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Na­vi­ga­ti­on

Bür­ger­so­lar­an­la­gen sind gut für Um­welt und Geld­beu­tel

Pres­se­mit­tei­lung vom 09.03.2010

An­ge­sichts der durch die Bun­des­re­gie­rung an­ge­kün­dig­ten Ab­sen­kung der Ein­spei­se­ver­gü­tung wer­den im­mer wie­der Zwei­fel laut, die Pro­jek­te wie Bür­ger­so­lar­an­la­gen in­fra­ge stel­len.
Ar­gu­men­tiert wird häu­fig, dass es kos­ten­güns­ti­ge­re Mög­lich­kei­ten der Koh­len­di­oxid-Emis­si­ons­re­du­zie­rung gibt als die Er­rich­tung von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen (PVA), zum Bei­spiel Wär­me­däm­mung von Ge­bäu­den. Die­se Aus­sa­ge muss im Ge­samt­zu­sam­men­hang je­doch re­la­ti­viert wer­den, teilt der Se­na­tor für Bau und Um­welt, Hol­ger Mat­thä­us, mit.

Es gilt ein so­wohl als auch. Die sehr zu be­grü­ßen­de Re­du­zie­rung des Heiz­wär­me­be­dar­fes durch Dämm­maß­nah­men trägt selbst­ver­ständ­lich zur Min­de­rung des Koh­len­di­oxid-Aus­sto­ßes bei und ist ins­be­son­de­re Haus­ei­gen­tü­me­rin­nen und Haus­ei­gen­tü­mern an­zu­ra­ten. Aber auch der ver­blei­ben­de Be­darf ist durch En­er­gie­trä­ger zu de­cken, die zur­zeit noch über­wie­gend aus fos­si­ler Na­tur sind. Auch die Strom­erzeu­gung ba­siert zum grö­ß­ten Teil noch dar­auf.

Mit der Er­rich­tung von PVA ver­rin­gert sich die Ab­hän­gig­keit von Koh­le, Erd­gas und Öl zur Strom­erzeu­gung - ein Schritt in Rich­tung En­er­gie­wen­de, zu der die Res­sour­cen­ver­knap­pung und der un­auf­halt­sa­me Preis­an­stieg für fos­si­le En­er­gie­trä­ger eben­so zwin­gen wie die Not­wen­dig­keit der Koh­len­di­oxid-Emis­si­ons­re­du­zie­rung hin­sicht­lich des Kli­ma­schut­zes.
Bür­ger­so­lar­an­la­gen, in die vie­le Mit­glie­der ver­gleichs­wei­se ge­rin­ge Sum­men in­ves­tie­ren, sind nicht das Mit­tel, schnell viel Geld zu ma­chen. Die Be­tei­li­gung dar­an ist ei­ne lang­fris­ti­ge Geld­an­la­ge, die in der End­ab­rech­nung trotz der ge­rin­ge­ren Ein­spei­se­ver­gü­tung ei­ne hö­he­re Ver­zin­sung auf­weist als Geld­an­la­gen bei Ban­ken.

Es kön­nen gro­ße Dä­cher da­für ge­nutzt wer­den, die bei den Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten reich­lich zur Ver­fü­gung ste­hen. Da­durch er­höht sich auch die Ef­fi­zi­enz der An­la­gen. Bei­spiels­wei­se ist ei­ne 200 Qua­drat­me­ter Kol­lek­tor­flä­che um­fas­sen­de An­la­ge ef­fek­ti­ver als zehn An­la­gen zu je 20 Qua­drat­me­tern, da al­le tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen, die au­ßer den So­lar­kol­lek­to­ren noch zu ei­ner PVA ge­hö­ren, bei je­der klei­nen An­la­ge ge­nau­so er­for­der­lich sind wie bei ei­ner gro­ßen.

Sel­ten hat je­doch der Ein­zel­ne aus­rei­chend Fi­nanz­kraft, ei­ne 200 Qua­drat­me­ter-An­la­ge zu er­rich­ten. In die­sem Fall ist die Fi­nan­zie­rung durch den Zu­sam­men­schluss vie­ler Klein­in­ves­to­ren in ei­ner Bür­ger­so­lar­in­itia­ti­ve ei­ne gu­te Mög­lich­keit, das Po­ten­zi­al an gro­ßen ge­eig­ne­ten Dach­flä­chen zu nut­zen. Nicht zu­letzt gibt es in­zwi­schen bun­des­weit gut funk­tio­nie­ren­de Bei­spie­le, die dem Mo­dell der Bür­ger­so­lar­an­la­ge ent­spre­chen, zum Bei­spiel in Stein­ha­gen, Bützower Land. Die In­itia­ti­ve zur ers­ten Bür­ger­so­lar­an­la­ge lädt am 17. März 2010 um 18 Uhr zu ei­ner wei­te­ren Ver­an­stal­tung in das Ros­to­cker Rat­haus ein.