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Na­vi­ga­ti­on

Ver­an­stal­tun­gen: Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung für die Mit­wir­kung von Kin­dern be­an­tra­gen

Kin­der un­ter­lie­gen ei­nem be­son­de­ren Schutz. Das gilt auch für Fäl­le, in de­nen Kin­der ge­gen Ent­gelt ei­ner Tä­tig­keit nach­ge­hen sol­len.
Sie kön­nen Kin­der und voll­zeit­schul­pflich­ti­ge Ju­gend­li­che nur be­schäf­ti­gen, wenn Ih­nen ei­ne Aus­nah­me vom Ver­bot der Kin­der­ar­beit be­wil­ligt wur­de. Ei­ne Be­wil­li­gung ist er­for­der­lich für die Be­schäf­ti­gung von:

  • Kin­dern von 3 bis ein­schlie­ß­lich 14 Jah­ren
  • Ju­gend­li­chen von 15 bis ein­schlie­ß­lich 17 Jah­ren, die noch schul­pflich­tig sind

Für Kin­der un­ter 3 Jah­ren kann ei­ne Aus­nah­me zur Be­schäf­ti­gung nicht be­wil­ligt wer­den. Für Ju­gend­li­che, die noch der Voll­zeit­schul­pflicht un­ter­lie­gen, gel­ten die Vor­schrif­ten für Kin­der. Sie dür­fen Kin­der nur für ge­stal­ten­de Tä­tig­kei­ten be­schäf­ti­gen. Da­zu ge­hört die Mit­wir­kung bei:

  • Thea­ter­vor­stel­lun­gen
  • Mu­sikauf­füh­run­gen
  • Wer­be­ver­an­stal­tun­gen
  • Auf­nah­men in Hör­funk und Fern­se­hen
  • Film- und Fo­to­auf­nah­men

Für die ver­schie­de­nen Ar­ten von Ver­an­stal­tun­gen müs­sen Sie je nach Al­ter der Kin­der ver­schie­de­ne Be­schäf­ti­gungs­re­geln be­ach­ten. Die ma­xi­mal mög­li­chen Ar­beits­zei­ten sind:

  • bei Thea­ter­vor­stel­lun­gen für Kin­der über 6 Jah­re:
    • in der Zeit von 10:00 bis 23:00 Uhr
    • bis zu 4 Stun­den täg­lich
  • bei Mu­sikauf­füh­run­gen und an­de­ren Auf­füh­run­gen, Wer­be­ver­an­stal­tun­gen so­wie Auf­nah­men im Hör­funk und im Fern­se­hen, auf Ton- und Bild­trä­gern so­wie bei Film- und Fo­to­auf­nah­men:
    • für Kin­der über 3 Jah­ren
      • bis zu 2 Stun­den täg­lich
      • in der Zeit von 8:00 bis 17:00 Uhr
    • für Kin­der über 6 Jah­ren 
      • bis zu 3 Stun­den täg­lich
      • in der Zeit von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr

Pro­ben zäh­len zur Ar­beits­zeit und wer­den in die Be­schäf­ti­gungs­zeit ein­ge­rech­net. Sie er­hal­ten die Be­wil­li­gung in der Re­gel für ma­xi­mal 30 Ta­ge pro Ka­len­der­jahr und Kind. Wenn das Kind auch an an­de­ren Or­ten be­schäf­tigt ist, wer­den al­le Ar­beits­ta­ge zu­sam­men­ge­rech­net.
Nach der Be­schäf­ti­gung müs­sen Sie dem Kind ei­ne freie Zeit von 14 Stun­den bis zur nächs­ten Be­schäf­ti­gung ge­wäh­ren. Ei­ne Teil­nah­me am Schul­un­ter­richt vor En­de die­ser Zeit­span­ne ist von die­ser Ein­schrän­kung nicht be­trof­fen.
Sie sind da­für ver­ant­wort­lich, dass vor Be­schäf­ti­gungs­be­ginn die er­for­der­li­chen Maß­nah­men zum Schutz des Kin­des ge­gen Ge­fah­ren für Le­ben und Ge­sund­heit so­wie zur Ver­mei­dung ei­ner nach­tei­li­gen kör­per­li­chen und see­lisch-geis­ti­gen Ent­wick­lung ge­trof­fen wer­den. Sie sind au­ßer­dem für Be­treu­ung und Be­auf­sich­ti­gung des Kin­des ver­ant­wort­lich, auch wenn Sie die­se Auf­ga­be ei­ner Auf­sichts­per­son über­tra­gen, die von Ih­nen sorg­fäl­tig aus­ge­wählt, be­stellt, un­ter­rich­tet und über­wacht wer­den muss. 

