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Frühe Hilfen Veranstaltungen

Liebe Netzwerkpartner*innen,

in diesem Jahr findet das stadtweite Fachtreffen garantiert und gesundheitstauglich in einem digita-len Format statt. Wir erinnern uns an den gelungenen Videovortrag „Phasen gelingender Bindung“ von Frau Dr. Anke Giesen aus dem letzten Jahr. Daran anknüpfend besprechen wir miteinander Fall-beispiele. Seien Sie gespannt auf den Praxistransfer von Frau Dr. Giesen. Es erwartet Sie zudem ein kleiner Einblick in die aktuelle Arbeit des Netzwerks Frühe Hilfen in Rostock. In vier spannenden Workshops bieten wir Ihnen praktische Anregungen für Ihre Arbeit. Im Talk der Regionen bleit Zeit für Austausch & digitale Begegnung.

Alles Weitere finden Sie hier: Einladung zum digitalen stadtweiten Fachtreffen (8. Fachtag)123.7 KB

"Es ist, wie es ist.."

Liebe NetzwerkpartnerInnen,
gespannt warten Sie sicher schon auf die Einladung zum stadtweiten Fachtag "Bindung stärken durch Beziehung" des Netzwerkes Frühe Hilfen Rostock.

Schweren Herzens und doch unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation und Wahrung unser aller Gesundheit, haben wir notwendige Veränderungen der Veranstaltung am 06.11.2020 festgelegt.
DOOF IST - Corona macht uns einen Strich durch die Rechnung, so dass der intensive und lebendige Austausch in den einzelnen geplanten Regionalworkshops im Rathaus nicht stattfinden kann.
TOLL IST - am 6.11.2020 erhalten Sie per Link wie geplant Zugang zu dem interessanten Fachvortrag zum Thema "Phasen gelingender Bindungsprozesse" von Frau Dr. Anke Giesen. Sie ist Leiterin im Fachbereich Hilfe zur Erziehung/ Fachdienste der Jugendämter und fachübergreifende Themen des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts in Berlin/Brandenburg.

Darüber hinaus erhalten Sie und Ihre Teams von der Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen Rostock und Ihren regionalen Ansprechpartnerinnen an diesem Tag eine Botschaft, die Sie über Licht- und Ausblicke 2020/21 informiert.

Und so sind wir doch froh, Ihnen gutes fachliches Material durch die Frühen Hilfen Rostock zur Verfügung stellen zu können am 06.11.2020, das Sie und Ihre Teams gemeinsam nutzen können.
Wir halten an dem Thema fest und werden unsere guten Vorbereitungen mit ins nächste Jahr nehmen. Sammeln Sie weiter interessante Fallbeispiele aus der Praxis, die wir hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt in dann stattfindenden Regionalworkshops gemeinsam bearbeiten können. Über den Newsletter bleiben wir in Verbindung, melden Sie sich auch gern bei Rückfragen.

Eine gute Zeit für Sie.
Stadtweites Fachtreffen Frühe Hilfen 06.11.2020

Download:

Sonderausgabe: Licht- und Ausblicke 2020/21 zum stadtweiten Fachtreffen vom 06.11.2020270.9 KB

„Infektionskrankheiten in Corona Zeiten- Wie gehen wir damit um?“

war am 7.10.2020 Thema im Netzwerk der Frühen Hilfen.

In Kooperation mit der Volkshochschule wurde eine Fachvortrag & anschließende Fragerunde organisiert.

Die Frühen Hilfen griffen erneut das Thema aus einer Runde mit Kindertageseinrichtungen und Kinderärzten aus dem Nordwesten vom Oktober 2019 auf.

Im Juli 2020 wurden die “Handlungsempfehlungen für Kindertageseinrichtungen und Schulen bei Kindern mit Akuter Respiratorischer Symptomatik (ARE)“ (Fließdiagramm) veröffentlicht.

