn Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on gleich­wer­tig ist, wird Ih­re aus­län­di­sche Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on an­er­kannt. Die Be­hör­de kann Ih­nen das Er­geb­nis schrift­lich be­stä­ti­gen. Sie müs­sen noch die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len und Ih­re Sprach­kennt­nis­se nach­wei­sen. Dann wird Ih­nen die Ap­pro­ba­ti­on als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt er­teilt.

Gibt es we­sent­li­che Un­ter­schie­de zwi­schen Ih­rer Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on und der deut­schen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on? Viel­leicht kön­nen Sie die Un­ter­schie­de durch Ih­re Be­rufs­pra­xis, an­de­re Kennt­nis­se oder Fä­hig­kei­ten (le­bens­lan­ges Ler­nen) aus­glei­chen. Die Be­rufs­pra­xis müs­sen Sie nach­wei­sen. Kennt­nis­se und Fä­hig­kei­ten muss ei­ne Be­hör­de des Staa­tes be­schei­ni­gen, in dem Sie die Kennt­nis­se oder Fä­hig­kei­ten er­wor­ben ha­ben.

Es kann aber sein, dass die we­sent­li­chen Un­ter­schie­de nicht durch die­se Kennt­nis­se aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen. Die zu­stän­di­ge Stel­le nennt Ih­nen die we­sent­li­chen Un­ter­schie­de und war­um Sie die we­sent­li­chen Un­ter­schie­de nicht durch Ih­re Be­rufs­pra­xis aus­glei­chen kön­nen.
In dem Be­scheid der zu­stän­di­gen Stel­le steht auch, wel­ches Ni­veau Ih­re Aus­bil­dung hat und wel­ches Ni­veau in Deutsch­land not­wen­dig ist. Sie dür­fen dann nicht als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt in Deutsch­land ar­bei­ten.

Kennt­nis­prü­fung

Wenn Ih­re Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on nicht gleich­wer­tig ist und Sie die Un­ter­schie­de nicht aus­glei­chen kön­nen, kön­nen Sie ei­ne Kennt­nis­prü­fung ab­le­gen. Die Kennt­nis­prü­fung ori­en­tiert sich an der Ab­schluss­prü­fung als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt in Deutsch­land. Die Kennt­nis­prü­fung be­steht aus ei­nem schrift­li­chen, ei­nem münd­li­chen und ei­nem prak­ti­schen Ab­schnitt.
Wenn Sie die Kennt­nis­prü­fung be­stehen und al­le wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, be­kom­men Sie die Ap­pro­ba­ti­on als Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt.

Es gibt kei­ne Frist.

Manch­mal feh­len noch Un­ter­la­gen im Ver­fah­ren. Die zu­stän­di­ge Stel­le in­for­miert Sie dann, bis wann Sie die Un­ter­la­gen nach­rei­chen müs­sen. Das Ver­fah­ren kann sich da­durch ver­län­gern.

Vor­über­ge­hen­de Be­rufs­er­laub­nis

Mit der so­ge­nann­ten vor­über­ge­hen­den Be­rufs­er­laub­nis kön­nen Sie für ei­nen be­grenz­ten Zeit­raum oh­ne Ap­pro­ba­ti­on ar­bei­ten. Mit der vor­über­ge­hen­den Be­rufs­er­laub­nis dür­fen Sie un­ter Auf­sicht ei­ner Per­son mit Ap­pro­ba­ti­on ar­bei­ten. Viel­leicht dür­fen Sie dann nur Tä­tig­kei­ten in ei­nem be­stimm­ten Ar­beits­be­reich durch­füh­ren. Sie müs­sen für die vor­über­ge­hen­de Be­rufs­er­laub­nis fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:

  • Nach­weis Ih­rer Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on
  • Ge­sund­heit­li­che Eig­nung
  • Per­sön­li­che Eig­nung
  • Deutsch­kennt­nis­se: Sie müs­sen die Deutsch­kennt­nis­se nach­wei­sen, die für die Aus­übung des Be­rufs im Rah­men der vor­über­ge­hen­den Be­rufs­er­laub­nis er­for­der­lich sind.

Sie kön­nen die Be­rufs­er­laub­nis bei der zu­stän­di­gen Stel­le be­an­tra­gen.

Gleich­wer­tig­keits­be­scheid

Im Ap­pro­ba­ti­ons­ver­fah­ren kann auch die Prü­fung der Gleich­wer­tig­keit Ih­rer Aus­bil­dung (An­er­ken­nungs­ver­fah­ren) er­fol­gen. Für das Er­geb­nis der Prü­fung kön­nen Sie ei­nen se­pa­ra­ten Be­scheid be­an­tra­gen.

Ver­fah­ren für Spät­aus­sied­ler

Als Spät­aus­sied­le­rin oder Spät­aus­sied­ler kön­nen Sie das An­er­ken­nungs­ver­fah­ren wahl­wei­se nach den hier ge­nann­ten Ge­set­zen oder nach dem Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz durch­lau­fen. Dies kön­nen Sie selbst ent­schei­den. Die zu­stän­di­ge Stel­le be­rät Sie, wel­ches Ver­fah­ren für Sie passt.