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Na­vi­ga­ti­on

Er­öff­nung des Kräu­ter­gar­tens im Klos­ter zum Hei­li­gen Kreuz

Pres­se­mit­tei­lung vom 24.09.2003

Im Jahr der In­ter­na­tio­na­len Gar­ten­bau­aus­stel­lung geht ein lang ge­heg­ter Wunsch des Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums in Er­fül­lung. In An­leh­nung an die Über­lie­fe­rung mit­tel­al­ter­li­cher Klos­ter­gär­ten ent­stand am Süd­flü­gel des Klos­ters zum Hei­li­gen Kreuz ein Are­al mit fünf Holz­kas­ten­bee­ten, wie sie im Mit­tel­al­ter ge­bräuch­lich wa­ren. Ei­ne Idee der Mu­se­ums­mit­ar­bei­ter konn­te in Re­gie des Am­tes für Stadt­grün, Na­tur­schutz und Land­schafts­pfle­ge rea­li­siert wer­den. Dank der För­de­rung durch die Ost­see­spar­kas­se wur­de ein wei­te­rer An­zie­hungs­punkt im Her­zen der Stadt, in den Park­an­la­gen am Klos­ter zum Hei­li­gen Kreuz ge­schaf­fen, der si­cher­lich nicht nur das In­ter­es­se der Pflan­zen­freun­de fin­den wird. Die Bee­te bie­ten Heil- und Ma­ri­en­pflan­zen Schutz. Am Süd­flü­gel des Klos­ters zum Hei­li­gen Kreuz wer­den Pflan­zen aus dem klös­ter­li­chen Ge­brauch vor­ge­stellt

Mön­che und Non­nen un­ter­such­ten lan­ge die Heil­kräf­te der Na­tur. Wa­ren doch die Klös­ter die ers­ten Apo­the­ken und si­cher­ten mit aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Men­schen im Mit­tel­al­ter. Auch in der mo­der­nen Me­di­zin wird das über­lie­fer­te Wis­sen aus Klös­tern bis heu­te ge­nutzt.

Wir­kung und Ge­brauch der Pflan­zen sind heu­te nicht in je­dem Fall be­kannt. Die Ake­lei, Aqui­le­gia vul­ga­ris, wird heu­te in der Ho­möo­pa­thie ver­wen­det. Im Mit­tel­al­ter galt sie als Ma­ri­en­pflan­ze, ihr na­tur­ge­treu­es Ab­bild hat zum Bei­spiel Ste­phan Loch­ner in sei­nem be­kann­ten Ge­mäl­de "Ma­ria im Ro­sen­hag" fest­ge­hal­ten. In der mit­tel­al­ter­li­chen Klos­terapo­the­ke wur­de sie bei Hus­ten, Fie­ber, Wun­den, Aus­schlag ge­schätzt. Bein­well Sym­phi­tum of­ficina­le hat sei­nen Na­men er­hal­ten, weil es nach­weis­lich Hei­lung för­der­te bei Brü­chen und Wun­den, üb­ri­gens ei­ne An­wen­dung, die heu­te noch in Form von Um­schlä­gen er­folgt. Dass die Pfingst­ro­se bei Ver­dau­ungs­stö­run­gen, Gicht und Epi­lep­sie Lin­de­rung ver­sprach, ist heu­te eher in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten an­ge­sichts der Schön­heit ih­rer Blü­ten und der Fül­le neu­er Züch­tun­gen.

Durch den Klos­ter­kräu­ter­gar­ten wur­de die im Lau­fe der Jah­re un­an­sehn­lich ge­wor­de­ne Stau­den­pflan­zung am Süd­flü­gel des Klos­ters er­setzt. Der Klos­ter­kräu­ter­gar­ten weicht in ei­ner Hin­sicht vom mit­tel­al­ter­li­chen Vor­bild ab, denn es wur­de durch die Kom­bi­na­ti­on der Pflan­zen in Blü­te, Duft, Blatt­form und Wuchs ein En­sem­ble ge­schaf­fen, das den Be­su­cher er­freut und ihm zu­sätz­lich In­for­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten bie­tet.