Die Veranstaltung richtete sich an Tagespflegepersonen, Erzieherinnen & Erzieher, Kinderärztinnen & Kinderärzte, Fachberaterinnen für Kindertageseinrichtungen

Frau Dr. Eggers (Kinderärztin) & Frau Dr. Hein (Kinderärztin/ Kinderlungenspezialistin)

erläuterten die Handlungsempfehlungen und  referierten allgemein zu Infektionskrankheiten.(typische Krankheiten im Kleinkindalter, Infos zu Erregern, Verbreitung, Ansteckung, Symptomen, Behandlung, Hygiene)

Tropfnase, verklebte Augen, Fieber – Kinder mit solchen Symptomen dürfen auf keinen Fall in die Kita oder den Hort. Oder vielleicht doch? Oft sind sowohl Eltern als als auch Erzieherinnen mit der Bewertung der Anzeichen überfordert. Aus medizinischer Sicht sei eine Behandlung oder Isolierung in vielen Fällen nicht nötig, meinen die Kinderärztinnen Dr. Ines Eggers und Dr. Claudia Hein.“ SVZ/NNN  vom  9. 10.2020

Im Anschluss konnten Fragen gestellt werden.

Der Ton wurde noch einmal verstärkt und das Video auf der Website der vhs Rostock und auf Youtube hochgeladen: https://youtu.be/34fZd8EkywE

Bis zum14.10.2020 wurde der Beitrag 125 Mal angeschaut.

Katrin Oldörp
Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen Rostock

Downloads:

20.02.2020- Übersicht über ausgewählte Infektionskrankheiten in Kindertagesstätten327.6 KB

20.02.2020- Infektionskrankheiten bei Kindern auch zu Corona Zeiten

5.10.2020
Liebe Rostocker Familien,

für uns als Hebammen sind die Themen ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung ein wichtiges Anliegen. Es ist unser Wunsch, dass Ihre Kinder gesund aufwachsen. Den Müttern und Vätern hingegen möchten wir gut informiert Selbstvertrauen und Selbstsicherheit vermitteln, den Start ins Familienleben zu meistern.

Anlässlich der Weltstillwoche luden wir daher gemeinsam mit dem Gesundheitsamt, dem Amt für Jugend, Soziales und Asyl sowie der Volkshochschule der Hanse- und Universitätsstadt Rostock herzlich zum 2. Rostocker Stilltag am 24.09.2020 ein.

Mit dem 2. Rostocker Stilltag möchten wir außerdem die Weltstillwoche einleiten, die jedes Jahr in der ersten Oktoberwoche stattfindet. In diesem Jahr steht diese unter dem Motto „Die Natur lässt sich nicht kopieren“.

Stillen sichert das gesunde Aufwachsen für die Kinder und soll daher maßgeblich unterstützt und begleitet werden. Aber auch für die Gesundheitsförderung der Mutter trägt das Stillen bei. Nach dem so genannten Europäischen Kodex zur Krebsprävention hat das Stillen einen positiven Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Zudem fördert das Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Anlass genug, um unter dem Motto „Gesund aufwachsen von Anfang an“ für das Stillen zu werben und aufzuklären. Dabei geht es uns nicht nur ausschließlich um die gesundheitsfördernden Aspekte für Mutter und Kind sowie eine gesunde Ernährung, sondern auch um den respektvollen und achtsamen Umgang innerhalb der Familien.
Liebe Familien,
unter dem Link https://youtu.be/XfBScc0g0p4 können Sie sich über folgenden Themen auch im Nachgang des 2. Rostocker Stilltages informieren:
Stillen und Bindung – Expertinneninterview
Beikost – Behutsame Einführung
Weitere Informationen auf unserer Infokarte

Hebamme Kathrin Herold
Vorsitzende & Beauftragte für Stillen und Ernährung des Landeshebammenverbandes M-V

Am 02.Mai 2019 fand das 5. stadtweite Fachtreffen / Netzwerktreffen statt. Das Thema „ICH bin für DICH da- und WER für MICH?/ Psychische Erkrankungen in der Familie“ fand bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Zuspruch. So viele Stühle standen selten im Festsaal des Rostocker Rathauses: Weil die vorhandenen nicht ausreichten, mussten an diesem Tag weitere dazu geholt werden. Denn das Interesse an diesem Psychiatrieforum war enorm. Etwa 150 Sozialarbeiter, Familienbetreuer und Mediziner, aber auch Betroffene und Angehörige konnten teilnehmen. In der Anlage ein kleiner Überblick auf dem Faltblatt...

