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Na­vi­ga­ti­on

Pflanz­ak­ti­on für Baum des Jah­res am 23. April

Pres­se­mit­tei­lung vom 11.04.2003

All­jähr­lich wird aus der Rei­he der hei­mi­schen Bäu­me ei­ne Baum­art aus­ge­wählt und zum "Baum des Jah­res" er­nannt. In die­sen Jahr fiel die Wahl auf die Schwarz­erle. Sie gilt als "Baum­art der tie­fen La­gen" und ist fast in ganz Eu­ro­pa hei­misch. Ihr ma­xi­ma­les Al­ter be­trägt 100-120 Jah­re, ih­re ma­xi­ma­le Hö­he rund 35 Me­ter. Die Er­le ist ein­häu­sig, das hei­ßt männ­li­che und weib­li­che Blü­ten be­fin­den sich an ei­ner Pflan­ze. Ih­re Früch­te sind klei­ne Zap­fen und da­mit ei­ne Be­son­der­heit un­ter den Laub­bäu­men. Sie be­her­ber­gen die Sa­men, die ein Luft­pols­ter be­sit­zen und so durch Wind oder Was­ser leicht trans­por­tiert wer­den kön­nen. Die Schwarz­erle be­sitzt ein tief rei­chen­des Herz­wur­zel­sys­tem. In den obe­ren Bo­den­schich­ten sor­gen Wur­zel­knöll­chen für die bes­se­re Stick­stoff­ver­sor­gung des Bau­mes. Die Fä­hig­keit der Er­le auch mit Stau­näs­se noch zu­recht­zu­kom­men, macht sie zu ei­ner Pio­nier­baum­art auf nas­sen Stand­or­ten.

Die so­ge­nann­ten Er­len­bruch­wäl­der sind durch Ent­wäs­se­rungs­maß­nah­men stark zu­rück­ge­gan­gen, be­her­ber­gen aber auch zahl­rei­che ge­schütz­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Die Er­len­bruch­wäl­der ge­hö­ren so­mit zu den ge­fähr­de­ten Bio­top­ty­pen.

Lei­der wer­den die Be­stän­de seit ei­ni­gen Jah­ren von ei­ner tod­brin­gen­den Krank­heit be­fal­len. Ein pil­zähn­li­cher Er­re­ger bringt die Bäu­me in­ner­halb we­ni­ger Jah­re zum Ab­ster­ben. Es scheint ge­gen­wär­tig so, als sei die­se Krank­heit nicht auf­zu­hal­ten, so dass un­se­re Schwarz­erle ernst­haft be­droht ist.

Des­halb sol­len in die­sem Jahr Schwarz­erlen ge­pflanzt und über die Baum­art in­for­miert wer­den. Sie wird in man­chen Ge­gen­den auch Holz­schuh­baum ge­nannt - ein Hin­weis auf die Ver­wen­dung des Hol­zes. Aber auch in der Kunst- und Mö­bel­tisch­le­rei wird das Er­len­holz ein­ge­setzt. Dar­über hin­aus lie­fert es ei­ne sehr gu­te Holz­koh­le. In der My­tho­lo­gie hat die Schwarz­erle eher für gru­se­li­ge Sa­gen und Ge­schich­ten ge­sorgt, was wohl mit ih­rem Stand­ort in Moo­ren und Sümp­fen in Ver­bin­dung ge­bracht wer­den muss. Je­doch hat die be­kann­te Bal­la­de vom "Erl­kö­nig" nichts mit die­sem Baum zu tun, son­dern ist durch ei­ne fal­sche Über­set­zung aus dem Dä­ni­schen "el­ler­kon­ge" (El­fen­kö­nig) ent­stan­den und von Goe­the in sei­nem Ge­dicht über­nom­men wor­den.

Um den Baum des Jah­res 2003 ent­spre­chend zu wür­di­gen, pflanzt der Se­na­tor für Um­welt, So­zia­les und Ge­sund­heit, Dr. Wolf­gang Nitz­sche, ge­mein­sam mit dem Amt für Stadt­grün, Na­tur­schutz und Land­schafts­pfle­ge am 23. April um 8.30 Uhr im Lüt­ten Klei­ner Park Er­len.