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Na­vi­ga­ti­on

Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen für Kin­der und Ju­gend­li­che durch­füh­ren

Die Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen für Kin­der und Ju­gend­li­che, die so­ge­nann­ten U1 bis U9 so­wie J1, kön­nen ein wich­ti­ger Bau­stein zur ge­sun­den kind­li­chen Ent­wick­lung sein. Ge­ra­de in den ers­ten Le­bens­jah­ren ma­chen Kin­der ge­wal­ti­ge Ent­wick­lungs­schrit­te.

Bei den "U"-Un­ter­su­chun­gen wer­den der all­ge­mei­ne Ge­sund­heits­zu­stand und die al­ters­ge­mä­ße Ent­wick­lung ei­nes Kin­des re­gel­mä­ßig ärzt­lich über­prüft. So kön­nen mög­li­che Pro­ble­me oder Auf­fäl­lig­kei­ten früh­zei­tig er­kannt und be­han­delt wer­den.

Die Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen für Kin­der und Ju­gend­li­che sind als Leis­tun­gen der Ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung fest­ge­legt. Die In­hal­te, Zeit­punk­te und Struk­tur des Un­ter­su­chungs­pro­gramms legt der Ge­mein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G-BA) in der Richt­li­nie über die Früh­erken­nung von Krank­hei­ten bei Kin­dern (Kin­der-Richt­li­nie) fest.

Die ein­zel­nen U-Un­ter­su­chun­gen be­stehen aus:

  • spe­zi­el­len Scree­ning-Un­ter­su­chun­gen auf be­stimm­te Er­kran­kun­gen
  • kör­per­li­chen Un­ter­su­chun­gen des Kin­des so­wie
  • ei­ner Be­ra­tung der El­tern

Die kör­per­li­che Un­ter­su­chung des Kin­des ist ab­ge­stimmt auf das Kin­des­al­ter und um­fasst die Über­prü­fung von

  • Ge­wicht,
  • Kör­per­län­ge,
  • al­ters­ge­rech­te Ent­wick­lung,
  • Un­ter­su­chung ein­zel­ner Or­ga­ne,
  • des Kop­fes und
  • des Be­we­gungs­ap­pa­ra­tes

Bei der Ent­wick­lungs­be­ur­tei­lung un­ter­sucht die Ärz­tin be­zie­hungs­wei­se der Arzt un­ter an­de­rem

  • die Grob- und Fein­mo­to­rik,
  • die geis­ti­ge Ent­wick­lung,
  • die so­zia­le und emo­tio­na­le Kom­pe­tenz und
  • die In­ter­ak­ti­on des Kin­des mit den El­tern.

Er­ge­ben die­se Un­ter­su­chun­gen das Vor­lie­gen oder den Ver­dacht auf ei­ne Krank­heit, so soll die Ärz­tin oder der Arzt da­für Sor­ge tra­gen, dass die­se Fäl­le ei­ner wei­ter­ge­hen­den, ge­ziel­ten Dia­gnos­tik und ge­ge­be­nen­falls The­ra­pie zu­ge­führt wer­den.

Ne­ben der Krank­heits­früh­erken­nung prüft die Ärz­tin oder der Arzt, ob und ge­ge­be­nen­falls wel­che in­di­vi­du­el­len Be­las­tun­gen und ge­sund­heit­li­chen Ri­si­ken beim Kind vor­lie­gen und be­rät die El­tern dar­auf ab­ge­stimmt, wie sie die­se ver­rin­gern kön­nen. Bei Be­darf kann die Ärz­tin oder der Arzt ei­ne Prä­ven­ti­ons­emp­feh­lung aus­stel­len und auf re­gio­na­le El­tern-Kind-An­ge­bo­te hin­wei­sen.

Teil der Un­ter­su­chung ist auch die Über­prü­fung des Impf­sta­tus und die Be­ra­tung zur Ver­bes­se­rung des Impf­schut­zes des Kin­des. Au­ßer­dem muss bei Erst­auf­nah­me des Kin­des in die Ki­ta ei­ne ärzt­li­che Impf­be­ra­tung nach­ge­wie­sen wer­den.

Do­ku­men­tiert wer­den die U-Un­ter­su­chun­gen im gel­ben Kin­der­un­ter­su­chungs­heft. Es ent­hält ei­ne her­aus­nehm­ba­re Teil­nah­me­kar­te, mit der die El­tern die re­gel­mä­ßi­ge Teil­nah­me des Kin­des an den U-Un­ter­su­chun­gen ge­gen­über Drit­ten – wie zum Bei­spiel Kin­der­gär­ten – nach­wei­sen kön­nen, oh­ne da­bei ver­trau­li­che In­for­ma­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben.