Die Auswertung der Rückmeldungen war durchweg positiv und gab gute Hinweise für zukünftige Themen. Das nächste stadtweite Fachtreffen ist bereits in Planung.

Das Faltblatt kann nicht mehr eingesehen werden.

Downloads:

Faltblatt 2. stadtweites Fachtreffen/Frühe Hilfen im Spargat zwischen Prävention und Kinderschutz5.1 MB

Faltblatt 3. stadtweites Fachtreffen/Wirkungen und Möglichkeiten unterschiedlcher Professionen auf Bindungs - und Beziehungserfahrungen356.4 KB

Faltblatt 4 stadtweites Fachtreffen/Wie können wir psychich belastete/erkrankte Eltern stärken?5.1 MB

Ein interdisziplinärer Fachaustausch in gemeinsamer Verantwortung der Koordinationsstellen für Frühe Hilfen in Rostock und dem Landkreis Rostock und des Netzwerkes vorgeburtliche Diagnostik

Die Impulsreferate

Freudig und stolz auf der einen Seite, unsicher und orientierungslos auf der anderen – so fühlen sich viele junge Väter oder Männer, die es demnächst werden. Gut 60 Teilnehmer aus dem Gesundheitswesen, der Sozialarbeit und der Politik wollten mehr über die zahlreichen Aspekte erfahren, die die Gefühle, das Verhalten und die Rolle der Männer in dieser Zeit ausmachen. Und auch, wie sie besser in alle Abläufe einbezogen werden können.

Die Pastoren Joerg Urbschat und Henning Ernst arbeiten in Männerforen der Nordkirche und legten in ihrem gemeinsamen Impulsreferat dar, wie die Lage derzeit ist und welche Wege zur Verbesserung es gibt.

Männer nehmen ihr Leben anders wahr als Frauen. Sie definieren vieles über Abenteuer und Kampf, wollen stärker selbstbestimmt sein. Eine weitere Sinn-Dimension ist Beziehung. „Die Verbindung zu Mutter und Kind ist wichtig, aber viele befürchten auch, dass sie Freiheit einbüßen." Natürlich gibt es nicht DEN Mann. Zwischen dem traditionellen Ernährer-Modell und dem modernen Familienbild sind etliche Abstufungen möglich. Sie alle gehen unterschiedlich an Vaterschaft und Erziehung heran. Viele suchen nach Vorbildern – eventuell den eigenen Vater. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie häufiger aktiv mit ihren Kindern umgehen, weniger die klassischen Betreuungsaufgaben übernehmen. Oft beinhaltet die Schwangerschaft auch eine unbewusste Entscheidung über die Partnerschaft, die vielleicht bis dahin noch recht locker war. Nun stellt sich die Frage nach – nicht nur finanziellen – Sicherheiten. Und nach der eigenen Rolle in diesem Prozess der werdenden Familie – oft fühlen die Männer sich nicht genügend an Entscheidungen beteiligt. Dabei sind sie emotional ähnlich stark beteiligt wie die Frauen, haben aber einen schwereren Zugang und sind eher mit den Sachfragen beschäftigt.

Wichtig ist, sie mit ihren Stärken einzubeziehen und ihnen die neue Situation förmlich greifbar zu machen: Sie können bei den Vorsorge-Untersuchungen beim Frauenarzt dabei sein, das Baby durch die Bauchdecke fühlen und mit ihm sprechen. Ihnen nützen spezielle Vorbereitungskurse unter dem Motto „Du kannst alles außer stillen". Sie lernen zum Beispiel, dass ihre Beteiligung nicht nur wichtig für Mutter und Kind ist, sondern auch für sie selbst.

Und auch dann, wenn Mutter und Vater kein Paar mehr sind oder es vielleicht nie waren, können Männer Verantwortung übernehmen. Denn „jeder bekommt das Kind, das er zu seiner Entwicklung braucht" - in diesem Glaubenssatz waren sich die beiden Referenten einig.

„Väter dürfen nie ausgeblendet werden, denn sie sind immer wichtig – selbst in Abwesenheit", meinte der Psychologe Dr. Andreas Eickhorst vom Deutschen Jugend-Institut (DJI) in München. „Er ist nach der Geburt genauso in einer Ausnahmesituation wie die Mutter. Dies sollte auch Gegenstand von Beratung sein."

Natürlich können Männer genauso mit Babys umgehen wie Frauen. Die Interaktion von Anfang an ist enorm wichtig für die Bindung zwischen Vater und Kind. Die Kleinen können und sollen durchaus mehrere feinfühlige Bezugspersonen haben, also Menschen, die prompt, angemessen und zuverlässig auf sie reagieren, auch in Mimik und Gestik. Solches Verhalten ist bei beiden Eltern intuitiv vorhanden. Bei Vätern liegt der Schwerpunkt jedoch eher auf der Exploration, weil sie häufiger aktiv mit dem Kind umgehen, physisch oder über Objekte kommunizieren. Sie fördern so eher die Eigenständigkeit der Kinder und ihre Geschlechts-Identität. „Die heutige Situation von Vätern ist schwierig: die Anforderungen sind gestiegen, aber sie bekommen wenig Hilfestellung. Zum Beispiel ist es für viele Männer noch schwierig, eine längere Elternzeit zu nehmen", meint Eickhorst, der auch am Nationalen Zentrum Frühe Hilfen forscht.

Wenn die Vaterschaft den Mann und damit die Familie belastet, sollten Zweifel und Unsicherheit professionell bearbeitet werden. Die Frage ist, ob es solche Angebote gibt, und ob die Väter bereit sind, sie anzunehmen. Dafür ist auch das Auftreten der Fachkräfte wichtig: ob sie als wertschätzend und entlastend oder als kontrollierend wahrgenommen werden. Ob sie tatsächlich beide Elternteile als gleichwertig betrachten. Und wie stabil sie in ihrem eigenen Leben stehen, denn das beeinflusst auch das Verhalten gegenüber den Familien. Dafür ist Supervision wichtig. Eventuell sind auch männliche Fachkräfte eine gute Alternative.

Die Podiumsdiskussion

- Dr. Inken Balla, AWO Güstrow – „Wir begleiten Familien durch alle Lebens- und Entwicklungsphasen. Dabei haben wir sowohl mit Müttern als auch mit Vätern zu tun – bei Aktivitäten genauso wie in der Beratung."

- Henning Ernst, Pastor, Kiel – „Ich arbeite im Männerforum der Nordkirche vor allem mit Vätern."

- Manfred Ernst, Interessenverband Unterhalt und Familienrecht, Magdeburg - „Wir beraten überwiegend Alleinerziehende, aber auch Familie in Trennung, in denen Kinder betroffen sind."

- Thomas Hauptmann, Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit MV, Uni Greifswald – „Gleichstellung betrifft beide Geschlechter. 52 Prozent der Männer würden gern die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen."

- Dr. Andreas Pfeiffer, niedergelassener Gynäkologe, Rostock – „Ich begleite pro Jahr etwa 120 Schwangerschaften. Dabei sehe ich alle Facetten des Vater-Seins: vom nur imaginär vorhandenen bis zu dem, der bei fast jedem Vorsorgetermin dabei ist."

