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Na­vi­ga­ti­on

Gi­raf­fen­flü­gel nach Re­stau­rie­rung wie­der in der Samm­lung

Pres­se­mit­tei­lung vom 28.11.2007

Der auf­rech­te Ham­mer­flü­gel - auch Gi­raf­fen­flü­gel ge­nannt - aus der Samm­lung des Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums Ros­tock ist nach et­wa ein­jäh­ri­ger Re­stau­rie­rung zu­rück­ge­kehrt, und da­mit seit lan­ger Zeit end­lich wie­der in der Schau­samm­lung des Mu­se­ums für die Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich. Sei­nen Na­men ver­dankt der Gi­raf­fen­flü­gel der asym­me­trisch ge­schwun­ge­nen Form sei­nes Ge­häu­ses.

Er stellt ei­ne Son­der­form des am An­fang des 18. Jahr­hun­derts er­fun­de­nen Ham­mer­flü­gels dar. Um die In­stru­men­te auch in Wohn­räu­men auf­stel­len zu kön­nen, wur­den ab Mit­te des 18. Jahr­hun­derts die Sai­ten ver­ti­kal an­ge­ord­net. Un­ter dem Ein­fluss des Bie­der­mei­er ent­stan­den als mo­di­sche Va­ri­an­ten des "Py­ra­mi­den­kla­viers" der "Ly­raflü­gel" und die "Gi­raf­fe". Der Ton die­ser In­stru­men­te war je­doch nie­mals so be­frie­di­gend, wie ih­re an­spre­chen­de Form. Des­halb wur­den sie nach der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts von neue­ren Kla­vier­for­men ab­ge­löst.

Das In­stru­ment kam im Ju­ni 1900 als Ge­schenk aus Kra­kow am See ins Ros­to­cker Mu­se­um. Da­mals war das Äu­ße­re noch gut er­hal­ten, die Sai­ten je­doch nicht. Weil die­se Art der In­stru­men­te all­mäh­lich sel­ten wur­de, be­schloss der Al­ter­tums­ver­ein den Er­werb. Bis 1968 stand es im Mu­se­ums­ge­bäu­de in der Au­gust-Be­bel-Stra­ße im Raum "Wohn­kul­tur um 1800". Da­nach fris­te­te es not­ge­drun­gen ein Schat­ten­da­sein im De­pot. Seit En­de der 1980er Jah­re gab es Über­le­gun­gen zur Wie­der­her­stel­lung des In­stru­ments.

Mit gro­ßem En­ga­ge­ment trug die Ge­sell­schaft zur För­de­rung des Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums Ros­tock zwi­schen 2000 und 2006 den Haupt­teil der für die Re­stau­rie­rung des In­stru­men­tes be­nö­tig­ten Gel­der zu­sam­men. Dann end­lich konn­te das In­stru­ment an den er­fah­re­nen Mu­sik­in­stru­men­ten­re­stau­ra­tor Wolf­gang Wen­ke in Ei­sen­ach über­ge­ben wer­den. Ihn qua­li­fi­zier­ten für die­se sen­si­ble Auf­ga­be zahl­rei­che Re­fe­ren­zen aus jah­re­lan­ger Be­rufs­er­fah­rung. Dar­über hin­aus hat­te er be­reits bis ins De­tail ähn­li­che In­stru­men­te re­stau­riert.

In Ab­spra­che mit dem Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­um und ver­schie­de­nen Gut­ach­ten fol­gend be­stand die Auf­ga­be in der Wie­der­her­stel­lung ei­nes aus­stel­lungs­fä­hi­gen äu­ße­ren Er­schei­nungs­bil­des und in der Kon­ser­vie­rung des mu­si­ka­li­schen In­nen­le­bens. Die Wie­der­her­stel­lung der Spiel­bar­keit war je­doch von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, da da­für zu schwer­wie­gen­de Ein­grif­fe in die Sub­stanz des In­stru­men­tes not­wen­dig ge­we­sen wä­ren. Der Flü­gel wur­de jetzt in der Stän­di­gen Aus­stel­lung des Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums im Ka­pi­tel­saal des Klos­ters auf­ge­stellt. Nach Ab­schluss der Sa­nie­rung des Süd­flü­gels der Klos­ter­an­la­ge ist ge­plant, dort ei­ne neue Stän­di­ge Aus­stel­lung aus der Ros­to­cker Mö­bel­samm­lung zu zei­gen, in der auch der auf­rech­te Ham­mer­flü­gel ei­ne wür­di­ge Prä­sen­ta­ti­on er­hält.

Am Mon­tag, dem 3. De­zem­ber 2007 um 13 Uhr lädt das Kul­tur­his­to­ri­sche Mu­se­um Ros­tock zu ei­nem Pres­se­ge­spräch im Bei­sein der Ge­sell­schaft zur För­de­rung des Kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums, um den re­stau­rier­ten Ham­mer­flü­gel der Öf­fent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren.