Universitätsmedizin Rostock wird Zentrum für Intensivmedizin
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Ein Meilenstein für die Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern
Rostock – Die enge Zusammenarbeit zwischen Intensivstationen hat sich bereits während der Corona-Pandemie bewährt: Intensivstationen in Mecklenburg-Vorpommern koordinierten ihre Kapazitäten,um schwer erkrankten Patienten eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Diese erfolgreiche Kooperation wird nun auf ein neues Niveau gehoben. Zum 1. April 2025 wurde die Universitätsmedizin Rostock offiziell als Zentrum für Intensivmedizin nach den strengenKriterien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in den Krankenhausplan MV aufgenommen. Ein bedeutender Schritt für die medizinische Versorgung im Land. Für die Vorstandsvorsitzende Dr. Christiane Stehle ist dies ein echter Meilenstein: „In Deutschland gibtes bislang nur wenige Zentren für Intensivmedizin. Als Maximalversorger übernehmen wir hier eine zentrale Rolle und bündeln unsere fachliche Expertise, um die intensivmedizinische Versorgung in der gesamten Region nachhaltig zu stärken.“
Prof. Dr. Jens-Christian Schewe, Leiter der Perioperativen Intensivmedizin an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizinund Schmerztherapie, erläutert die Bedeutung des neuen Zentrums: „Wir fungieren als intensivmedizinisches Kompetenz- und Koordinierungszentrum und übernehmen besondere Aufgaben, darunter die teleintensivmedizinische Beratung anderer Kliniken. In regelmäßigenVideokonferenzen analysieren wir gemeinsam Patientenfälle, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden und Krankenhausaufenthalte zu verkürzen. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern werden so auch unnötige Transporte von Intensivpatientenvermieden, weil wir unsere intensivmedizinische Kompetenz rund um die Uhr auch anderen Krankenhäusern zu Verfügung stellen. Die interdisziplinäre Expertise der Unimedizin Rostock spielt dabei eine entscheidende Rolle.“ Neben dieser Vernetzung erfüllt das Zentrumfür Intensivmedizin eine Reihe weiterer Anforderungen: Mindestens 30 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten, eine 24/7-Aufnahmebereitschaft für Akutpatienten sowie hochqualifiziertes Fachpersonal sind essenzielle Voraussetzungen. Zudem stehen spezialisierte Diagnostikangebote,ein rund um die Uhr verfügbarer Transportdienst für Patienten mit der Indikation zur extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) sowie palliativmedizinische und psychologische Betreuung bereit.
Jährlich benötigen über zwei Millionen Menschen in Deutschland eine intensivmedizinische Behandlung – oft in kritischen oder lebensbedrohlichenSituationen. Ein Großteil von ihnen ist auf künstliche Beatmung angewiesen; die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf einer Intensivstation beträgt etwa vier Tage. Um diese hochspezialisierte Versorgung weiter zu verbessern, hat der Gemeinsame Bundesausschuss(G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen, im Oktober 2023 die Einrichtung von Zentren für Intensivmedizin beschlossen. Ihr Ziel: Die intensivmedizinische Expertise bündelnund höchste Versorgungsstandards gewährleisten. Mit der Universitätsmedizin Rostock als anerkanntem Zentrum für Intensivmedizin ist Mecklenburg-Vorpommern nun bestens aufgestellt, um diesen Anspruch in die Praxis umzusetzen.