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Kindern ein Zuhause schenken: Dank an Rostocker Pflegefamilien

Pressemitteilung vom 28.01.2026 - Umwelt und Gesellschaft

Wenn ein Kind in eine Pflegefamilie kommt, ist das für alle einen Neuanfang. Vertrauen und Halt brauchen Zeit zum Wachsen und der bisherige Familienalltag verändert sich. Amelie und Thomas Hampel aus Rostock wissen das aus eigener Erfahrung. Seit rund zehn Monaten kümmern sie sich um den vierjährigen Finn (Name geändert), der bei ihnen ein neues Zuhause gefunden hat.

Die 39-jährigen Pflegeeltern sprechen ehrlich über ihren Alltag, über Unsicherheiten, Lernprozesse, kleine und große Fortschritte. „Wir kommen als Pflegeeltern natürlich an unsere Grenzen, sowohl körperlich als auch mental“, berichten sie offen. „Aber wir können sagen: Es zahlt sich aus. Wir haben uns selbst als Paar viel besser kennengelernt und es ist so schön zu sehen, wie wir als Familie immer mehr zusammenwachsen“, berichten beide mit Stolz. Finn ist ein aufgeweckter fröhlicher Junge. Manchmal aber fällt es ihm schwer, mit negativen Emotionen wie Wut umzugehen. „Wir sind immer noch dabei, seine Bedürfnisse lesen zu lernen und einzuordnen.“ Beim Kindersport kann er sich seit Kurzem austoben und lernt, seine Energie besser zu steuern. Geduld und das gemeinsame Wachsen als Familie prägen ihren Alltag.

Authentische Berichte aus dem Alltag wie diese zeigen, was Pflegekinderhilfe ausmacht. „Die Eltern leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Kinder und unsere Gesellschaft“, betont Jugendamtsleiterin Miriam Pilz. Beim Neujahrsempfang des Rostocker Pflege-Familienzentrums Ende Januar dankte sie den Familien für ihr besonderes Engagement, die Kindern wie Finn Schutz, Stabilität und Zeit schenken. Unterschiedliche Verläufe von Pflegeverhältnissen seien dabei kein Scheitern, sondern vielmehr ein Ausdruck individueller Lebenswege.

Grit Gaida, Leiterin des Pflegefamilienzentrums, und Miriam Pilz richteten einen besonderen gemeinsamen Dank an die Bereitschaftspflegefamilien. Sie nehmen Kinder in Krisensituationen kurzfristig auf und geben ihnen Halt, wenn vieles noch ungewiss ist. Diese Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, Fachlichkeit und persönlicher Belastbarkeit. Ihr Einsatz verdient tiefen Respekt und Anerkennung, unterstrichen Grit Gaida und Miriam Pilz. Gleichzeitig steht die Pflegekinderhilfe vor großen Herausforderungen. Kinder bleiben immer länger in der Bereitschaftspflege, da geeignete Dauerpflegefamilien fehlen. Deshalb arbeitet das Jugendamt zusammen mit Trägern an einem Entlastungskonzept und fachlichen Standards für die Bereitschaftspflege, die 2026 eingeführt werden sollen. Auf der Bundeseben rückt die Kampagne „Zeit, die prägt“ des Ministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Pflegekinderhilfe in den Mittelpunkt. Neben weiteren Erfahrungsberichten sensibilisiert die Kampagne für die Voraussetzungen einer Pflegeelternschaft und verweist auf die Jugendämter vor Ort.

Um interessierte Rostockerinnen und Rostocker für ein Pflegekind zu gewinnen und Berührungsängste abzubauen, bietet das Pflege-Familien-Zentrum der Caritas regelmäßige Informationsabende an. Dort berichten Pflegeeltern aus ihrem Alltag, beantworten Fragen und geben Einblicke in diese verantwortungsvolle Aufgabe. Der Einblick von Amelie, Thomas und Finn zeigt dabei exemplarisch, was Pflegefamilien leisten: Sie geben Kindern Zeit und Raum für sich und wachsen dabei selbst als Familie zusammen.

Nächste Informationsabende des Pflegefamilienzentrums:

Montag, 23. Februar 2026, um 19 Uhr
Bildungsangebot für Pflegeeltern: „Überblick über die Rostocker Schullandschaft“

Mittwoch, 25. Februar 2026, um 9.30 Uhr
Klön-Café für Verwandtenpflegefamilien

13. bis 15. März 2026
Pflegefamilien-Wochenende im Zingsthof