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Na­vi­ga­ti­on

Ge­schäfts­stel­le des Hos­piz­ver­eins Le­tHe e.V. öff­net am 2. No­vem­ber

Pres­se­mit­tei­lung vom 14.10.2022 - Um­welt und Ge­sell­schaft

Der Hos­piz­ver­ein „Le­bens­hil­fe für die An­ge­le­gen­hei­ten Sterb­li­cher“ Le­tHe e. V. lädt zu sei­ner Er­öff­nung am Mitt­woch, 2. No­vem­ber 2022, ein. In der Ge­schäfts­stel­le in der Ul­rich-von-Hut­ten-Stra­ße 32 in Reu­ters­ha­gen be­steht an die­sem Tag von 10 bis 17 Uhr die Ge­le­gen­heit, den Le­tHe e. V. ken­nen­zu­ler­nen.

Das An­lie­gen des Ver­eins wird durch das Ge­sund­heits­amt und Psych­ia­trie­ko­or­di­na­to­rin Dr. Ant­je Wro­ciszew­ski un­ter­stützt. Mit die­sem nied­rig­schwel­li­gen An­ge­bot wer­den Vor­be­hal­te ge­gen­über der Hos­piz­be­we­gung und der Pal­lia­tiv­me­di­zin ab­ge­baut. Das lang­fris­ti­ge Ziel be­steht dar­in, ein brei­tes Netz­werk mit Ver­tre­tern aus die­sen Be­rei­chen auf­zu­bau­en und die so­zi­al­p­al­lia­ti­ve und me­di­zi­ni­sche Be­glei­tung von Men­schen ins­be­son­de­re mit neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Er­kran­kun­gen (z.B. Alz­hei­mer De­menz, Mul­ti­ple Skle­ro­se) wei­ter aus­zu­bau­en.

In ei­nem sehr per­sön­lich ge­hal­te­nen Brief gibt In­itia­to­rin Ste­pha­nie Zeug ei­nen Ein­blick in die Hin­ter­grün­de und Zie­le des Le­tHe e.V.:

Lie­be Sterb­li­che, lie­ber Sterb­li­cher,

ent­schul­di­ge bit­te, wenn ich dich so di­rekt an­spre­che, aber an die­ser Stel­le soll es um die ei­ne Tat­sa­che ge­hen: Du wirst ster­ben! Was uns Men­schen, un­ab­hän­gig von Ge­schlecht, Al­ter, eth­ni­scher Her­kunft, so­zia­ler Stel­lung oder re­li­giö­ser Zu­ge­hö­rig­keit al­le­samt eint, ist die Ge­wiss­heit, dass wir ei­nes Ta­ges ster­ben wer­den. Nur re­det dar­über nicht je­der gern.
Wuss­test Du, dass al­lein in Deutsch­land im Jahr 2021 über ei­ne Mil­li­on Men­schen ge­stor­ben sind? Nur wer sich der End­lich­keit – der ei­ge­nen und der ge­lieb­ter Men­schen – be­wusst ist, kann den Wert von (Le­bens-) Zeit (ein)schät­zen.

Der Ver­ein Le­tHe e.V. bie­tet Le­bens­hil­fe für die An­ge­le­gen­hei­ten Sterb­li­cher. Der Tod ist all­ge­gen­wär­tig. Täg­lich wer­den wir zig­mal mit ihm kon­fron­tiert: Im Fern­se­hen, im In­ter­net, in der Zei­tung, im Com­pu­ter­spiel. Die­se Be­geg­nun­gen be­rüh­ren uns nicht wirk­lich, da der Tod et­was ist, was nur den an­de­ren pas­siert. Aber ei­nes Ta­ges trifft es je­den tat­säch­lich selbst: ein El­tern­teil stirbt, oder je­mand an­de­res aus dem fa­mi­liä­ren oder be­ruf­li­chen Um­feld.

An­ders als noch vor 100 Jah­ren ist das Ster­ben und der Tod heu­te für die meis­ten von uns ein un­sicht­ba­rer und vor al­lem auch un­fass­ba­rer Ab­schnitt in un­se­rem Le­ben. Nicht sel­ten be­glei­tet von Angst, Un­si­cher­heit und fälsch­li­chen Über­lie­fe­run­gen. Der Ver­ein will Mut ma­chen, Ster­ben und Tod als we­sent­li­chen und na­tür­li­chen Ab­schnitt des Le­bens an­zu­neh­men und über heu­ti­ge Mög­lich­kei­ten der Vor­sor­ge­pla­nung, des Um­gan­ges mit Lei­den, Ster­ben, Trau­er und Be­stat­tungs­kul­tur in­for­mie­ren. So wird in un­se­rer Ge­sell­schaft ei­ne be­wuss­te­re Hal­tung zu Tod und Ster­ben & ein sor­gen­des Mit­ein­an­der be­för­dert.
Der Ver­ein bie­tet in­di­vi­du­el­le fach­kun­di­ge und kos­ten­freie Be­ra­tung zu The­men am Le­bens­en­de (Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung, Vor­sor­ge­voll­macht, u.a.), In Letz­te Hil­fe Kur­sen wird un­ter an­de­rem Ba­sis­wis­sen der Ster­be­be­glei­tung ver­mit­telt, denn die­se ist kei­ne Wis­sen­schaft, son­dern prak­ti­zier­te Mit­mensch­lich­keit. Der nächs­te Kurs in Ros­tock fin­det am Mon­tag, 16. Ja­nu­ar 2023, statt.

