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Be­ra­tungs­hil­fe

Wer ei­ne Rechts­be­ra­tung oder Rechts­ver­tre­tung be­nö­tigt, aber die er­for­der­li­chen Mit­tel da­für nicht auf­brin­gen kann, kann Be­ra­tungs­hil­fe er­hal­ten. Die Be­ra­tungs­hil­fe si­chert Men­schen mit nied­ri­gem Ein­kom­men ge­gen ei­ne ge­rin­ge Ei­gen­be­tei­li­gung Rechts­be­ra­tung und Rechts­ver­tre­tung au­ßer­halb ei­nes ge­richt­li­chen Ver­fah­rens und im ob­li­ga­to­ri­schen Schlich­tungs­ver­fah­ren nach dem Schlich­tungs­ge­setz.

Die Be­ra­tungs­hil­fe wird ge­währt in An­ge­le­gen­hei­ten

  • des Zi­vil­rechts, ein­schlie­ß­lich der An­ge­le­gen­hei­ten für de­ren Ent­schei­dung die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen zu­stän­dig sind (z.B. Kauf­recht, Miet­recht, nach­bar­recht­li­che Strei­tig­kei­ten, Fa­mi­li­en­sa­chen),
  • des Ver­wal­tungs­rechts (z.B. Wohn­geld, Bau­sa­chen, Schul- und Hoch­schul­recht, Ge­wer­be­recht, Wehr­dienst- und Zi­vil­dienst­recht),
  • des Ver­fas­sungs­rechts (z.B. Ver­fas­sungs­be­schwer­de ge­gen Grund­rechts­ver­let­zung),
  • des So­zi­al­rechts (z.B. Ren­ten- und Ver­sor­gungs­an­ge­le­gen­hei­ten oder Fra­gen zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung).

In An­ge­le­gen­hei­ten des Straf­rechts und des Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­rechts wird nur Be­ra­tung und kei­ne Ver­tre­tung ge­währt.

Die Be­ra­tungs­hil­fe kann bei der Rechts­an­trags­stel­le des zu­stän­di­gen Amts­ge­rich­tes be­an­tragt wer­den. So­weit dem An­lie­gen durch ei­ne so­for­ti­ge Aus­kunft, ei­nen Hin­weis auf an­de­re Mög­lich­kei­ten für Hil­fe oder die Auf­nah­me ei­nes An­trags oder ei­ner Er­klä­rung ent­spro­chen wer­den kann, leis­tet der Rechts­pfle­ger die Be­ra­tungs­hil­fe.

An­dern­falls prüft er, ob die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind und stellt ei­nen Be­ra­tungs­schein aus. Mit die­sem Be­ra­tungs­schein kann ein An­walt, den man selbst wäh­len kann, auf­ge­sucht wer­den. Für die Be­ra­tung ist ein Ei­gen­an­teil in Hö­he von 15 Eu­ro zu zah­len.

Es kann auch un­mit­tel­bar ein Rechts­an­walt auf­ge­sucht wer­den. Der Rechts­an­walt kann nach­träg­lich den An­trag auf Be­wil­li­gung der Be­ra­tungs­hil­fe beim Amts­ge­richt stel­len.

Die Be­ra­tungs­hil­fe kön­nen Sie nur für ei­ne au­ßer­ge­richt­li­che Be­ra­tung und Ver­tre­tung er­hal­ten. Ist die Durch­füh­rung ei­nes ge­richt­li­chen Ver­fah­rens er­for­der­lich, weil kei­ne au­ßer­ge­richt­li­che Ei­ni­gung zu­stan­de ge­kom­men ist, be­steht die Mög­lich­keit, Pro­zess­kos­ten­hil­fe in An­spruch zu neh­men.

Bei ei­ni­gen Amts­ge­rich­ten sind Be­ra­tungs­stel­len für Per­so­nen mit ge­rin­gem Ein­kom­men ein­ge­rich­tet. Die­se Be­ra­tungs­stel­len sind als zu­sätz­li­ches An­ge­bot des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums in Zu­sam­men­ar­beit mit den ört­li­chen An­walts­ver­ei­nen ne­ben der klas­si­schen Be­ra­tungs­hil­fe an­zu­se­hen. Nä­he­re Hin­wei­se hier­zu fin­den Sie auf der Home­page des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums Meck­len­burg-Vor­pom­mern un­ter dem Stich­wort "Be­ra­tungs­hil­fe - An­walt­li­che Be­ra­tungs­stel­le bei den Amts­ge­rich­ten".