Sie er­hal­ten kei­ne Be­wil­li­gung für Schau­stel­lun­gen und Dar­bie­tun­gen von Kin­dern: 

  • in Ka­ba­retts
  • in Tanz­lo­ka­len und ähn­li­chen Be­trie­ben
  • in Ver­gnü­gungs­parks
  • auf Kir­mes­sen
  • auf Jahr­märk­ten und ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen

Den An­trag stel­len Sie bei der für Sie zu­stän­di­gen Ge­wer­be­auf­sicht oder beim Amt für Ar­beits­schutz. Die Be­wil­li­gung ist be­fris­tet und je­der­zeit wi­der­ruf­bar. Die Auf­sichts­be­hör­de be­stimmt, wie lan­ge, zu wel­cher Zeit und an wel­chem Tag das Kind be­schäf­tigt wer­den darf. Eben­so wer­den die Dau­er und La­ge der Ru­he­pau­sen so­wie die Höchst­dau­er der täg­li­chen Be­schäf­ti­gung fest­ge­legt. 
Wenn Sie Kin­der oh­ne be­hörd­li­che Be­wil­li­gung be­schäf­ti­gen, ma­chen Sie sich straf­bar. 
 

Wi­der­spruch

  • An­trag auf Aus­nah­me vom Ver­bot der Kin­der­ar­beit
  • Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung, al­so die schrift­li­che Ein­wil­li­gung der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten
  • ärzt­li­che Be­schei­ni­gung, die nicht äl­ter als 3 Mo­na­te ist
  • Be­schei­ni­gung der Schu­le, dass das schu­li­sche Fort­kom­men nicht ge­fähr­det ist
  • Sie ha­ben al­le not­wen­di­gen Vor­keh­run­gen ge­trof­fen, um die Kin­der zu schüt­zen und zu be­auf­sich­ti­gen.
  • Sie stel­len den An­trag recht­zei­tig vor der Auf­nah­me der Be­schäf­ti­gung. Ei­ne rück­wir­ken­de Be­wil­li­gung ist nicht mög­lich.
  • Sie be­ach­ten die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen der Be­schäf­ti­gung.
  • Sie ha­ben ei­ne schrift­li­che Ein­wil­li­gung der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten so­wie ei­ne ärzt­li­che Be­schei­ni­gung, die nicht äl­ter als 3 Mo­na­te ist.
  • Sie ha­ben ei­ne Be­schei­ni­gung der Schu­le, dass die schu­li­sche Leis­tung nicht ge­fähr­det ist.

Ei­nen An­trag auf Aus­nah­me vom Ver­bot der Kin­der­ar­beit kön­nen Sie in Text­form stel­len. Das Ver­fah­ren ist wie folgt:

  • Fül­len Sie den An­trag aus.
  • Fü­gen Sie die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen
    • schrift­li­che Ein­wil­li­gung der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten,
    • die ärzt­li­che Be­schei­ni­gung (nicht äl­ter als 3 Mo­na­te) und
    • die Be­schei­ni­gung der Schu­le bei.
  • Die zu­stän­di­ge Stel­le prüft den An­trag und ent­schei­det, ob der An­trag be­wil­ligt wer­den kann.
  • Soll­ten In­for­ma­tio­nen oder Un­ter­la­gen feh­len, wird die zu­stän­di­ge Stel­le die­se bei Ih­nen an­for­dern.
  • Der voll­stän­di­ge An­trag soll­te recht­zei­tig - min­des­tens 14 Ta­ge vor Be­ginn der Be­schäf­ti­gung vor­lie­gen.
  • Un­voll­stän­dig ein­ge­reich­te An­trä­ge kön­nen nicht be­schie­den wer­den; ge­ge­be­nen­falls er­folgt ei­ne Ab­leh­nung des An­trags.
  • Ab­schlie­ßend er­hal­ten Sie ei­nen Be­wil­li­gungs- oder Ab­leh­nungs­be­scheid durch die zu­stän­di­ge Stel­le.
  • Sie dür­fen das Kind erst nach Er­halt des Be­wil­li­gungs­be­schei­des be­schäf­ti­gen. Ei­ne rück­wir­ken­de Be­wil­li­gung ist nicht mög­lich. Die Be­schäf­ti­gung von Kin­dern oh­ne be­hörd­li­che Be­wil­li­gung ist ver­bo­ten und kann ent­spre­chend der Tat­um­stän­de nach den Bu­ß­geld- und Straf­vor­schrif­ten des Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­set­zes ge­ahn­det wer­den.

Sie dür­fen das Kind erst nach Er­halt des Be­wil­li­gungs­be­schei­des be­schäf­ti­gen. Ei­ne rück­wir­ken­de Be­wil­li­gung ist nicht mög­lich. Die Be­schäf­ti­gung von Kin­dern oh­ne be­hörd­li­che Be­wil­li­gung ist ver­bo­ten und kann ent­spre­chend den Tat­um­stän­den nach den Bu­ß­geld- und Straf­vor­schrif­ten des Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­set­zes ge­ahn­det wer­den.