- Hagen Straßburger, Kinderarzt am Klinikum Südstadt, Rostock - „Ich habe zunächst mit den Müttern zu tun."

Es ist ein gesellschaftlicher Wandel zu spüren: Immer mehr Väter wollen mehr an der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder mitwirken. „Aber es muss auch gefragt werden, was die Männer bereit sind, dafür zu tun", meint Eickhorst. Ein Jobwechsel oder Teilzeitlösungen werden häufig abgelehnt. „Junge Väter sind inzwischen öfter bereit, solche Zugeständnisse zu machen", so Manfred Ernst. Home Office, Betriebskindergärten und flexible Arbeitszeiten sind Varianten, die sich gerade entwickeln. Das neue, komplexe Elternzeit- und Elterngeld-Gesetz macht die Beratung jedoch hoch anspruchsvoll, weiß Scharnweber. Ein Psychotherapeut aus dem Auditorium merkte an, dass zwei Aspekte einem höheren Vater-Anteil in der Betreuung entgegenstehen: wenn nämlich die Männer weite Arbeitswege hätten oder gar mehrere Tage ausliegen müssten. Allerdings würden junge, gut ausgebildete Väter bei ihren Arbeitgebern immer häufiger konkrete Forderungen stellen, damit sie sich mehr um ihre Familie kümmern können, hat Henning Ernst erfahren. „Die Rolle der Männer in Schwangerschaft und junger Elternschaft" 26. August 2015 Rostock

Die Patienten von Dr. Straßburger sind frühgeborene Babys. Zumeist sind die Mütter bei ihnen, für die Väter scheint das Thema stark angstbesetzt zu sein, sie kommen manchmal nur ein einziges Mal auf die Station.

Hauptmann weiß, dass die Vorsätze von möglichst gleichberechtigter Betreuung beim ersten Kind noch funktionieren, bei den folgenden aber oft verwässern. „Da stoßen Eltern auch an die strukturellen Grenzen des Systems."

Dr. Pfeiffer erlebt oft, wie Menschen an der Elternschaft wachsen. Das traditionelle Rollenmodell vollkommen aufzubrechen, hält er für unnötig. „Eine gewisse Polarisierung ist auch für die Entwicklung der Kinder sinnvoll." Laut Statistik gibt es in Deutschland einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Kinderanzahl: je höher der Abschluss, desto weniger Nachwuchs. In seiner Praxis erlebt er viele interessierte Väter, die vielleicht nur zu wenig Zeit haben. Aber auch solche, die wegen Arbeitslosigkeit genug Zeit hätten, aber desinteressiert oder gar gewalttätig sind.

Eine andere Frage war, was generell von Vätern erwartet wird: eine quantitativ oder qualitativ gleiche Aufteilung der Kinderbetreuung, eine gewisse Präsenz? Und was will der Vater von sich? Jeder Fall ist eigen, meinte die Hebamme Andrea Fallmann. Frauen sollten sich manchmal zurücknehmen, Männer dagegen mutiger sein. Und sie sollten ihre Vaterschaft so leben können, wie es für sie gut ist, fügte Hauptmann hinzu, dazu müssten aber wirtschaftliche und gesellschaftliche Zwänge abgebaut werden. Außerdem brauchen sie eine liebevolle Beziehung zu ihrem Kind – trotz Berufstätigkeit, ergänzt Pastor Ernst.

Kinder erwarten von ihren Vätern, dass sie gemeinsame Zeit intensiv nutzen, hat Therapeutin Balla erfahren. „Sie müssen dabei nicht die besseren Mütter sein." Die Ausrede „keine Zeit" lässt auch Manfred Ernst nicht gelten. Moderatorin Scharnweber findet eine offene Beratung wichtig, in der die (werdenden) Eltern sich ernst genommen fühlen – unabhängig von Situation und Beziehungsstatus. Überhaupt müsse das Thema „Vater sein" stärker in die Gesellschaft getragen werden – auch auf politischer Ebene, meinte eine Beraterin aus dem Saal, denn nur so könnten die Männer ein Profil als Väter entwickeln.

