Home
Na­vi­ga­ti­on

Ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­che Stof­fe: Be­fä­hi­gungs­schein nach dem Spreng­stoff­ge­setz be­an­tra­gen

So­fern Sie nicht im Be­sitz ei­ner ent­spre­chen­den Er­laub­nis nach dem Spreng­stoff­recht sind, dür­fen Sie als ver­ant­wort­li­che Per­son nur mit er­laub­nis­pflich­ti­gen ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen um­ge­hen oder mit die­sen han­deln, wenn Sie ei­nen be­hörd­li­chen Be­fä­hi­gungs­schein zum Um­gang und/oder Ver­kehr mit ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen nach dem Spreng­stoff­ge­setz be­sit­zen.

Als ver­ant­wort­li­che Per­son bzw. Auf­sichts­per­son zäh­len ins­be­son­de­re Lei­ter oder Lei­te­rin­nen ei­ner Be­triebs­ab­tei­lung, Spreng­be­rech­tig­te, Be­triebs­meis­ter oder Be­triebs­meis­te­rin­nen, fach­tech­ni­sches Auf­sichts­per­so­nal in der Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gung und La­ger­ver­wal­ter oder La­ger­ver­wal­te­rin­nen so­wie Per­so­nen, die zum Ver­brin­gen ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­cher Stof­fe, zu de­ren Über­las­sen an an­de­re oder zum Emp­fang die­ser Stof­fe von an­de­ren be­stellt sind.

Ein Be­fä­hi­gungs­schein für den Um­gang und/oder Ver­kehr mit ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen wird nur na­tür­li­chen Per­so­nen aus­ge­stellt.

Grund­sätz­lich wer­den Sie als an­trag­stel­len­de Per­son ei­nen Be­fä­hi­gungs­schein zum Um­gang und/oder Ver­kehr mit ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen nach dem Spreng­stoff­ge­setz er­hal­ten, wenn Sie

  • zu­ver­läs­sig
  • fach­kun­dig und
  • per­sön­lich ge­eig­net sind und
  • das 21. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben.

Sie müs­sen ei­nen staat­li­chen oder staat­lich an­er­kann­ten Fach­kun­de­lehr­gang ab­sol­viert ha­ben. An ei­nem sol­chen Lehr­gang dür­fen je­doch nur Per­so­nen teil­neh­men, die ei­ne Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung vor­le­gen kön­nen.

Der Be­fä­hi­gungs­schein zum Um­gang und/oder Ver­kehr mit ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen nach dem Spreng­stoff­ge­setz wird nur auf An­trag und in der Re­gel für die Dau­er von fünf Jah­ren aus­ge­stellt. Er kann in­halt­lich be­schränkt, be­fris­tet und, auch nach­träg­lich mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.

Wi­der­spruch (je nach Lan­des­recht kann der Wi­der­spruch aus­ge­schlos­sen sein), ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Kla­ge

  • aus­ge­füll­tes For­mu­lar "An­trag auf Er­tei­lung ei­nes Be­fä­hi­gungs­schei­nes nach § 20 des Spreng­stoff­ge­set­zes" so­wie ge­ge­be­nen­falls das Form­blatt "Bei­blatt A"
  • gül­ti­ger Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass
  • er­for­der­li­che Nach­wei­se über die Fach­kun­de nach § 9 SprenG
  • Bei EU-Aus­län­dern: Be­schei­ni­gung zur Be­ur­tei­lung der Zu­ver­läs­sig­keit in be­glau­big­ter Über­set­zung der zu­stän­di­gen Jus­tiz- oder Ver­wal­tungs­be­hör­de Ih­res Hei­mat- oder Her­kunfts­lan­des (z.B. Straf­re­gis­ter­aus­zug). Die Be­schei­ni­gung soll nicht äl­ter als drei Mo­na­te sein. Im Üb­ri­gen dür­fen nur sol­che Tat­sa­chen als nach­ge­wie­sen an­ge­se­hen wer­den, die von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Hei­mat- oder Her­kunfts­lan­des be­stä­tigt wor­den sind.

Sie er­hal­ten als an­trag­stel­len­de Per­son ei­nen Be­fä­hi­gungs­schein zum Um­gang und/oder Ver­kehr mit ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­chen Stof­fen nach dem Spreng­stoff­ge­setz, wenn Sie

  • ei­ne na­tür­li­che Per­son,
  • zu­ver­läs­sig,
  • fach­kun­dig und
  • per­sön­lich ge­eig­net sind und
  • das 21. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben.

Rich­tet sich nach der je­wei­li­gen Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­ord­nung des Lan­des bzw. nach den Ge­büh­ren­sat­zun­gen der nach Lan­des­recht zu­stän­di­gen Stel­len.

Sie kön­nen den An­trag schrift­lich oder elek­tro­nisch stel­len.

Wenn Sie den An­trag ge­stellt ha­ben und al­le Un­ter­la­gen voll­stän­dig vor­lie­gen, prüft die zu­stän­di­ge Stel­le, ob al­le Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung des Be­fä­hi­gungs­scheins er­füllt sind.

Wenn al­le Un­ter­la­gen voll­stän­dig sind, er­hal­ten Sie den be­an­trag­ten Be­fä­hi­gungs­schein.

Sind die Un­ter­la­gen voll­stän­dig, wird Ihr An­trag zeit­nah be­ar­bei­tet.

Der Be­fä­hi­gungs­schein wird in der Re­gel für die Dau­er von fünf Jah­ren er­teilt.

Für ei­ne Ver­län­ge­rung des Be­fä­hi­gungs­schei­nes ist bei wei­ter be­stehen­der Zu­ver­läs­sig­keit ein Wie­der­ho­lungs­lehr­gang zu be­le­gen.

Der An­trag ist recht­zei­tig, spä­tes­tens 8-10 Wo­chen vor der be­ab­sich­tig­ten Auf­nah­me ei­ner un­ter das SprengG fal­len­den Tä­tig­keit zu stel­len.

Die Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung darf nicht äl­ter als ein Jahr sein.

Der Be­fä­hi­gungs­schein be­rech­tigt zu Tä­tig­kei­ten bei ei­nem Un­ter­neh­men mit ei­ner Er­laub­nis nach dem Spreng­stoff­recht.

Möch­te der Fach­kun­di­ge selbst­stän­dig tä­tig sein, muss ein An­trag auf Er­laub­nis nach dem Spreng­stoff­recht ge­stellt wer­den.