Klimaschutz in Rostock – strategisch, vernetzt und wirksam
„Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und wir sind die letzte Generation, die etwas dagegen tun kann.“ (Barack Obama)
Die Abteilung Klimaschutz übernimmt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung und Moderation der Energiewende in Rostock. Im Fokus steht die Umstellung von fossilen auf klimaneutrale Energieträger sowie die Steigerung der Energieeffizienz – unter anderem durch den Aufbau eines kommunalen Energiemanagements.
Ein weiteres zentrales Arbeitsfeld ist die Erstellung von Klimabilanzen und die jährliche Berichterstattung an die Bürgerschaft. So wird die Entwicklung der CO₂-Emissionen transparent dokumentiert und der Fortschritt messbar gemacht.
Die strategische Grundlage bildet der „Masterplan 100 % Klimaschutz“ sowie der „Wärmeplan Rostock 2035“. Beide Konzepte zeichnen den Transformationspfad der Stadt auf und unterlegen ihn mit konkreten Maßnahmen in allen relevanten Handlungsfeldern.
Darüber hinaus engagiert sich die Abteilung in der Klimaschutzbildung und Öffentlichkeitsarbeit und übernimmt fachliche Querschnittsaufgaben – beispielsweise in der Beteiligung, Beratung und Netzwerkkoordination.
Bleiben Sie über die wichtigsten aktuellen Themen unseres Amtes informiert! Hier finden Sie Links zu zentralen Themen wie den Konzepten Klimaneutralität 2035 und Wärmeplan sowie zur aktuellen Fernwärmesatzung.
Seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert sich die Hanse- und Universitätsstadt Rostock aktiv für den Klimaschutz und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Bereits 1991 trat Rostock mit dem Senatsbeschluss 143/25/91 dem Klimabündnis europäischer Städte / Alianza del Clima e.V. bei und verpflichtete sich, die CO₂-Emissionen bis 2010 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Ein Jahr später folgte mit der Einführung der Wärmesatzung - dem Vorläufer der heutigen Fernwärmesatzung - ein weiterer wichtiger Schritt zur Verringerung der Heizungsemissionen.
1999 wurde der Energiesparwettbewerb an Schulen eingeführt, um Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte für den Ressourcenschutz zu sensibilisieren und gleichzeitig Betriebskosten einzusparen. Im selben Jahr erhielt die Rostocker Heide das FSC-Zertifikat, und die Verwendung von Tropenholz im Stadtgebiet wurde untersagt. Im Jahr 2000 wurde dann durch das Verabschieden der Leitlinien der Stadtentwicklung der Klimaschutz als zentrales Ziel verankert – insbesondere durch die Senkung des Energieverbrauchs und den Einsatz emissionsarmer, erneuerbarer Energieträger.
Mit dem Klimaschutzrahmenkonzept von 2005 legte Rostock sieben konkrete Klimaschutzziele fest. Zwei Jahre später folgte der Bürgerschaftsbeschluss zur Einrichtung einer Klimaschutzleitstelle (KSL), welche am 1. November 2008 mit zwei Vollzeitstellen die Arbeit aufnahm. Parallel dazu wurde die Wärmesatzung novelliert und zur heutigen Fernwärmesatzung mit Anschluss- und Benutzungspflicht erweitert. Die KSL konzentrierte sich zunächst auf Einsparungen innerhalb der Verwaltung sowie die Beratung des Kommunalen Betriebes Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE).
2009 gründete sich der Arbeitskreis Energiewende (AKEWR) im Rahmen des Agenda21-Rates, und im November trat Rostock dann dem EU-Konvent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zum Klimaschutz bei. 2010 wurde die Klimaschutzleitstelle durch einen Klimaschutzmanager verstärkt, der über die Klimaschutzinitiative des Bundes (KSI) gefördert wurde. Zu den Erfolgen dieser Zeit gehören die Unterstützung der ersten Bürgerenergiegenossenschaft in Rostock und der Bau ihrer ersten Solardachanlage in Lichtenhagen. Zwischen 2010 und 2012 nahm Rostock zudem an einem EU-Projekt zur Einführung energieeffizienter LED-Beleuchtung im öffentlichen Raum teil – unter anderem am Schwanenteich, an der Kunsthalle und entlang des Fahrradwegs Groß Klein–Werftallee.
Am 12. April 2011 wurde das Energiebündnis Rostock gegründet – ein Netzwerk aus Vertretern der Stadt, kommunalen Unternehmen, der Universität sowie energieorientierten Privatunternehmen, welches seit 2018 als gemeinnütziger Verein fortbesteht. 2012 konnte sich Rostock erfolgreich als „Masterplankommune 100 % Klimaschutz“ bewerben – damals als einzige Kommune aus den neuen Bundesländern in diesem 3-jährigem Förderprogramm. Ziel war es, einen Plan aufzustellen mit dem Endergebnis einer Halbierung des Energieverbrauches bis 2050 sowie die Senkung der CO₂-Emissionen um 95 % gegenüber 1990. Der Bürgerschaftsbeschluss zum Masterplan folgte 2013/2014, begleitet von einem Förderprojekt zur Verstetigung der Umsetzungsstrukturen.
Parallel dazu etablierte sich ab 2012 der jährliche Klimaaktionstag im September als wunderbares Mittel das öffentliche Engagement für den Klimaschutz zu steigern, ergänzt wurde dieser 2014 durch die „Woche für Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ mit einem umfangreichen Programm in der gesamten Stadt. 2017 wurde die Fernwärmesatzung erneut überarbeitet – nun unter Berücksichtigung der CO₂-Emissionen als Kriterium für Ausnahmegenehmigungen. In den Jahren 2017 bis 2022 engagierte sich Rostock außerdem in einem internationalen Kooperationsprojekt zur Kreislaufwirtschaft von Grünschnittabfällen in der tunesischen Stadt Bizerte.
Ein weiterer Höhepunkt war2019die Ausrichtung derInternationalen Konferenz des Klimabündnisses/ Alianza del Clima e.V. in Rostock. Im Jahr darauf begann die Erarbeitung des Wärmeplans Rostock 2050 (später angepasst auf 2035) mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Der Prozess wurde von mehreren öffentlichen Veranstaltungen begleitet, und bereits am 22. Juni 2022 verabschiedete die Bürgerschaft den fertigenWärmeplan– ganze anderthalb Jahre vor der bundesweiten Verpflichtung durch das Wärmeplangesetz.
Im Jahr 2022 wurde die Klimaschutzleitstelle in dasSachgebiet„Zukunftsaufgaben, Klimaschutz und Energie“ überführt, welche sich nun seit Juni 2024 alseigenständige Abteilung „Klimaschutz“mit derzeit acht festen und befristeten, projektbezogenen Mitarbeitenden für diesen in Rostock engagiert.
Aktuellkonzentriert sich Rostock auf die Umsetzung des Wärmeplanes. Dazu gehören das „Dialogforum Kommunale Wärmeplanung“, regelmäßige Arbeitsgruppentreffen mit den Stadtwerken, eine Machbarkeitsstudie zu saisonalen Wärmespeichern sowie vielen weiteren Projekten.
Der neue, öffentlicheSolarwirtschaftlichkeitsrechnerermöglicht es den Gebäudeeigentümern, sich über die Wirtschaftlichkeit einer möglichen Solaranlage auf ihrem Dach zu informieren. Weiterhin gewährleistet die Website desKlimaKompass einen interessanten Einblick in Rostocks Klima, da hier aussagekräftige Daten und Bilanzen zu diesem anschaulich visualisiert werden.