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Na­vi­ga­ti­on

Bäu­me mit Ver­ant­wor­tung pfle­gen

Pres­se­mit­tei­lung vom 19.01.2004

Baum­fäl­lun­gen in öf­fent­li­chen Grün­an­la­gen sind ein sen­si­bles The­ma. Das Amt für Stadt­grün, Na­tur­schutz und Land­schafts­pfle­ge er­rei­chen im­mer wie­der An­fra­gen von Bür­gern zum Um­gang mit Bäu­men.

Je­der der ins­ge­samt 13.791 Stra­ßen­bäu­me in Ros­tock wird min­des­tens ein Mal jähr­lich auf sei­ne Stand- und Bruch­si­cher­heit kon­trol­liert. Das Er­geb­nis die­ser Kon­trol­len wird do­ku­men­tiert und über vie­le Jah­re auf­be­wahrt. Je­der An­fahr­scha­den, je­de Krank­heit und je­der Pilz am Baum wird ver­merkt und so kön­nen die Mit­ar­bei­ter des Am­tes für Stadt­grün, Na­tur­schutz und Land­schafts­pfle­ge fast zu je­dem Stra­ßen­baum ei­ne Ge­schich­te er­zäh­len.

Mit die­sen Kon­trol­len soll die Ver­kehrs­si­cher­heit der Bäu­me ga­ran­tiert wer­den. Es geht so­wohl um die Si­cher­heit spie­len­der Kin­der, Be­nut­zer von Geh- und Rad­we­gen und na­tür­lich um die des flie­ßen­den und ru­hen­den Stra­ßen­ver­kehrs. Ge­fah­ren für Le­ben, Ge­sund­heit und Ei­gen­tum al­ler Bür­ger sol­len ab­ge­wen­det wer­den. Zu die­sen Kon­trol­len ist auch je­der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ver­pflich­tet, auf des­sen Grund und Bo­den sich Bäu­me be­fin­den. Die mit den Baum­kon­trol­len be­auf­trag­ten Mit­ar­bei­ter des Am­tes für Stadt­grün, Na­tur­schutz und Land­schafts­pfle­ge wer­den spe­zi­ell qua­li­fi­ziert, denn hier ist ein ho­hes Maß an Fach­kennt­nis­sen er­for­der­lich.

Ist der Baum hohl? Wie stark ist die Rest­wand­stär­ke? Gibt es holz­zer­stö­ren­de Pil­ze an den Wur­zel­an­läu­fen, am Stamm oder in der Kro­ne? Liegt ei­ne Blatt­pilz­er­kran­kung vor? Be­fin-det sich ab­ge­stor­be­nes Holz in der Kro­ne? Gibt es Schäd­lings­be­fall? Sind sich die Baum­kon­trol­leu­re ih­rer Dia­gno­se nicht ganz si­cher, wird auch ein ex­ter­ner Gut­ach­ter hin­zu­ge­zo­gen, um durch spe­zi­el­le Un­ter­su­chungs­me­tho­den ei­nen noch ge­naue­ren Be­fund zu er­hal­ten. Im Herbst ei­nes je­den Jah­res wird die so­ge­nann­te Baum­fäll-lis­te er­stellt, in der al­le Bäu­me auf­ge­führt wer­den, die aus Ver­kehrs­si­cher­heits­grün­den in den fol­gen­den Mo­na­ten ent­fernt wer­den müs­sen. Ist der Scha­den be­reits so akut, dass Le­ben, Ge­sund­heit und Ei­gen­tum der Bür­ger ge­fähr­det sind, wird der Baum so­fort ge­fällt.

Bei den Al­lee­bäu­men die den zu­sätz­li­chen Schutz des Lan­des- na­tur­schutz­ge­set­zes ge­nie­ßen, wer­den Na­tur­schutz­ver­bän­de wie bei­spiels­wei­se der BUND vor­ab in­for­miert. Be­vor es an die Ab­ar­bei­tung der Baum­fäll­lis­te geht, wird auch über die Pres­se in­for­miert. Die Baum-fäll­lis­te liegt dar­über hin­aus in je­dem Orts­amt aus und wird den Orts­bei­rä­ten zur Kennt­nis ge­ge­ben. Je­der Bür­ger hat die Ge­le­gen­heit, sich über die in sei­ner nä­he­ren Um­ge­bung zur Fäl­lung an­ste­hen­den Bäu­me zu in­for­mie­ren. Nicht bei al­len ge­fäll­ten Bäu­men kann man hin­ter­her am Stub­ben er­ken­nen, aus wel­chem Grund die Fäl­lung not­wen­dig war. Wenn zum Bei­spiel häu­fi­ge An­fahr­schä­den in der Kro­ne zur Aus­fau­lung am Kro­nen­an­satz führ­ten und so­mit ei­ne ex­tre­me Bruch­ge­fahr vor­liegt, sieht das Holz nach der Fäl­lung trotz­dem ge­sund aus.

Nicht je­der fest­ge­stell­te Scha­den führt aber zwangs­läu­fig zur Fäl­lung. Wird das Ri­si­ko von den Fach­leu­ten als ver­tret­bar ein­ge­schätzt, kann man­cher die­ser Bäu­me noch vie­le Jah­re ste­hen blei­ben, muss dann al­ler­dings häu­fi­ger kon­trol­liert wer­den. In an­de­ren Fäl­len kann die Ver­kehrs­si­cher­heit durch Pfle­ge- maß­nah­men wie zum Bei­spiel Tot­holz­as­tung, Kro­nen­ent­las­tung oder an­de­res wie­der­her­ge­stellt wer­den. Be­dau­er­li­cher­wei­se lei­den die Stra­ßen­bäu­me durch An­fahr- schä­den, Bau­maß­nah­men, par­ken­de Au­tos und an­de­re Ein­flüs­se sehr, je­doch wird das Aus­maß der Be­schä­di­gung meist erst ei­ni­ge Jah­re spä­ter sicht­bar. Oft­mals er­in­nert sich dann nie­mand mehr an die ei­gent­li­che Ur­sa­che.

Bäu­me sind wert­vol­le Be­stand­tei­le der städ­ti­schen Grün­flä­chen und wer­den als sol­che so lan­ge wie mög­lich er­hal­ten. Erst wenn sich ei­ne aku­te Ge­fahr vor­liegt, die durch an­de­re Maß-nah­men nicht mehr ab­zu­wen­den ist, ent­schlie­ßt man sich zur Fäl­lung. Gleich­zei­tig gibt es je­des Jahr um­fang­rei­che Er­satz- bzw. Neu­pflan­zun­gen so­wie je nach Mög­lich­kei­ten des Haus­halts, di­ver­se Maß­nah­men zur Pfle­ge und zum Schutz vor al­lem des Alt­bau­m­be­stan­des, um auch für künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen ei­ne grü­ne Stadt zu si­chern.