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Na­vi­ga­ti­on

Nach­lass­si­che­rung

Nicht sel­ten ver­stirbt je­mand, oh­ne ein Tes­ta­ment zu hin­ter­las­sen, oder oh­ne An­ge­hö­ri­ge, die be­kannt wä­ren. Be­steht der Nach­lass aus mehr Ver­mö­gen als Ver­bind­lich­kei­ten, setzt das Nach­lass­ge­richt ei­nen Nach­lass­pfle­ger/ ei­ne Nach­lass­pfle­ge­rin ein. Die­ser/ die­se si­chert und ver­wal­tet den Nach­lass und sucht nach An­ge­hö­ri­gen.

Kön­nen trotz al­ler Be­mü­hun­gen kei­ne Bluts­ver­wand­ten er­mit­telt wer­den, oder neh­men die Er­ben das Er­be nicht an, fällt der Nach­lass an den Staat. Die Nach­lass­pfleg­schaft en­det, wenn ein Er­be/ei­ne Er­bin er­mit­telt ist oder kein Für­sor­ge­be­dürf­nis mehr be­steht. Bei­spiels­wei­se, weil der Nach­lass bei der Hin­ter­le­gungs­stel­le des Amts­ge­richts hin­ter­legt wur­de.

Der An­trag auf Ein­rich­tung ei­ner Nach­lass­pfleg­schaft kann form­los ge­stellt wer­den.

  • Oh­ne Ein­grei­fen der zu­stän­di­gen Stel­le wä­re der Er­halt des Nach­las­ses ge­fähr­det.
  • Der Er­be/die Er­bin ist un­be­kannt.
  • Es ist un­ge­wiss, ob der Er­be/die Er­bin die Erb­schaft an­nimmt.
  • Wenn der An­trag­stel­ler/die An­trag­stel­le­rin Nach­lass­gläu­bi­ger (die Per­son, die ge­gen­über dem Ver­stor­be­nen of­fe­ne For­de­run­gen hat) ist, muss er/sie ein Rechts­schutz­in­ter­es­se an ei­ner Nach­lass­si­che­rung dar­le­gen. Er/sie muss die Ab­sicht vor­tra­gen, ei­nen An­spruch ge­gen den Nach­lass ge­richt­lich gel­tend ma­chen zu wol­len. Bei­spiels­wei­se durch die Vor­la­ge des Miet­ver­tra­ges mit dem Ver­stor­be­nen.

Die Kos­ten des Ver­fah­rens ei­ner Nach­lass­pfleg­schaft trägt der Er­be/die Er­bin. Der An­trag auf Ein­rich­tung ei­ner Nach­lass­pfleg­schaft ist kos­ten­frei.

Für die Nach­lass­pfleg­schaft wird ei­ne Jah­res­ge­bühr ge­mäß dem Ge­richts- und No­tar­kos­ten­ge­setz fäl­lig. Sie be­trägt 10 Eu­ro je an­ge­fan­ge­ne 5.000 Eu­ro Nach­lass­wert, min­des­tens je­doch 200 Eu­ro.

Zu­dem er­hält der/die vom Ge­richt ein­ge­setz­te Nach­lass­pfle­ger/in ei­ne Ver­gü­tung. Die Hö­he wird in­di­vi­du­ell ver­ein­bart.

  • Der Nach­lass­gläu­bi­ger stellt ei­nen form­lo­sen An­trag auf Ein­rich­tung ei­ner Nach­lass­pfleg­schaft beim Nach­lass­ge­richt.
  • Das Nach­lass­ge­richt prüft die Si­che­rungs­be­dürf­tig­keit des Nach­las­ses.
  • Ist die­se ge­ge­ben, rich­tet das Nach­lass­ge­richt ei­ne Nach­lass­pfleg­schaft ein. Die Nach­lass­pfleg­schaft en­det, wenn das Si­che­rungs­be­dürf­nis weg­fällt, weil zum Bei­spiel ein Er­be ge­fun­den wor­den ist.

Die Be­ar­bei­tung des An­trags er­folgt we­gen sei­ner Eil­be­dürf­tig­keit un­mit­tel­bar.

Kei­ne

Über­schul­de­ter Nach­lass

Wenn je­mand ver­stirbt und ei­nen über­schul­de­ten Nach­lass hin­ter­lässt, wird kei­ne Nach­lass­pfleg­schaft ein­ge­rich­tet. Es ist nicht Auf­ga­be des Ge­richts, für ei­nen Schul­den­aus­gleich bei Gläu­bi­gern zu sor­gen.

Der Staat be­zahlt kei­ne Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten und kommt auch nicht für Kos­ten auf, die Gläu­bi­gern ent­ste­hen.