Ne­ben den ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Un­ter­su­chun­gen des U-Un­ter­su­chungs­pro­gramms bie­ten ei­ne Rei­he von Kran­ken­kas­sen zu­sätz­li­che Un­ter­su­chun­gen, ins­be­son­de­re für Kin­der im Grund­schul­al­ter (U10 und U11) und für Ju­gend­li­che (J2) an. De­ren Un­ter­su­chungs­spek­trum ist nicht durch den G-BA fest­ge­legt. Die Kos­ten wer­den von ein­zel­nen Kran­ken­kas­sen als frei­wil­li­ge Leis­tung über­nom­men.

Die Zahn­ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen kann durch Früh­erken­nungs­un­ter­su­chun­gen und re­gel­mä­ßi­ge Maß­nah­men zur Ver­hü­tung von Zah­n­erkran­kun­gen ver­bes­sert wer­den. Die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung über­nimmt viel­fäl­ti­ge Früh­erken­nungs- und Vor­sor­ge­maß­nah­men bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen.

Ge­gen die Ent­schei­dung ei­ner Kran­ken­kas­se kann Wi­der­spruch ein­ge­legt wer­den. Wird dem Wi­der­spruch nicht ab­ge­hol­fen, kann beim zu­stän­di­gen So­zi­al­ge­richt ge­klagt wer­den.

Für die Un­ter­su­chun­gen be­nö­ti­gen Sie:

  • die elek­tro­ni­sche Ge­sund­heits­kar­te des Kin­des oder des Ju­gend­li­chen
  • das Kin­der-Un­ter­su­chungs­heft („Gel­bes Heft“), das Sie di­rekt nach der Ge­burt er­hal­ten

Kin­der und Ju­gend­li­che ha­ben grund­sätz­lich bis zur Voll­endung des 18. Le­bens­jah­res An­spruch auf die Un­ter­su­chun­gen.

Es sind da­bei fol­gen­de Un­ter­su­chungs­zeit­räu­me zu be­ach­ten: 

  • U1: un­mit­tel­bar nach der Ge­burt
  • er­wei­ter­tes Neu­ge­bo­re­nen-Scree­ning: 2.-3. Le­bens­tag
  • Neu­ge­bo­re­nen-Hör­scree­ning: bis zum 3. Le­bens­tag
  • U2: 3.-10. Le­bens­tag
  • U3: 4.-5. Le­bens­wo­che
  • U4: 3.-4. Le­bens­mo­nat
  • U5: 6.-7. Le­bens­mo­nat
  • U6: 10.-12. Le­bens­mo­nat
  • U7: 21.-24. Le­bens­mo­nat
  • U7a: 34.-36. Le­bens­mo­nat
  • U8: 46.-48. Le­bens­mo­nat
  • U9: 60.-64. Le­bens­mo­nat
  • J1: 13. -14. Le­bens­jahr

Zahn­vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen:

  • Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung auf Zahn-, Mund- und Kie­fer­krank­hei­ten: sechs­mal im Al­ter von 6 Mo­na­ten bis zur Voll­endung des 6. Le­bens­jah­res
  • Maß­nah­men zur Ver­hü­tung von Zah­n­erkran­kun­gen, die so­ge­nann­te In­di­vi­du­al­pro­phy­la­xe: ein­mal je Ka­len­der­halb­jahr im Al­ter von 6 bis 17 Jah­ren

Für die Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen fal­len kei­ne Zu­zah­lun­gen für ge­setz­lich Ver­si­cher­te an.

Die Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen für Kin­der und Ju­gend­li­che soll­ten in den Zeit­räu­men statt­fin­den, in de­nen Sie vor­ge­se­hen sind.

Ne­ben den ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Un­ter­su­chun­gen des U-Un­ter­su­chungs­pro­gramms bie­ten ei­ne Rei­he von Kran­ken­kas­sen zu­sätz­li­che Un­ter­su­chun­gen, ins­be­son­de­re für Kin­der im Grund­schul­al­ter (U10 und U11) und für Ju­gend­li­che (J2) an. De­ren Un­ter­su­chungs­spek­trum ist nicht durch den Ge­mein­sa­men Bun­des­aus­schuss (G-BA) fest­ge­legt. Die Kos­ten wer­den von ein­zel­nen Kran­ken­kas­sen als frei­wil­li­ge Leis­tung über­nom­men.

Für die Zahn­vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen gilt: Ab dem 12. Le­bens­jahr wer­den die Un­ter­su­chun­gen in ein Bo­nus­heft ein­ge­tra­gen. Die­se Ein­tra­gun­gen die­nen spä­ter als Nach­weis für den An­spruch auf er­höh­te Zu­schüs­se zum Zahn­ersatz.

Zu­stän­di­ge Kran­ken­kas­se