In den ab Ja­nu­ar 2023 mo­nat­lich statt­fin­den­den Trau­er­tref­fen bie­tet der Ver­ein ein wei­te­res An­ge­bot in Ros­tock für Men­schen, die den Tod ei­nes na­he­ste­hen­den Men­schen zu ver­kraf­ten ha­ben. Da­bei geht es nicht zwangs­läu­fig dar­um sich re­dend mit­zu­tei­len! Ein­fach mit an­de­ren zu­sam­men zu sein, die die viel­fäl­ti­gen Fa­cet­ten der Trau­er eben­so ken­nen, kann hel­fen dem ver­stor­be­nen Men­schen und sich selbst ei­nen neu­en Platz im Hier und Jetzt zu ge­ben. Bei je­dem Tref­fen wer­den da­bei un­ter­schied­li­che Im­pul­se ge­setzt: beim ge­mein­sa­men Me­di­tie­ren, Buch vor­le­sen oder ge­mein­sa­men Ki­no­be­such u.v.a.
In der Ge­schäfts­stel­le des Hos­piz­ver­eins wer­den wir ge­mein­sam mit der Schnei­der­meis­te­rin Re­na­te Zeug das Pro­jekt Ver­bund­stoff – „Der Ro­te Fa­den und Das Letz­te Hemd“ eta­blie­ren. Es er­öff­net Trau­ern­den ei­ne krea­ti­ve und lie­be­vol­le Mög­lich­keit, sich an den ver­stor­be­nen Men­schen zu er­in­nern. So ent­steht zum Bei­spiel ei­ne Kü­chen­schür­ze aus dem Lieb­lings­hemd vom Opa oder ein Ku­schel­tier aus dem Lieb­lings­tuch der jun­gen Mut­ter.

Nach dem Vor­bild Jon Un­der­woods, der 2011 das ers­te Death Ca­fé in Lon­don in­iti­ier­te, plant der Ver­ein ab 2023 in Ros­tock vier­mal im Jahr, sich mit In­ter­es­sier­ten je­den Al­ters bei Tee, Kaf­fee und Ku­chen im Ca­fé A Re­bours in der öst­li­chen Alt­stadt zu­sam­men zu fin­den. Da­bei geht es um die Mög­lich­keit, sich mit an­de­ren im Ge­spräch an das The­ma der Sterb­lich­keit her­an­zu­tas­ten.

Das Mot­to des Ver­eins Le­tHe e.V., an­ge­lehnt an ei­ne Aus­sa­ge der Pio­nie­rin der Hos­piz­be­we­gung, Ci­ce­ley Saun­ders, lau­tet, dass Hos­piz kein Ort ist, an dem wir uns ein­rich­ten, son­dern ei­ne Hal­tung, mit der wir uns be­geg­nen.

Das Bü­ro der Ge­schäfts­stel­le des Hos­piz­ver­eins, be­fin­det sich in Ros­tock-Reu­ters­ha­gen, Ul­rich-von-Hut­ten-Stra­ße 32.

Öff­nungs­zei­ten ab No­vem­ber 2022:

Diens­tag von 13.30 bis 16.30 Uhr
Don­ners­tag von 11 bis 14 Uhr,
so­wie nach Ver­ein­ba­rung (Mo­bil 0179 4538653)
https://​lethe-​hospiz.​de

Die In­itia­to­rin des Ver­eins, Ste­pha­nie Zeug, freut sich auf vie­le in­ter­es­sier­te Be­geg­nun­gen. Sie ist da­von über­zeugt, mit die­sem nied­rig­schwel­li­gen An­ge­bot Vor­be­hal­te ge­gen­über der Hos­piz­be­we­gung und der Pal­lia­tiv­me­di­zin ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ge­mein­sam mit den an­de­ren Ak­teu­ren der Stadt soll ins­be­son­de­re die pal­lia­ti­ve Be­glei­tung der Men­schen mit neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Er­kran­kun­gen (z.B. Alz­hei­mer De­menz, Mul­ti­ple Skle­ro­se) wei­ter ver­bes­sert wer­den.

Zu­sam­men mit dem elf­köp­fi­gen Grün­dungs­team, in des­sen Vor­stand Kers­tin Pa­przik (Trau­er­netz Ros­tock e.V.) und Kath­le­en Schluri­cke (Deut­sche Alz­hei­mer Ge­sell­schaft LV M-V e.V.) mit­wir­ken, stellt sie sich mit gro­ßer Le­bens­freu­de dem The­ma, dem wir uns al­le ir­gend­wann stel­len müs­sen – dem Tod.

Ste­pha­nie Zeug
In­itia­to­rin & 1. Vor­sit­zen­de Le­tHe e.V.