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Na­vi­ga­ti­on

Um­welt­be­richt 2005 der Han­se­stadt Ros­tock

Pres­se­mit­tei­lung vom 28.06.2006

Die Han­se­stadt Ros­tock legt jetzt ei­nen neu­en Um­welt­be­richt vor und setzt da­mit die Tra­di­ti­on frü­he­rer Be­rich­te aus den Jah­ren 1997 und 2000 fort, ein mög­lichst um­fas­sen­des Bild der Um­welt­si­tua­ti­on ab­zu­ge­ben. Die Öf­fent­lich­keit soll in­for­miert und für Pro­blem­be­rei­che des Um­welt­schut­zes sen­si­bi­li­siert und zur Mit­ar­beit mo­ti­viert wer­den.

Der Be­richt be­ginnt sei­ne Dar­stel­lun­gen mit der Lo­ka­len Agen­da 21, de­ren Leit­li­ni­en für ei­ne nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung die grund­sätz­li­che Ziel­rich­tung auch für die Um­welt be­stim­men. Auf die­ser Grund­la­ge sind zahl­rei­che Ar­beits­krei­se und Pro­jek­te ins Le­ben ge­ru­fen wor­den, die im Um­welt­be­richt nä­her vor­ge­stellt wer­den. Im Er­geb­nis ei­nes sol­chen Pro­jek­tes hat zum Bei­spiel das Amt für Um­welt­schutz frei­wil­lig ein Um­welt­ma­nage­ment­sys­tem nach eu­ro­päi­schen Vor­ga­ben (EMAS) ein­ge­führt und ist für sei­ne her­aus­ra­gen­den Um­welt­leis­tun­gen 2004 zer­ti­fi­ziert wor­den. Die­se Ak­ti­vi­tä­ten, ins­be­son­de­re zur Scho­nung der na­tür­li­chen Res­sour­cen ha­ben Bei­spiel­cha­rak­ter für an­de­re Äm­ter, Be­hör­den und Ver­wal­tun­gen, da Kom­mu­nen künf­tig nicht nur öko­lo­gi­scher, son­dern auch kos­ten­güns­ti­ger wirt­schaf­ten müs­sen.

Als wich­ti­ger Fach­plan des Na­tur­schut­zes, der Land­schafts­pfle­ge und der Er­ho­lung be­fin­det sich der Land­schafts­plan ge­gen­wär­tig in der Fort­schrei­bung. Ne­ben der Dar­stel­lung idea­li­sier­ter Ziel­vor­stel­lun­gen für ei­nen Zeit­raum von zehn bis 15 Jah­ren geht es dar­in auch um die Ent­wick­lung um­set­zungs­ori­en­tier­ter Stra­te­gi­en.

Die Ka­pi­tel Stadt­grün/ Land­schaft, Na­tur­schutz und Wäl­der zei­gen das öko­lo­gi­sche Po­ten­zi­al der Han­se­stadt Ros­tock in Zah­len. So ste­hen den Bür­gern bei­spiels­wei­se 16 öf­fent­li­che Park­an­la­gen so­wie fünf Son­der­par­ke mit ei­ner Flä­che von 367 Hekt­ar zur Ver­fü­gung, dar­un­ter auch der 2003 fer­tig ge­stell­te IGA-Park.

Cir­ca 36 Pro­zent der 181 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßen Stadt­flä­che ste­hen un­ter Schutz. Da­von sind vier Schutz­ge­bie­te seit dem Jahr 2000 neu da­zu­ge­kom­men. Au­ßer­dem gibt es in Ros­tock drei FFH-Ge­bie­te.

Der Um­welt­be­richt do­ku­men­tiert her­aus­ra­gen­de Pro­jek­te des Na­tur­schut­zes, der Grün­flä­chen- und Baum­pfle­ge so­wie der Un­ter­hal­tung von Spiel­flä­chen. Be­dau­er­li­cher­wei­se ste­hen auf Grund der an­ge­spann­ten Haus­halts­la­ge im­mer we­ni­ger fi­nan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung.

Mit rund 6000 Hekt­ar Wald ge­hört Ros­tock zu den fünf wald­reichs­ten Kom­mu­nen Deutsch­lands. Die öko­lo­gi­sche und nach­hal­ti­ge Wald­be­wirt­schaf­tung er­folgt auf der Grund­la­ge der 1999 vor­ge­leg­ten Forst­pla­nung und den Zer­ti­fi­zie­rungs­stan­dards des Fo­rest Ste­ward­ship Coun­cil (FSC).

