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Na­vi­ga­ti­on

Ge­mein­sa­mer Flä­chen­nut­zungs­plan: sich an der Er­stel­lung be­tei­li­gen

Flä­chen­nut­zungs­plä­ne sind vor­be­rei­ten­de Bau­leit­plä­ne, die in der Re­gel für das ge­sam­te Ge­biet ei­ner Ge­mein­de er­stellt wer­den. Aus ih­nen her­aus wer­den Be­bau­ungs­plä­ne (ver­bind­li­che Bau­leit­plä­ne) ent­wi­ckelt. Bau­leit­plä­ne sol­len die bau­li­che und sons­ti­ge Nut­zung der Grund­stü­cke vor­be­rei­ten und lei­ten. In Flä­chen­nut­zungs­plä­nen kön­nen bei­spiels­wei­se dar­ge­stellt wer­den:

  • Bau­flä­chen (wie Wohn­bau­flä­chen, ge­misch­te Bau­flä­chen, ge­werb­li­che Bau­flä­chen) oder Bau­ge­bie­te (wie Misch­ge­bie­te, ur­ba­nes Ge­biet),
  • Flä­chen für Ver­kehr,
  • die Aus­stat­tung des Plan­ge­biets mit An­la­gen und Ein­rich­tun­gen, die der Ver­sor­gung mit Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen die­nen, die dem Kli­ma­wan­del ent­ge­gen­wir­ken und die der An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del die­nen,
  • Flä­chen für Maß­nah­men zum Schutz, zur Pfle­ge und zur Ent­wick­lung von Bo­den, Na­tur und Land­schaft, Ver­kehrs­flä­chen und von Be­bau­ung frei zu hal­ten­de Flä­chen.

Ge­mein­sa­me Flä­chen­nut­zungs­plä­ne sol­len auf­ge­stellt wer­den, wenn die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung be­nach­bar­ter Ge­mein­den durch ge­mein­sa­me Vor­aus­set­zun­gen und Be­dürf­nis­se be­stimmt ist oder ein ge­mein­sa­mer Flä­chen­nut­zungs­plan ei­nen ge­rech­ten Aus­gleich der Be­lan­ge er­mög­licht. Sie sol­len ins­be­son­de­re auf­ge­stellt wer­den, wenn die Zie­le der Raum­ord­nung oder wenn Ein­rich­tun­gen und An­la­gen des öf­fent­li­chen Ver­kehrs, sons­ti­ge Er­schlie­ßungs­an­la­gen so­wie Ge­mein­be­darfs- oder sons­ti­ge Fol­ge­ein­rich­tun­gen ei­ne ge­mein­sa­me Pla­nung er­for­dern.

Im Rah­men der Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung ha­ben Pri­vat­per­so­nen und Un­ter­neh­men un­ab­hän­gig von Wohn- oder Fir­men­sitz das Recht, sich an ei­nem Ver­fah­ren zur Auf­stel­lung, Än­de­rung oder Auf­he­bung ei­nes ge­mein­sa­men Flä­chen­nut­zungs­plans be­tei­li­gen. Auch Kin­der sind Teil der Öf­fent­lich­keit. Mit Ih­rer Be­tei­li­gung kön­nen Sie an der Pla­nung mit­wir­ken.

Die Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung ist zwei­stu­fig aus­ge­stal­tet:

  • Ge­gen­stand der früh­zei­ti­gen Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung sind die all­ge­mei­nen Zie­le und Zwe­cke der Pla­nung, über die die Öf­fent­lich­keit zu­nächst zu un­ter­rich­ten ist. Der Öf­fent­lich­keit ist so­dann Ge­le­gen­heit zur Äu­ße­rung und Er­ör­te­rung zu ge­ben.
  • Ge­gen­stand der zwei­ten Stu­fe der Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung ist der Ent­wurf des ge­mein­sa­men Flä­chen­nut­zungs­plans, ein­schlie­ß­lich der Be­grün­dung. Der Ent­wurf ist für die Zeit von im Re­gel­fall 30 Ta­gen im In­ter­net zu ver­öf­fent­li­chen; par­al­lel muss min­des­tens ei­ne leicht zu er­rei­chen­de Zu­gangs­mög­lich­keit er­öff­net wer­den. 

Be­hör­den oder sons­ti­ger Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge wer­den bei der Fest­stel­lung ei­ner Be­trof­fen­heit von der zu­stän­di­gen Be­hör­de oder dem Ver­fah­rens­trä­ger da­zu auf­ge­for­dert, sich zu be­tei­li­gen und Ih­re Stel­lung­nah­me ab­zu­ge­ben.

Der ge­mein­sa­me Flä­chen­nut­zungs­plan be­steht im All­ge­mei­nen aus

  • ei­nem Re­ge­lungs­teil, der ins­be­son­de­re Kar­ten mit zeich­ne­ri­schen und text­li­chen Dar­stel­lun­gen um­fasst, und
  • ei­ner Plan­be­grün­dung mit Dar­le­gun­gen zu Zie­len, Zwe­cken und we­sent­li­chen Aus­wir­kun­gen der Pla­nung, dem Um­welt­be­richt und An­ga­ben da­zu, wie die be­trof­fe­nen öf­fent­li­chen und pri­va­ten Be­lan­ge ge­gen­ein­an­der und un­ter­ein­an­der ge­recht ab­ge­wo­gen wor­den sind.
  • Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt

Als Pri­vat­per­son, In­ter­es­sen­ver­band oder Un­ter­neh­men kön­nen Sie sich ab der öf­fent­li­chen Be­kannt­ma­chung zum ge­mein­sa­men Flä­chen­nut­zungs­plan äu­ßern oder Stel­lung neh­men. Als Be­hör­de oder Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge wer­den Sie bei ei­ner fest­ge­stell­ten Be­trof­fen­heit von den zu­stän­di­gen Be­hör­den für das Ver­fah­ren an­ge­schrie­ben und auf­ge­for­dert, ei­ne Stel­lung­nah­me vor­ran­gig elek­tro­nisch ab­zu­ge­ben.

Nach Fris­ten­de prü­fen die Ge­mein­den die ein­ge­gan­ge­nen Stel­lung­nah­men. Die Ge­mein­de­ver­tre­tun­gen wä­gen die Stel­lung­nah­men an­schlie­ßend ab und ent­schei­den über die­se. Da­bei wer­den al­le pri­va­ten und öf­fent­li­chen Be­lan­ge be­rück­sich­tigt. Das Er­geb­nis der Ab­wä­gung wird Ih­nen mit­ge­teilt.

Die Dau­er des Ver­fah­rens ist va­ria­bel und ab­hän­gig vom Um­fang der ein­ge­gan­ge­nen Be­tei­li­gun­gen.
 

Die Be­tei­li­gungs­frist be­trägt min­des­tens ei­nen Mo­nat.