  • § 1 Be­ra­tungs­hil­fe­ge­setz - BerHG - (Vor­aus­set­zun­gen)
  • § 2 Be­ra­tungs­hil­fe­ge­setz - BerHG - (Be­ra­tung und Ver­tre­tung)
  • § 3 Be­ra­tungs­hil­fe­ge­setz - BerHG - (Ge­wäh­rung von Be­ra­tungs­hil­fe)
  • § 4 Be­ra­tungs­hil­fe­ge­setz - BerHG - (Ent­schei­dung über An­trag)
  • § 8 Be­ra­tungs­hil­fe­ge­setz - BerHG - (Ge­bühr des Rechts­an­walts)
  • § 44 Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz - RVG - (Ver­gü­tungs­an­spruch bei Be­ra­tungs­hil­fe)
  • Rei­se­pass oder Per­so­nal­aus­weis
  • Ein­kom­mens­nach­weis oder Steu­er­be­scheid
  • Miet­ver­trag (an­ge­mes­se­ne Miet­kos­ten wer­den be­rück­sich­tigt)
  • Sons­ti­ge Be­le­ge über Aus­ga­ben, Ein­kom­men und Ver­mö­gens­wer­te
  • Der Recht­su­chen­de be­nö­tigt Hil­fe bei der Wahr­neh­mung sei­ner Rech­te. Die Be­ra­tungs­hil­fe dient der Rechts­be­ra­tung, nicht dem Aus­gleich von Sprach-, Le­se- oder Schreib­de­fi­zi­ten oder der all­ge­mei­nen Le­bens­hil­fe.
  • Der Recht­su­chen­de kann die er­for­der­li­chen Mit­tel nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen nicht auf­brin­gen, weil sein ein­zu­set­zen­des Ein­kom­men das Exis­tenz­mi­ni­mum nicht oder nur un­we­sent­lich über­steigt.
  • Es ste­hen kei­ne an­de­ren Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung, de­ren In­an­spruch­nah­me dem Recht­su­chen­den zu­zu­mu­ten ist. Das hei­ßt, Sie soll­ten prü­fen, ob ei­ne Rechts­schutz­ver­si­che­rung be­steht und ob die­se die Kos­ten über­neh­men muss. Eben­so soll­ten Sie prü­fen, ob ei­ne Mög­lich­keit der kos­ten­lo­sen Be­ra­tung und Ver­tre­tung be­steht, bei­spiels­wei­se als Mit­glied ei­nes Mie­ter­ver­ei­nes. Ei­ne Mög­lich­keit zur kos­ten­lo­sen Be­ra­tung be­steht häu­fig bei So­zi­al- be­zie­hungs­wei­se Ver­wal­tungs­be­hör­den, ins­be­son­de­re im Vor­feld ei­nes dort zu stel­len­den An­trags.
  • Die Wahr­neh­mung der Rech­te darf nicht mut­wil­lig sein. Mut­wil­lig­keit liegt vor, wenn ein ver­nünf­ti­ger Selbst­zah­ler an­stel­le des Recht­su­chen­den da­von ab­se­hen wür­de, sich in der An­ge­le­gen­heit auf ei­ge­ne Kos­ten recht­lich be­ra­ten oder ver­tre­ten zu las­sen.

Hin­weis: Be­ra­tungs­hil­fe wird nicht ge­währt, wenn der Ehe­gat­te oder bei ei­nem un­ver­hei­ra­te­ten Kind die El­tern oder ein El­tern­teil auf­grund ge­setz­li­cher Un­ter­halts­pflich­ten für die Kos­ten der Rechts­be­ra­tung auf­kom­men müs­sen.

Die Be­ra­tung und die Aus­stel­lung des Be­ra­tungs­schei­nes durch die Rechts­an­trags­stel­le sind kos­ten­los. Dem Rechts­an­walt, der auf Grund der Be­ra­tungs­hil­fe tä­tig wird, ist ein Be­trag von 15 Eu­ro zu zah­len.

Ent­we­der wen­den Sie sich an die Rechts­an­trags­stel­le des Amts­ge­richts oder di­rekt an ei­nen Rechts­an­walt.

Bei der Rechts­an­trags­stel­le müs­sen Sie ei­nen An­trag auf Be­wil­li­gung der Be­ra­tungs­hil­fe stel­len. Falls Sie den An­trag schrift­lich stel­len, müs­sen Sie da­zu ei­nen be­stimm­ten Vor­druck ver­wen­den. Hin­wei­se zum An­trag fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Be­ra­tungs­hil­fe" im Merk­blatt des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz.

Er­for­der­lich sind An­ga­ben zur Per­son, zu den Ein­kom­mens­ver­hält­nis­sen, zum Ver­mö­gen und zu den ein­zel­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den, den Wohn­kos­ten, den Un­ter­halts­leis­tun­gen für ge­setz­li­che Un­ter­halts­be­rech­tig­te und even­tu­ell zu be­son­de­ren Be­las­tun­gen (z.B. we­gen Kör­per­be­hin­de­rung oder ho­her Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen). Mit dem Be­rech­ti­gungs­schein kann ein An­walt ei­ge­ner Wahl auf­ge­sucht wer­den. Der Be­rech­ti­gungs­schein be­rech­tigt grund­sätz­lich nur zur In­an­spruch­nah­me ei­ner an­walt­li­chen Be­ra­tung. Die Ver­tre­tung durch ei­nen Rechts­an­walt kann nur be­an­sprucht wer­den, wenn die Ver­tre­tung zur Wahr­neh­mung der Rech­te er­for­der­lich ist.

Sie kön­nen sich auch di­rekt an ei­nen Rechts­an­walt wen­den. Dem Rechts­an­walt müs­sen die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se dar­ge­legt wer­den und es muss ver­si­chert wer­den, dass in der­sel­ben An­ge­le­gen­heit bis­her we­der Be­ra­tungs­hil­fe ge­währt noch durch das Amts­ge­richt ver­sagt wor­den ist. Der An­trag auf Be­wil­li­gung der Be­ra­tungs­hil­fe ist in die­sem Fall nach­träg­lich bei Ge­richt ein­zu­rei­chen.

Kei­ne