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Na­vi­ga­ti­on

Ge­sun­de Kat­zen dank Kas­tra­ti­ons- und Kenn­zeich­nungs­pflicht

Pres­se­mit­tei­lung vom 06.06.2013

Zur dau­er­haf­ten Re­du­zie­rung der Streu­ner­kat­zen­po­pu­la­ti­on hat die Han­se­stadt Ros­tock jetzt ei­ne „Stadt­ver­ord­nung über die Kas­tra­ti­on- und Kenn­zeich­nungs­pflicht von Frei­gän­ger­kat­zen“ er­las­sen. Da­nach müs­sen al­le pri­vat ge­hal­te­nen Kat­zen und Ka­ter, de­nen Aus­lauf ins Freie ge­währt wird, ab dem sechs­ten Le­bens­mo­nat durch ei­nen Tier­arzt kas­triert und mit Mi­kro­chip ge­kenn­zeich­net wer­den. Auch der­je­ni­ge, der Streu­ner­kat­zen re­gel­mä­ßig füt­tert, muss die­se eben­falls kas­trie­ren und kenn­zeich­nen las­sen. Ver­stö­ße ge­gen die Stadt­ver­ord­nung kön­nen mit ei­ner Geld­bu­ße bis zu 5.000 Eu­ro ge­ahn­det wer­den.

„Hin­ter­grund die­ser Tier­schutz-Maß­nah­me ist die stei­gen­de Zahl her­ren­lo­ser Kat­zen in der Han­se­stadt, trotz er­heb­li­cher Kas­tra­ti­ons- und Ver­sor­gungs­be­mü­hun­gen der Tier­schüt­zer“, bi­lan­ziert Dr. Hei­ke Schlö­ßer, Amts­tier­ärz­tin im Ve­te­ri­när- und Le­bens­mit­tel­über­wa­chungs­amt. Die stei­gen­de Zahl von Stra­ßen­kat­zen füh­re zwangs­läu­fig zu gro­ßem Elend. Hun­ger, Krank­hei­ten und Seu­chen gras­sie­ren un­ter den Tie­ren. „Auch Haus­kat­zen, die als Frei­gän­ger ge­hal­ten wer­den, sind da­durch ge­fähr­det“, so Dr. Schlö­ßer. Kat­zen­schnup­fen, Kat­zen­seu­che und Leu­ko­se sind nur ei­ni­ge Bei­spie­le.

Der­zeit gibt es im Ros­to­cker Stadt­ge­biet rund 3.500 Stra­ßen­kat­zen. Kat­zen kön­nen im Jahr zwei- bis drei­mal je­weils vier bis sechs Jun­ge be­kom­men. Durch un­kon­trol­lier­te Ver­meh­rung kön­nen sich die Pro­ble­me in­ner­halb der nächs­ten Jah­re mas­siv ver­schär­fen. Rund 1.230 her­ren­lo­se Kat­zen wer­den der­zeit nach In­for­ma­tio­nen des Ve­te­ri­när- und Le­bens­mit­tel­über­wa­chungs­am­tes an 208 Fut­ter­stel­len in der Han­se­stadt von eh­ren­amt­li­chen Tier­schüt­zer be­treut. Die Füt­te­rung von Streu­ner­kat­zen an kon­trol­lier­ten Plät­zen ver­bun­den mit der ge­sund­heit­li­chen Be­treu­ung so­wie der Kas­tra­ti­on der Tie­re zur Ver­mei­dung ei­ner un­kon­trol­lier­ten Ver­meh­rung ist ei­ne un­ab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung, um lang­fris­tig die Streu­ner­kat­zen­po­pu­la­ti­on un­ter Kon­trol­le zu hal­ten. Die­ses reicht je­doch nicht aus, da die Streu­ner­kat­zen­po­pu­la­ti­on stän­dig durch aus­ge­setz­te oder weg­ge­lau­fe­ne Kat­zen aus pri­va­ten Tier­hal­tun­gen ver­grö­ßert wird und die pri­vat ge­hal­te­nen Kat­zen sich auf ih­ren Frei­gän­gen un­kon­trol­liert fort­pflan­zen kön­nen. Des­halb ist es zur dau­er­haf­ten Re­du­zie­rung des Streu­ner­kat­zen­be­stan­des not­wen­dig, ein Kas­tra­ti­ons­ge­bot für Frei­gän­ger­kat­zen aus pri­va­ten Tier­hal­tun­gen zu er­las­sen.

Mit der Kenn­zeich­nung der Tie­re sol­len pri­vat ge­hal­te­ne Kat­zen klar von her­ren­lo­sen Streu­nern un­ter­schie­den wer­den kön­nen. Bei Fund­tie­ren kann so schnell der Be­sit­zer er­mit­telt wer­den und die Tie­re müs­sen nicht län­ger als nö­tig im Tier­heim un­ter­ge­bracht wer­den. „Dies be­deu­tet auch ei­ne Ent­las­tung der Tier­hei­me. Schlie­ß­lich müs­sen jähr­lich bis zu 400 Kat­zen im Ros­to­cker Tier­heim auf­ge­nom­men wer­den“, un­ter­streicht die Amts­tier­ärz­tin.

Die Han­se­stadt Ros­tock un­ter­stützt die Kas­tra­ti­on von Streu­ner­kat­zen mit ei­nem fi­nan­zi­el­len Zu­schuss, der auf An­trag ge­währt wird. 8000 Eu­ro ste­hen die­ses Jahr da­für zur Ver­fü­gung.
Für die Kas­tra­ti­on ei­nes Ka­ters wird ein Zu­schuss von 35 Eu­ro und für ei­ne Kat­ze ein Zu­schuss von 70 Eu­ro ge­währt.

Die Ein­hal­tung der Kas­tra­ti­ons- und Kenn­zeich­nungs­pflicht wird vom Ve­te­ri­när- und Le­bens­mit­tel­über­wa­chungs­amt kon­trol­liert.

Aus­nah­men von der Kas­tra­ti­ons­pflicht sind mög­lich und be­tref­fen vor al­lem Zucht­kat­zen.

Als ers­te Stadt in Deutsch­land hat Pa­der­born 2008 die Kas­tra­ti­ons- und Kenn­zeich­nungs­pflicht für pri­vat ge­hal­te­ne Frei­gän­ger­kat­zen ein­ge­führt. Seit­dem sind 235 wei­te­re Städ­te und Ge­mein­den dem Mo­dell ge­folgt, dar­un­ter Hil­des­heim, Le­ver­ku­sen, Ol­den­burg, Sie­gen und Bre­men.

„Ros­tock kann durch den Er­lass der Stadt­ver­ord­nung ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zum Tier­schutz leis­ten und ei­ne Vor­rei­ter­rol­le in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein­neh­men“, un­ter­streicht Dr. Hei­ke Schlö­ßer.