Ein Therapeut meinte, die Vaterrolle sei etwas, das den Männern niemand nehmen könne, während Frauen bereits so viele ehemals männlich dominierte Bereiche erobert haben. Angebote sollten nicht so sehr geschlechtsspezifisch, sondern auf beide Eltern ausgerichtet sein, meinte Beraterin Balla. Dem widersprach ein Sozialarbeiter, der eine spezielle Ansprache an Väter für nötig hält. Generell müsse Elternschaft gesellschaftliche und politisch stärker gefördert werden, zum Beispiel dadurch, dass die Entscheidung für ein Kind nicht an finanziellen Einbußen scheitert.

Hilfsangebote von Vereinen und Verbänden sind zahlreich, aber zum Teil unkoordiniert, weiß Manfred Ernst. Konkurrenz um Geld und Stellen behindert die Arbeit. Oft nehmen Väter Möglichkeiten aber auch nicht wahr. Einigkeit herrschte darüber, dass Väter aus getrennten Partnerschaften nochmals besondere Beratung brauchen. Und, dass vorhandene Angebote bekannter gemacht und stärker vernetzt werden müssen. „Die Rolle der Männer in Schwangerschaft und junger Elternschaft" 26. August 2015 Rostock

Resümee und Visionen: Was wäre an Verbesserungen wünschenswert?

- M. Ernst: Hilfsangebote müssen schon vor der Einschulung ansetzen.

- Dr. Balla: Nötig sind Überzeugungsarbeit, eine Bewusstseinsveränderung und ein langer Atem.

- H. Ernst: Männer brauchen Solidarität statt Konkurrenz.

- Dr. Pfeiffer: Werdende Väter sollten mehr in die Vorbereitung einbezogen werden.

- Th. Hauptmann: Gesellschaft und Wirtschaft sollten Vaterschaft mehr wertschätzen.

Anregungen der Teilnehmer (Auswahl):

- ständiger Perspektivwechsel, um nicht „in der Sackgasse" zu landen

- männliche Berater, auch in der Schwangerschaftsberatung?

- Angebote für Männer aus dem sozialen Randbereich, um ihnen andere Perspektiven zu zeigen

- Sensibilisierung von Müttern in getrennten Partnerschaften, um Rechte und Fähigkeiten der Väter anzuerkennen

- Kirchen vor Ort in die Pflicht nehmen, Angebote für Männer/Väter zu machen

Moderation der Veranstaltung:

Katrin Oldörp, Amt für Jugend und Soziales Rostock, Koordinationsstelle Frühe Hilfen sowie Dörte Podratz, Jugendamt Landkreis Rostock, Koordinationsstelle Frühe Hilfen

Dokumentation und Fotos: Dörte Rahming, Journalistin, Agentur Wortlaut, Rostock

Katrin Oldörp, Amt für Jugend und Soziales Rostock, Koordinationsstelle Frühe Hilfen sowie Dörte Podratz, Jugendamt Landkreis Rostock, Koordinationsstelle Frühe Hilfen

Downloads:

Dokumentation Die Rolle der Männer in der Schwangerschaft und Junge Elternschaft563.7 KB

Am 11.September 2017 und am 27.November 2017 fanden die Veranstaltungen zum Thema Information für Schwangerschaft, Geburt und Elternzeit für fremdsprachige Frauen statt. Themen wie die Begleitung durch Hebammen vor und nach der Geburt, Geburt im Krankenhaus in der Hansestadt Rostock, ärztliche Untersuchungen oder auch finanzielle Möglichkeiten waren nur einige der vielen angesprochenen Themen. Bitte lesen Sie mehr auf dem beigefügten Flyer...

Downloads:

Faltblatt/Information für Schwangerschaft, Geburt und Elternzeit für fremdsprachige Frauen554.3 KB