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Na­vi­ga­ti­on

Teil­ver­bot für NPD-Kund­ge­bung

Pres­se­mit­tei­lung vom 11.06.1999

11. Ju­ni 1999

Teil­ver­bot für NPD-Kund­ge­bung Ei­ne für Sonn­abend, den 12. Ju­ni 1999 an­ge­kün­dig­te De­mons­tra­ti­on des Lan­des­ver­ban­des der NPD Meck­len­burg-Vor­pom­mern wur­de mit ei­nem Teil­ver­bot be­legt, teilt das Stadt­amt mit. Ein To­tal­ver­bot kam nicht in Be­tracht, da im Sin­ne der Gleich­be­hand­lung der Par­tei­en die Stadt kei­ne Wahl­ver­an­stal­tung un­ter­sa­gen darf. Das Teil­ver­bot be­zieht sich auf ei­ne Ein­schrän­kung des De­mons­tra­ti­ons­we­ges - die In­nen­stadt wur­de aus­ge­klam­mert -, auf das Aus­maß der Re­de­bei­trä­ge und auf mit­ge­führ­te Em­ble­me. Bei der NPD-Kund­ge­bung han­delt es sich um kei­ne Son­der­nut­zung öf­fent­li­cher Stra­ßen, son­dern um die Aus­übung des Grund­rechts der De­mons­tra­ti­ons- und Ver­samm­lungs­frei­heit, das im Grund­ge­setz ver­an­kert ist. Die Stadt kann öf­fent­li­che Ver­samm­lun­gen un­ter frei­em Him­mel - zu­mal es sich hier­bei um ei­ne Wahl­kampf­ver­an­stal­tung zur Eu­ro­pa­wahl han­delt - nicht grund­sätz­lich ver­bie­ten. Grün­de, die ein Ver­bot der Ver­an­stal­tung sei­tens der Stadt recht­fer­ti­gen wür­den, be­stehen nicht. Die NPD ist kei­ne vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­bo­te­ne Par­tei. Au­ßer­dem hat sie ih­re Ver­an­stal­tung kor­rekt ge­mäß Ver­samm­lungs­ge­setz an­ge­mel­det. Selbst ei­ne blo­ße Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ord­nung ist laut Ver­samm­lungs­ge­setz kei­ne trag­fä­hi­ge Grund­la­ge, die im Grund­recht ver­an­ker­te Ver­samm­lungs­frei­heit ein­zu­schrän­ken. Aus die­sem Grund be­stehen für die Stadt kei­ne recht­li­chen Mög­lich­kei­ten, die NPD-Kund­ge­bung zu ver­hin­dern oder gar zu ver­bie­ten. Nach dem Bun­des­wahl­ge­setz hat je­de nicht vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­bo­te­ne po­li­ti­sche Par­tei grund­sätz­lich das Recht, sich dem Bür­ger so dar­zu­stel­len, wie es ih­rem Selbst­ver­ständ­nis ent­spricht. Laut Be­schluß der Bür­ger­schaft ver­pflich­tet sich die Stadt­ver­wal­tung im Rah­men der recht­li­chen Mög­lich­kei­ten al­les zu tun, um Ver­an­stal­tun­gen neo­na­zis­ti­scher Par­tei­en und Or­ga­ni­sa­tio­nen nicht zu­zu­las­sen. Recht­li­che Mög­lich­kei­ten, die NPD-Ver­an­stal­tung zu ver­hin­dern, be­stan­den in die­sem Fall sei­tens der Stadt nicht.