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Na­vi­ga­ti­on

Kampf­mit­tel­be­las­tung: Über­prü­fung be­an­tra­gen

Recht­zei­tig vor Bau­be­ginn, meist schon in der Pla­nungs­pha­se, ha­ben sich Bau­her­rin­nen und Bau­her­ren um das Aus­schlie­ßen ei­nes Kampf­mit­tel­ver­dachts zu küm­mern. Die­ses wird durch die Er­tei­lung ei­ner Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung oder bei Be­stä­ti­gung des Kampf­mit­tel­ver­dachts, nach er­folg­ter Kampf­mit­tel­son­die­rung vor Ort er­reicht.

Bei der wei­ter­füh­ren­den Prü­fung wer­den ne­ben der Durch­füh­rung ei­ner Luft­bild­de­tail­aus­wer­tung auch vor­han­de­nen his­to­ri­sche In­for­ma­tio­nen aus­ge­wer­tet und be­wer­tet. Bei Be­darf wer­den für die Er­stel­lung ei­nes Kampf­mit­tel­räum­kon­zep­tes zu­sätz­lich tech­ni­sche Er­kun­dungs­ar­bei­ten vor Ort auf dem Grund­stück durch­ge­führt. Das Räum­kon­zept ist die Grund­la­ge, um bei Be­darf ein Kampf­mit­tel­räu­m­un­ter­neh­men zu be­auf­tra­gen. In die­sem Kon­zept sind ne­ben Be­son­der­hei­ten auch die Ar­bei­ten auf­ge­schrie­ben, die er­for­der­lich sind, um ei­ne Kampf­mit­tel­frei­heit zu er­rei­chen.

Im Er­geb­nis ei­ner wei­ter­füh­ren­den Prü­fung wer­den al­so durch den Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst die Kampf­mit­tel­frei­heit be­stä­tigt oder auch ei­ne Un­be­denk­lich­keit be­schei­nigt.

Ei­ne wei­ter­füh­ren­de Prü­fung soll­ten Sie be­auf­tra­gen, wenn Sie auf Ih­rem Grund­stück bau­en möch­ten und Ih­nen im Er­geb­nis Ih­rer On­line­prü­fung die „kos­ten­pflich­ti­ge Über­prü­fung der Kampf­mit­tel­be­las­tung“ emp­foh­len wur­de.

Die wei­ter­füh­ren­de Prü­fung ist kos­ten­pflich­tig. Aus die­sem Grund braucht der Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst als Nach­weis zu­sätz­li­che Un­ter­la­gen. Wel­ches es sind, ist un­ter dem Punkt „er­for­der­li­che Un­ter­la­gen“ auf­ge­führt.

Als Al­ter­na­ti­ve zur wei­ter­füh­ren­den Prü­fung kön­nen Sie sich auch so­fort ein Kampf­mit­tel­räu­m­un­ter­neh­men su­chen und die­ses mit Son­dier- und Kampf­mit­tel­räum­ar­bei­ten be­auf­tra­gen. Auch in die­sem Fall sind Sie als Bau­herr / Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ver­pflich­tet den Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst über die ge­plan­ten Kampf­mit­tel­räu­mun­gen zu in­for­mie­ren und ihm das Leis­tungs­an­ge­bot des Kampf­mit­tel­räu­m­un­ter­neh­mens zur in­halt­li­chen Prü­fung zu­zu­sen­den.

Der Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst hat in al­len Fäl­len die Auf­sicht über das Kampf­mit­tel­räu­m­un­ter­neh­men, küm­mert sich um das Ab­ho­len und das Be­sei­ti­gen ge­bor­ge­ner Mu­ni­ti­on und er­stellt im Ab­schluss die Be­schei­ni­gung über die Kampf­mit­tel­frei­heit.

Ei­ne Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung ist auf die Gel­tungs­dau­er Ih­rer Bau­ge­neh­mi­gung be­fris­tet bzw. ab dem Tag der Aus­stel­lung drei Jah­re gül­tig.

Die Kampf­mit­tel­frei­heits­be­schei­ni­gung ist zeit­lich nicht ein­ge­schränkt.

Ein­schrän­kun­gen kön­nen sich in die­sem Fall durch Um­fang und Art der be­auf­trag­ten Leis­tun­gen so­wie durch die ein­ge­setz­ten tech­ni­schen Er­kun­dungs­ver­fah­ren oder durch neue In­for­ma­tio­nen zu Kriegs­ein­wir­kun­gen er­ge­ben.

  • Kein Rechts­be­helf

On­line-Be­an­tra­gung:

Fol­gen­de Un­ter­la­gen sind bei ei­nem vor­lie­gen­den Kampf­mit­tel­ver­dacht er­for­der­lich:

  • Ei­gen­tums­nach­weis (Grund­buch­aus­zug, Kauf­ver­trag)

Wenn Sie den An­trag in Ver­tre­tung der Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin/ des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers ein­rei­chen, ist zu­sätz­lich er­for­der­lich:

  • Nach­weis be­rech­tig­tes In­ter­es­se (Voll­macht Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin/ Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, Ver­trags­ver­hält­nis­se)

Wenn die Ge­büh­ren­emp­fän­ge­rin oder der Ge­büh­ren­emp­fän­ger zur an­trag­stel­len­den Per­son ab­weicht, ist zu­sätz­lich er­for­der­lich:

  • Voll­macht Ge­büh­ren­emp­fän­ge­rin oder Ge­büh­ren­emp­fän­ger

Be­an­tra­gung per E-Mail oder Post:

Fol­gen­de Un­ter­la­gen sind für die Be­an­tra­gung der Über­prü­fung auf Kampf­mit­tel­be­las­tung per E-Mail oder Post er­for­der­lich:

  • aus­ge­füll­ter An­trag für die er­wei­ter­te Über­prü­fung auf Kampf­mit­tel
  • Ei­gen­tums­nach­weis (Grund­buch­aus­zug, Kauf­ver­trag)
  • Kar­ten­ma­te­ri­al, Über­sichts­plä­ne oder Vek­tor­da­ten (per E-Mail auch als pdf Da­tei mög­lich)
  • Op­tio­nal:
    • Kampf­mit­tel­be­las­tung (KM­BA) – Er­geb­nis der schrift­li­chen Aus­kunft zur Kampf­mit­tel­be­las­tung
    • Er­geb­nis der On­line­prü­fung

Wenn Sie den An­trag in Ver­tre­tung der Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin/ des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers ein­rei­chen, ist zu­sätz­lich er­for­der­lich:

  • Nach­weis be­rech­tig­tes In­ter­es­se (Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin/ Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, Ver­trags­ver­hält­nis­se)

Wenn die Ge­büh­ren­emp­fän­ge­rin oder der Ge­büh­ren­emp­fän­ger zur an­trag­stel­len­den Per­son ab­weicht, ist zu­sätz­lich er­for­der­lich:

  • Voll­macht Ge­büh­ren­emp­fän­ge­rin oder Ge­büh­ren­emp­fän­ger
  • Sie müs­sen ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se nach­wei­sen
    • Bei­spie­le der Per­so­nen­grup­pen, die ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se nach­wei­sen müs­sen: Bau­her­rin und Bau­herr, Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin und Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, bau­aus­füh­ren­de Fir­ma
    • Auf­zäh­lung ist nur bei­spiel­haft und nicht ab­schlie­ßend
  • Ver­wal­tungs­ge­büh­ren nach tat­säch­li­chem Zeit­auf­wand

Sie kön­nen die wei­ter­füh­ren­de Prü­fung über das An­trags­for­mu­lar on­line so­wie per E-Mail oder Post bei dem Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst M-V be­an­tra­gen.

Fü­gen Sie die er­for­der­li­chen An­la­gen hin­zu. Wenn bei Ih­nen be­reits Luft­bild­aus­wer­tun­gen, his­to­risch-ge­ne­ti­sche Re­kon­struk­tio­nen oder sons­ti­ge Re­cher­chen zu Kampf­mit­tel­be­las­tun­gen der be­an­trag­ten Grund­stücks­flä­che vor­lie­gen, rei­chen Sie die­se Un­ter­la­gen eben­falls ein.

Der Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst M-V prüft auf Ih­rer be­an­trag­ten Grund­stücks­flä­che ei­ne Kampf­mit­tel­be­las­tung durch his­to­ri­sche und ge­ge­be­nen­falls tech­ni­sche Er­kun­dun­gen vor Ort. Sie er­hal­ten ei­ne Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung oder die Be­schei­ni­gung über die Kampf­mit­tel­frei­heit.

Die Dau­er für die Be­ar­bei­tung ih­res An­lie­gens va­ri­iert sehr stark. Der­zeit dau­ert es zwi­schen 4 und 12 Mo­na­ten, bis Ih­nen das Er­geb­nis ei­ner wei­ter­füh­ren­den Prü­fung vor­lie­gen kann.

Bit­te be­ach­ten Sie, dass auch die Kampf­mit­tel­räu­mung vor Ort sei­ne Zeit dau­ert. Ge­hen Sie eben­falls da­von aus, dass Sie in den we­nigs­ten Fäl­len ein Kampf­mit­tel­räu­m­un­ter­neh­men fin­den wer­den, wel­ches so­fort mit den Ar­bei­ten be­gin­nen kann.

Die Kampf­mit­tel­frei­heits­be­schei­ni­gung ist zeit­lich nicht ein­ge­schränkt. Ein­schrän­kun­gen kön­nen sich in die­sem Fall durch Um­fang und Art der be­auf­trag­ten Leis­tun­gen so­wie durch die ein­ge­setz­ten tech­ni­schen Er­kun­dungs­ver­fah­ren oder durch neue In­for­ma­tio­nen zu Kriegs­ein­wir­kun­gen er­ge­ben.

Er­fol­gen Ar­bei­ten in Tie­fen­la­gen von be­reits be­stehen­den Me­di­en­trä­gern oder in­ner­halb vor­han­de­ner Tras­sen (z.B. Stra­ßen, We­ge, Plät­ze), die nach 1945 ent­stan­den sind oder nach 1945 grund­haft aus­ge­baut und sa­niert wur­den, geht der Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­dienst da­von aus, dass bei den hier durch­zu­füh­ren­den Tä­tig­kei­ten nicht auf Kampf­mit­tel ge­trof­fen wird. Sie müs­sen in die­sen Fäl­len aus Sicht des Mu­ni­ti­ons­ber­gungs­diens­tes kei­ne Aus­kunfts- und Hand­lungs­be­dar­fe ein­ho­len.