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"Ist die deutsche Erinnerungskultur gescheitert?" - Max Czollek diskutiert in Rostock

Meldung vom 12.02.2026 - Kultur, Freizeit, Sport / Umwelt und Gesellschaft

Lesung und Diskussion: Was bedeutet zeitgemäßes Gedenken?

Max Czollek und Thomas Werner im Gespräch über Erinnerungskultur
Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)

Was bedeutet zeitgemäßes Gedenken? Am 19.02.26 um 19 Uhr diskutieren Max Czollek und Thomas Werner über den Zustand und die Zukunft der deutschen Erinnerungskultur.
Ausgangspunkt des Abends ist das aktuelle Buch "Alles auf Anfang", in dem Max Czollek gemeinsam mit Hadija Haruna-Oelker das deutsche Selbstverständnis als "Aufarbeitungsweltmeister" kritisch hinterfragt. Angesichts erstarkender rechtspopulistischer Bewegungen, unzureichend aufgeklärter rechtsextremistischer Straftaten und der zunehmenden Entleerung des Leitsatzes "Nie wieder ist jetzt" stellen die Autor:innen die Frage, ob die bestehende Erinnerungskultur an ihre Grenzen gestoßen ist.

Thomas Werner rückt im Gespräch die kommunale Perspektive in den Blick: Was sind Aufgaben, Beispiele für gelungene Erinnerungsarbeit, "Gedenk-Baustellen" in der Stadt? Wo gab oder gibt es blinde Flecken? Wie viel Arbeit und Gespräch stecken in jedem kleinen Schritt? Wie anschlussfähig ist die konstruktive Kritik von Czollek und Haruna-Oelker aus Sicht eines Vertreters der kommunalen Verwaltung?

Max Czollek zählt zu den profiliertesten Stimmen der gegenwärtigen Debatte um Antisemitismus, Rassismus und eine plurale Erinnerungskultur. Zuletzt erschien sein Essayband "Versöhnungstheater" (2023). Er ist Mitherausgeber des Magazins "Jalta - Positionen zur jüdischen Gegenwart" und gemeinsam mit Hadija Haruna-Oelker Host des Podcasts "Trauer & Turnschuh".

Thomas Werner ist Leiter des Bereiches Kulturförderung im Kulturamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Im Jahr 2023 wurde dort eine Arbeitsstelle für die kommunale Gedenk- und Erinnerungskultur geschaffen. Auch die Kunst im öffentlichen Raum, zu der einige Gedenkorte und Denkmäler zählen, ist im Bereich Kulturförderung angesiedelt.

Tickets sind im Vorverkauf über MV TICKET erhältlich.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, der Jüdischen Gemeinde Rostock, des Literaturhauses Rostock und der Kunsthalle Rostock mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.