Sturmflutschutz
Was ist eine Sturmflut
Eine Sturmflut ist ein besonders hohes Hochwasser an der Küste. Sie entsteht, wenn starker Wind (meist Sturm) das Wasser vom Meer in Richtung Land drückt. Der Wasserstand steigt dann schnell und stark an, oft mehr als 1 Meter über dem normalen Stand.
Schwere oder sehr schwere Sturmfluten können große Teile der Hansestadt Rostock treffen. Besonders stark betroffen sind die Ortsteile an der Außenküste, weil dort die Wellen direkt wirken. Aber auch Gebiete weiter im Landesinneren können überflutet werden – sogar Ortsteile, die 2 km von der Warnow oder 7 km vom Strand entfernt sind, zum Beispiel Toitenwinkel Dorf.
Verschiedene Stufen von Sturmfluten:
- Leichte Sturmfluten (1,00–1,24 m über NMW): kommen alle 1–2 Jahre vor. Viele Menschen in gefährdeten Gebieten sind daran gewöhnt.
- Mittlere Sturmfluten (1,25–1,49 m): kommen alle 5–10 Jahre. Straßen wie die L22 müssen dann gesperrt werden.
- Schwere Sturmfluten (1,50–1,99 m): nur selten, zuletzt 1995, 2002 und 2006. Es kann zu Schäden an Häusern und Straßen kommen.
- Sehr schwere Sturmfluten (ab 2,00 m): sind extrem selten, zuletzt 1872. In diesem Fall wären große Teile Rostocks überflutet
Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock liegt an der Ostsee und ist deshalb bei Sturmfluten besonders gefährdet. Um die Stadt und ihre Einwohner zu schützen, wurden in den letzten Jahren viele Maßnahmen getroffen.
1. Küstenschutz an der Außenküste
An der direkten Küste, zum Beispiel in Warnemünde oder Markgrafenheide, wurden große Sanddünen gebaut. Diese Dünen sind stabil und hoch genug, um auch sehr schwere Sturmfluten abzuwehren. Sie schützen die Häuser und Straßen dahinter vor den Wellen.
2. Hochwasserschutz an der Unterwarnow
Im Stadtgebiet fließt der Fluss Warnow. Bei Sturmfluten kann das Wasser hier tief ins Land eindringen. Deshalb hat man an der Unterwarnow:
- Deiche gebaut (z. B. Lütten Klein)
- Schutzwände (z. B. Warnemünde) errichtet,
- und mobile Hochwassersysteme (z. B. Tore in Hohe Düne), die im Notfall geschlossen werden können.
Diese Anlagen schützen besonders die Ortsteile Schmarl, Evershagen, Markgrafenheide und Hohe Düne.
3. Planung und Vorsorge
Das Amt für Umwelt und Klimaschutz hat ein Sonderschutzplan gegen Küstenhochwasser: Darin steht:
- Welche Gebiete gefährdet sind,
- Koordination zwischen Beteilige
- Welche Maßnahmen im Ernstfall zu ergreifen sind.
4. Hinweis: Kein Schutz ist perfekt
Auch wenn viele Schutzmaßnahmen bestehen, kann eine sehr schwere Sturmflut die Anlagen übersteigen oder beschädigen. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Bewohner vorbereitet sind und die Warnungen der Stadt beachten
In Rostock kann es bei Sturmfluten zu Überflutungen kommen, besonders in Küstennähe und in tief liegenden Gebieten (unter 2,8 bis 3,0 Meter über NHN). Ob Ihr Haus betroffen ist, erfahren Sie beim Amt für Umweltschutz oder auf der Hochwasserkarte.
Wenn eine schwere Sturmflut angekündigt wird, schalten Sie Radio oder Fernsehen ein (z. B. NDR). Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit. Suchen Sie Schutz in den oberen Etagen und packen Sie eine Notfalltasche. Eine Checkliste dafür gibt es im Merkblatt der Stadt.
Bereiten Sie Ihr Haus vor: Bringen Sie wichtige Möbel und Wertgegenstände in höhere Etagen. Entfernen Sie Chemikalien, Farben oder Kraftstoffe aus dem Keller. Dichten Sie Kelleröffnungen und Türen mit Sandsäcken oder anderen Materialien ab. Gehen Sie nicht in den Keller, wenn Wasser eingedrungen ist – es besteht Lebensgefahr durch Stromschlag
Wenn eine Evakuierung notwendig wird, informieren die Behörden über Radio, Fernsehen oder Lautsprecherdurchsagen. Nutzen Sie nach Möglichkeit Ihr eigenes Fahrzeug und fahren Sie über die Hauptverkehrswege aus dem gefährdeten Gebiet. Parken Sie keine Autos in gefährdeten Bereichen. Falls Sie nicht selbst fahren können, suchen Sie eine Mitfahrgelegenheit. Helfen Sie einander – gegenseitige Unterstützung ist in Notfällen besonders wichtig.
Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedürftige können bei Bedarf Hilfe über die Feuerwehr anfordern. Während der Evakuierung ist es wichtig, ruhig zu bleiben, den Verkehrshinweisen zu folgen und den Anweisungen der Polizei und Rettungskräfte unbedingt Folge zu leisten.
Wenn nötig, werden Notunterkünfte und Betreuungsstellen eingerichtet. Diese werden über die Medien bekannt gegeben oder können über das Bürgertelefon erfragt werden. Falls eine Rückkehr in Ihre Wohnung längere Zeit nicht möglich ist und Sie keine private Unterkunft haben, wird für eine geeignete Unterkunft gesorgt.
Links
- Pegelportal (MV)
- Sturmflutwarndienst
- Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (MV)
- Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern (StALU MM)
- Sturmfluten an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern (StALU MM)
- Hochwasserschutzfibel- Objektschutz und bauliche Vorsorge (BMWSB)
- Vorsorge und Verhalten bei Hochwasser (BBK)
Sturmflut - Was tun?
Hinweise zum Selbstschutz für die Einwohner der Hanse- und Universitätstadt Rostock
Hier möchten wir Ihnen Hinweise geben, wie Sie sich in Notsituationen verhalten sollten. Sie sollten sich die Hinweise herunterladen, ausdrucken und an zentraler Stelle aufbewahren.