Als Mit­glied des Kli­ma­schutz­bünd­nis­ses eu­ro­päi­scher Städ­te mit den Völ­kern der Re­gen­wäl­der liegt der Han­se­stadt Ros­tock das The­ma Kli­ma­schutz be­son­ders am Her­zen. Der Um­welt­be­richt ent­hält da­her auch in­ter­es­san­te Bei­trä­ge zum Rah­men­kon­zept Kli­ma­schutz, zur Ent­wick­lung der CO2-Emis­sio­nen, zum En­er­gie­spar­wett­be­werb an Ros­to­cker Schu­len, zur Nut­zung von Fern­wär­me und re­ge­ne­ra­ti­ver En­er­gie so­wie zur Öf­fent­lich­keits­ar­beit. All dies sind Bau­stei­ne, um in Ros­tock die Emis­sio­nen an CO2 bis 2010 im Ver­gleich zum Ba­sis­jahr 1987 zu hal­bie­ren.

Lärm­schutz ge­hört zu grö­ß­ten kom­mu­na­len Her­aus­for­de­run­gen, die es im In­ter­es­se ge­sun­der Wohn- und Le­bens­be­din­gun­gen zu lö­sen gilt. Nach Schät­zun­gen sind ca. 14.000 Men­schen in der Han­se­stadt Ros­tock von ge­sund­heits­schäd­li­chem Stra­ßen­ver­kehrs­lärm be­trof­fen. Pro­jek­te zur Re­du­zie­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­ge­räu­sche, wie in der No­bel­stra­ße bzw. der Det­har­ding­stra­ße, wur­den be­reits er­folg­reich um­ge­setzt. Der Um­welt­be­richt ver­weist aber auch dar­auf, dass noch mehr Men­schen für das be­reits vor­bild­lich aus­ge­bau­te ÖPNV-Netz in Ros­tock ge­won­nen wer­den soll­ten. Im Rah­men des EU-Pro­jek­tes *Bal­tic Sea Cy­cling " setzt sich Ros­tock zu­dem da­für ein, die At­trak­ti­vi­tät des Rad­ver­kehrs zu ver­bes­sern.

Für den Be­reich der Ab­fall­wirt­schaft ist 2005 mit der ob­li­ga­to­ri­schen Vor­be­hand­lung von Ab­fäl­len ein neu­es ab­fall­wirt­schaft­li­ches Zeit­al­ter an­ge­bro­chen. Die Han­se­stadt Ros­tock hat sich mit ei­nem öko­lo­gisch ori­en­tier­ten Ab­fall­wirt­schafts­kon­zept lan­ge dar­auf vor­be­rei­tet und am 1. Ju­ni 2005 ei­ne me­cha­nisch-bio­lo­gi­sche An­la­ge in Be­trieb ge­nom­men. Der Um­welt­be­richt stellt an Bei­spie­len die qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge In­fra­struk­tur der Ab­fall­ent­sor­gung der Han­se­stadt Ros­tock vor und zeigt die Be­mü­hun­gen der Stadt, über fi­nan­zi­el­le An­rei­ze, das hei­ßt über die Ge­stal­tung der Ent­sor­gungs­ge­büh­ren Ab­fall­ver­mei­dung zu för­dern.

Die Res­sour­ce Bo­den ge­winnt zu­neh­mend Be­deu­tung im kom­mu­na­len Um­welt­schutz. So konn­te über die so ge­nann­te Flä­chen­bi­lan­zie­rung mit­tels Luft­bild­aus­wer­tung er­rech­net wer­den, dass die Flä­chen­neu­in­an­spruch­nah­me in der Han­se­stadt Ros­tock im Schnitt seit 1989 ca. 23 Hekt­ar pro Jahr be­trägt. Ein be­son­ders po­si­ti­ves Bei­spiel des Alt­las­ten­ma­nage­ments ist die Sa­nie­rung von Teil­flä­chen der Alt­ab­la­ge­rung Di­ed­richs­hä­ger Moor im Be­reich des See­ba­des War­ne­mün­de. Auf Grund der ge­plan­ten Nach­nut­zung durch ty­pi­sches tou­ris­ti­sches Ge­wer­be, wie Boots­la­ger­plät­ze, Ca­ra­van-Stell­plät­ze und Strand­bahn­de­pot kann hier von Flä­chen­re­cy­cling im bes­ten Sin­ne ge­spro­chen wer­den.

Der Um­welt­be­richt 2005 ist jetzt im In­ter­net un­ter der Adres­se www.​rostock.​de/​umw​elta​mt nach­zu­le­sen.